Informationskrieg: USA und Polen errichten Zentrum zur Bekämpfung "russischer Desinformation"

Die Vereinigten Staaten von Amerika und Polen haben eine internationale Gruppe mit Sitz in Warschau ins Leben gerufen, um vermeintlicher Desinformation aus Russland über den Ukraine-Konflikt entgegenzuwirken. Das teilte das US-Außenministerium mit.

Die Ukraine Communications Group (UCG) soll "irreführende Narrative" Russlands, die auf Kiew abzielen, aufdecken und "ukrainische Stimmen verstärken", teilte das US-Außenministerium in einer Erklärung am Montag mit.

James Rubin, der Leiter des Global Engagement Center, das in diesem Ministerium für die Verfolgung von Desinformation zuständig ist, sagte, die Idee zur Einrichtung der UCG sei in Washington entstanden und von Warschau, das die "Bedrohung durch Desinformation ähnlich ernst" nehme, begeistert aufgenommen worden.

"Die Herausforderung beim Führen des Informationskrieges besteht nicht nur darin zu wissen, was die Russen tun, sondern auch herauszufinden, wie man am besten dagegen vorgehen kann", sagte Rubin gegenüber Reportern.

Die Gruppe wird in einem Gebäude des polnischen Außenministeriums in Warschau untergebracht sein und Vertreter aus 12 Ländern umfassen, darunter auch Kanada, Frankreich, Deutschland, Finnland, Italien und mehrere andere NATO-Mitgliedstaaten sowie die Ukraine selbst, kündigte der US-Diplomat an.

Tomasz Chłoń, der Bevollmächtigte des polnischen Außenministeriums für die Bekämpfung internationaler Desinformation, sagte gegenüber Polskie Radio, dass rund ein Dutzend Experten, die ständig vor Ort sind, "Kommunikationsprioritäten und die Produktion von audiovisuellem Material" koordinieren werden, um gegen russische Nachrichten vorzugehen.

"Diese Maßnahmen werden insbesondere auf Afrika, Lateinamerika, Südostasien und den westlichen Balkan ausgerichtet sein, wo die Luft durch russische Desinformation dick ist", fügte er hinzu.

Die Einrichtung der UCG in Warschau sei ein logischer Schritt gewesen, da viele internationale Vertreter auf ihrem Weg in die und aus der Ukraine durch Polen reisen, erklärte für die USA Rubin.

Seit der Ukraine-Konflikt im Februar 2022 zu offenen Feindseligkeiten eskalierte, hat der Westen mehreren mit Russland verbundenen Medien den Zugang zum Publikum in den USA und der EU verwehrt. So hat die Europäische Kommission Sanktionen gegen RT und Sputnik verhängt, indem sie deren TV-Sendelizenzen aussetzte und deren Websites für Leser in der gesamten EU sperrte.

In ihrer jüngsten Runde von Restriktionen vom Mai setzte die EU vier weitere Medien auf eine "schwarze Liste", weil sie angeblich russische Propaganda verbreitet haben sollen.

In Moskau nennt man das Vorgehen der EU-Kommission in Brüssel doppelzüngig und einen Angriff auf die Redefreiheit. Die Kampagne zum Untergraben der Arbeit russischer Nachrichtenorganisationen sei ohnehin der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 lange vorausgegangen und ziele darauf ab, die europäischen Bürger daran zu hindern, Informationen und Meinungen zu hören, die ihre Regierungen für unerwünscht halten, kommentierten das russische Vertreter.

Mehr zum Thema - Russland-Narrativ: Bundesregierung bestätigt mediale Gleichschaltung

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