Wizz Air heftet sich an die Fersen von Ryanair

Von Gyula Jámbor
 

Der Wettbewerb zwischen der ungarischen Wizz Air und Ryanair um die europäischen Märkte hat sich verschärft. Erst kürzlich mussten sich die Iren aus Bosnien und Herzegowina zurückziehen, wo Wizz der einzige Anbieter ist. In Wien hingegen hat Wizz Dutzende von Flügen gestrichen und Ryanair warf Wizz vor, dass ihr die Piloten ausgingen. Hinter den Feindseligkeiten verbirgt sich der unerwartete Aufstieg von Wizz Air.

Die Ultrafrachtunternehmen haben die durch die Pandemie verursachten Verkehrseinbußen besser verkraftet als die nationalen Fluggesellschaften, die von den Regierungen mit riesigen Rettungspaketen über Wasser gehalten wurden. Die Discounter sind sich einig, dass diese Beihilfe marktwidrig ist und den Wettbewerb verfälscht.

Wie Simpleflying.com berichtet, war Ryanair fast drei Monate nach Beginn des Ticketverkaufs für Flüge zum Flughafen Tuzla (TZL) gezwungen, den Betrieb einzustellen. Der Flughafen Tuzla bietet derzeit keine kommerziellen Linienflüge an, mit Ausnahme von Wizz Air. Die ungarische Fluggesellschaft verkauft Tickets von Tuzla zu 15 Zielen, davon sieben nach Deutschland und vier nach Schweden. Esed Mujačić, der Direktor des Flughafens Tuzla, erklärte, dass mit Ryanair eine Einigung über alle Einzelheiten des Vertrags erzielt worden sei und dass die Billigfluglinie das Dokument unterzeichnet habe. In der Folge wurde der Vertrag vom Aufsichtsrat des Flughafens Tuzla und dem Verkehrsministerium nicht genehmigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende begründete die Ablehnung damit, dass man mit dem irischen Unternehmen bessere finanzielle Bedingungen aushandeln wolle. Es wird auch angenommen, dass die Vereinbarung mit Ryanair einen strategischen Partner nicht benachteiligen sollte, mit dem man bereits eine Geschäftsbeziehung unterhält, nämlich Wizz Air.

Das Abenteuer in Tuzla ist für Ryanair eher unangenehm, aber Michael O’Leary lässt sich davon nicht beeindrucken und geht lieber in die Offensive. Der Ryanair-Chef warf dem Konkurrenten vor, seine Piloten während der Epidemie nicht ausreichend geschult zu haben, weshalb Wizz Air kürzlich täglich Dutzende von Flügen streichen hätte müssen, was in Schwechat für Chaos sorgte.

Aerotelegraph.com berichtet, dass in Wien, wo die beiden Fluggesellschaften direkt miteinander konkurrieren, die Ungarn 14 Strecken gestrichen haben. Laut O’Leary liegt dies daran, dass einige Wizz-Piloten nicht genug geflogen sind und daher keine Pilotenlizenz besitzen. Wizz Air bezeichnete die Aussage von O’Leary als ungenau und irreführend. Wizz räumte jedpch ein, dass man tatsächlich Probleme mit der Zuteilung von Kabinenpersonal hatte; das hätte jedoch nichts mit den Piloten der Fluggesellschaft zu tun.

Die harschen Äußerungen könnten das Ergebnis eines härteren Wettbewerbs sein, so die Analysten der Financial Times.

Die Zeitung veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel The Hungarian carrier’s rapid expansion threats Irish rival in the battle for a cheap market.

Während sich die Luftfahrtindustrie von dem Schock der Pandemie zu erholen beginnt, sieht sich O’Leary mit der Aussicht auf Wettbewerb konfrontiert. Wizz Air operiert zu den gleichen niedrigen Kosten und expandiert aggressiv in westeuropäische Großstädte. Beide Fluggesellschaften kaufen neue Flugzeuge und eröffnen neue Basen, während ihre nationalen Konkurrenten wie Alitalia und Norvegian schrumpfen oder zusammenbrechen. Beide Unternehmen haben im vergangenen Jahr Hunderte von Millionen Euro verloren, aber ihre Aktien haben sich von den schweren Verlusten erholt und befinden sich in der Nähe von Allzeithochs, was darauf hindeutet, dass die Anleger glauben, dass das Discount-Modell die Zukunft der europäischen Luftfahrt sein wird.

Laut FT-Analysten ist Wizz mit seiner Unternehmensstruktur, der Londoner Börse, den billigen ungarischen Arbeitskräften und der steuerlichen Registrierung in der Schweiz die einzige Fluggesellschaft, die mit dem Ultra-Low-Cost-Modell von Ryanair konkurrieren kann. Mehr noch, sie schlägt ihn manchmal sogar in seinem eigenen Revier.

Quelle: Magyar Nemzet


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