ZDF bestätigt Echtheit des abgehörten Gesprächs von Bundeswehroffizieren

Laut Informationen, die dem ZDF vorliegen sollen, hat das von Russland abgehörte Gespräch deutscher Offiziere über Taurus-Lieferungen tatsächlich stattgefunden. Am Samstag berichtete das ZDF, es handele sich nicht um einen "Fake".

Die Chefin des russischen Staatssenders Russia Today, Margarita Simonjan, veröffentlichte am Freitag Mitschnitte einer internen Besprechung von Bundeswehroffizieren über die Lieferung deutscher Taurus-Raketen an die Ukraine. Luftwaffen-Chef General Ingo Gerhartz soll darin laut ZDF über "brisante Details zu möglichen Taurus-Lieferungen an die Ukraine" sprechen. Bislang wurde die Echtheit der Tonaufnahmen von offizieller Seite nicht bestätigt. Am Samstagmorgen berichtete jedoch das ZDF über die Unterredung der Offiziere:

"Nach ZDF-Informationen hat dieses Gespräch tatsächlich so stattgefunden. Der von staatsnahen russischen Medien veröffentlichte Mitschnitt ist demnach kein Fake."

Unterdessen sorgt sich die Politik allerdings weniger um die diskreten Gespräche über die Taurus-Lieferungen und die damit verbundene Gefahr einer Eskalation des Krieges als um das Sicherheitsproblem der Bundeswehrinfrastruktur: "Sollte sich diese Geschichte bewahrheiten, wäre das ein hochproblematischer Vorgang", wie der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen), am Freitag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilte. Der Grünen-Politiker erwarte eine "umgehende Aufklärung aller Hintergründe." Besorgt zeigte sich auch der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter. Bei ZDF heute warnte er, dass weitere abgehörte Gespräche veröffentlicht werden könnten:  

"Es werden sicher noch etliche andere Gespräche abgehört worden sein und gegebenenfalls zu späteren Zeitpunkten im Sinne Russlands geleakt werden."

Zudem empörte sich Kiesewetter, dass Russland das Gespräch mit voller Absicht veröffentlicht habe, um die Lieferungen von Taurus-Raketen zu verhindern. Wortwörtlich erklärte der CDU-Politiker, "dass das Gespräch ganz gezielt durch Russland zum jetzigen Zeitpunkt geleakt wurde, in einer bestimmten Absicht. Diese kann nur darin liegen, eine Taurus-Lieferung durch Deutschland zu unterbinden."

Anfang der Woche hatte Bundeskanzler Olaf Scholz deutsche Taurus-Lieferungen an die Ukraine abgelehnt. Dem ZDF-Bericht zufolge habe er "dabei vor allem technisch argumentiert". Der Einsatz von Taurus-Raketen durch die Ukraine erfordere die Mitwirkung deutscher Soldaten. Damit würde Deutschland indirekt in den Ukraine-Krieg hineingezogen. Vertreter der Grünen und der FDP sprachen sich hingegen für Taurus-Lieferungen an die Ukraine aus.

Wie das ZDF weiter berichtete, erfolgte die russische Veröffentlichung der mutmaßlich abgehörten Taurus-Gespräche genau an dem Tag, an dem mehrere Medien – darunter auch das ZDF – berichtet hätten, der ehemalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek sei mehrere Jahre für russische Geheimdienste tätig gewesen. Daher schloss der deutsche Staatssender: "Dieses Bundeswehr-Leak kann ein russischer Versuch sein, die öffentliche Debatte wegzulenken von den Wirecard-Enthüllungen und der Beerdigung von Alexej Nawalny."

Unterdessen versucht die Bundeswehr, den Schaden zu begrenzen. Die deutschen Militärs hätten bereits dafür gesorgt, dass die von Russland geleakten Mitschnitte der Offiziersgespräche bei der Plattform X blockiert wurden, berichtete BILD am Freitagabend.

Mehr zum Thema - Wie deutsche Medien über das Telefonat der Luftwaffengeneräle desinformieren

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