Wien: Österreichs Bundespräsident Van der Bellen nach Corona-Sperrstunde in einem Lokal erwischt

Die Polizei bestätigte, dass der Bundespräsident bei einer Kontrolle in der Wiener Innenstadt in einem Gastgarten angetroffen wurde. Van der Bellen erklärte, er sei erstmals nach dem Lockdown mit zwei Freunden und seiner Frau essen gegangen. Man habe sich "verplaudert und leider die Zeit übersehen". Der Betreiber des italienischen Restaurants "Sole" sagte gegenüber der Kronen Zeitung:

Der Bundespräsident ist Stammgast bei mir, so wie viele Künstler. Er hatte Fisch zum Abendessen. Ich habe alles richtig gemacht und wir haben pünktlich um 23 Uhr, wie es das Gesetz vorschreibt, mit einer letzten Getränkerunde zugesperrt.

Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer seien danach noch sitzen geblieben. Als kurz nach Mitternacht kontrolliert wurde, hatten Van der Bellen und seine Frau noch Getränke auf dem Tisch. Diese waren zu dem Zeitpunkt allerdings schon bezahlt. Das Lokal war offiziell schon geschlossen. Ob der Bundespräsident gegen eine Bestimmung verstoßen hat, ist daher noch unklar. Es gibt zwar eine Sperrstunde um 23 Uhr, aber keine nächtliche Ausgangssperre für Österreicher.

Bundespräsident Van der Bellen selbst zeigte sich am Sonntag reumütig. Er schrieb auf Twitter:

Sollte dem Wirt daraus ein Schaden erwachsen, werde ich dafür gerade stehen.

Kritik an Van der Bellen kam von der FPÖ. Wer mit einer solchen Selbstverständlichkeit auf die Verordnungen pfeife, gehe wohl davon aus, selbst über dem Gesetz zu stehen, sagte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Er fügte hinzu:

Das Staatsoberhaupt verhöhnt auf diese Weise die vom Corona-Wahnsinn der Regierung schwer geplagte Bevölkerung, die sich an die schwarz-grünen Regeln hält, auch wenn sie noch so unsinnig sind.

In Österreich dürfen Restaurants, Lokale und Bars aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur bis 23 Uhr öffnen. Für den Wirt könnte der Vorfall daher teure Folgen haben. Das COVID-19-Maßnahmengesetz sieht für den Betrieb nach 23 Uhr Strafen von bis zu 30.000 Euro vor. 

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