Künftig können Nutzer*innen von WhatsApp und Co. mit einer KI chatten und auch sprechen. Dabei werden ihre Daten mit Meta geteilt. Und ein Test-Feature lässt die KI sogar durchgängig mithören.

Meta hat vergangene Woche damit begonnen, in 41 europäischen Ländern KI-Assistenten in die Messenger von WhatsApp, Instagram und Facebook einzubauen. Sechs europäische Sprachen soll die Meta-KI beherrschen.
In den USA ist sie schon seit 2023 zugänglich. „Es hat länger gedauert, als uns lieb war, unsere KI-Technologie in Europa verfügbar zu machen, da wir uns mit dem komplexen Regulierungssystem auseinandersetzen müssen“, schreibt der Konzern (im Original auf Englisch).
Zu den KI-Funktionen gehört laut WhatsApp die Möglichkeit, mit der KI sprechend zu kommunizieren, ihr Fragen zu Fotos zu stellen und auch Bilder bearbeiten zu lassen.
Daten werden weitergeleitet
Besonders beworben wird die Möglichkeit, Bilder von sich selbst in verschiedenen Outfits oder Situationen zu kreieren. Die KI soll auf das allgemein zugängliche Internet zugreifen und zudem auch auf Videos und Posts von Menschen, mit denen man auf den Meta-Plattformen vernetzt ist.
Eine Variante, die zunächst bei WhatsApp eingeführt wird, ermöglicht es auch, in Gruppenchats die KI auf Wunsch einzuschalten, in dem man dort „@MetaAI“ und dann eine Frage eingibt. Instagram- und Facebook-Messenger sollen das Feature ebenfalls erhalten.
Am 19. März wurde die europaweite KI-Einführung von Meta bekanntgegeben, seit dem 20. März gilt eine neue Datenschutzrichtlinie für WhatsApp. Darin steht unter anderem, dass WhatsApp bei Nutzung der KI Geräte- und Verbindungsdaten weiterleitet.
KI lässt sich nicht deaktivieren
WhatsApp-Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Für Kommunikationen mit der eingebauten KI ergibt das aber kaum Sinn. Denn die Gesprächsverläufe mit der KI werden von Meta gespeichert. Die KI wird mit ihnen auch trainiert.
Die KI lässt sich wohl nicht deaktivieren. Das WhatsApp-Update mit der neuen KI-Erweiterung zu verweigern, ist vermutlich ebenfalls keine Alternative. Denn WhatsApp sperrt durchaus mal sämtliche Funktionen, wenn man ein Update nicht mitmachen will.
Einen noch krasseren Privatsphärenangriff erleben Nutzer*innen der WhatsApp-Beta-Version 2.25.7.16. Bei ihnen ist die Funktion „Voice First“ inbegriffen. Dabei beginnt der KI-Assistent, sobald er geöffnet wird, die Nutzer*innen abzuhören. Er tut dies so lange, bis die Nutzenden das Tool verlassen, das Mikro stummschalten oder zu Tastatureingaben wechseln.
Noch ist die Option nur für ausgewählte Nutzer*innen verfügbar, aber sie zeigt, wo Meta die Zukunft sieht: in einer allzeit mitlaufenden sprachgesteuerten KI. Die Sprachdaten, die sie aufnimmt, werden nicht lokal verarbeitet, sondern in der Cloud, auf die sowohl der Konzern als auch die US-Regierung Zugriff haben.
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