Weltwirtschaftsforum in Davos interessiert sich für psychedelische Drogen

Wie die Nachrichtenseite Bloomberg berichtet, haben auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos die Staats- und Regierungschefs Zugang zu einem sogenannten "Medical Psychedelic House of Davos". Dabei handelt es sich um ein Programm mit fast 40 Sitzungen und Rednern, darunter Forscher, Unternehmer, Investoren – und einige, die sich selbst als Schamanen bezeichnen. Das Angebot gehört zwar nicht zum Kernprogramm von Davos, das keine kommerziellen Aktivitäten zulässt, hat aber einen Platz auf der Hauptpromenade der Stadt, auf der sich traditionell die Fortune-500-Unternehmen den Konferenzteilnehmern präsentieren.

Das Jahrestreffen des WEF findet vom 22. bis 26. Mai in Davos unter dem Motto "Working Together, Restoring Trust" statt. Das Treffen hätte im Januar stattfinden sollen, wurde aber wegen der Pandemie verschoben.

Das neue Programm, eine Premiere für Davos, soll auch aufzeigen, was der neueste Stand in Sachen psychedelische Drogen ist, so die Organisatoren. Marik Hazan, Chef der Firma Energia Holdings Inc. in New York, des Unternehmens, das die Veranstaltung ausrichtet, sagte:

"Es ist eine wirklich große Veränderung, dass die führenden Politiker der Welt nachfragen, wie man Psychedelika nutzen kann."

Energia ist eine Holdinggesellschaft von Tabula Rasa Ventures, einem sogenannten "Beschleuniger" bei der Gründung von Unternehmen im Bereich Psychedelika. Das Programm in Davos zielt nach eigenen Angaben darauf ab, Gespräche über die verantwortungsvolle Einführung von Psychedelika im medizinischen Bereich anzustoßen und Länder und Unternehmen zu ermutigen, solche Behandlungen in die Gesundheitsversorgung aufzunehmen.

Zu den weiteren Teilnehmern gehören die Chopra Foundation, eine vom Verfechter der Alternativmedizin Deepak Chopra gegründete gemeinnützige Organisation, die Icahn School of Medicine am Mount Sinai, das Imperial College London und die Universität Ottawa. Das Programm findet zu einem Zeitpunkt statt, in dem das Interesse der Öffentlichkeit an diesen Medikamenten wieder zunimmt. Zu den weiteren Themen im Programm gehören auch "ethische Debatten" über den Schutz gegen missbräuchliche Praktiken im Zusammenhang mit den Drogen. Auch zwei "Schamanen" nehmen an der Veranstaltung teil. Doch die Veranstaltung soll nicht nur aus Vorträgen und Diskussionsrunden bestehen.

BlackRock Capital mischt mit

"Wir werden einige experimentelle und immersive Erfahrungen anbieten", so Maria Welkowa, geschäftsführende Gesellschafterin von Tabula Rasa, darunter Meditation, Atemarbeit und ekstatischer Tanz. Aber, so eine Sprecherin von Energia:

"Es wird absolut keine Drogen vor Ort geben."

Psychedelische Drogen sind eine aufstrebende, aber problembehaftete Branche. Obwohl eine Studie nach der anderen auf ihr Potenzial zur Behandlung von Depressionen, PTBS und anderen Gemütskrankheiten hinweist, sind die meisten dieser Drogen nach wie vor weltweit illegal. Da Gesetze das Geschäft blockieren, hat der Advisorshares Psychedelics ETF – ein vom Investment-Titan BlackRock Capital unterstützter Wall-Street-Fonds, der in Pharmaunternehmen investiert, die diese Drogen erforschen – in diesem Jahr mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.

Doch mit dem "House of Psychedelics" wäre es nicht das erste Mal, dass sich die Davoser mit Drogen beschäftigen. Im Jahr 2020 konnten die Teilnehmer ein von Israel geführtes "Cannabis House" besuchen, um sich über die lukrativen Gewinne und die ökologischen Vorteile des Hanfhandels zu informieren, und 2019 wurden die Teilnehmer mit einem halbstündigen Vortrag (auf der offiziellen Tagesordnung) über die "Neue Wissenschaft der Psychedelika" und ihren potenziellen medizinischen Nutzen verwöhnt.

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