Weltkriegsflieger Rudolf BertholdSpäte Ehre für „den Hauptmann“

Hysterisch kreischende Weiber, zum kommunistischen Gruß erhobene Fäuste der Männer hinter ihnen säumen die Gasse, durch die das Freikorps „Eiserne Schar“ des Hauptmanns Berthold mit Tritten und Gewehrkolbenhieben getrieben wird. Die Frontkämpfer, Retter der Republik und Baltikumveteranen werden aus der Menge bespuckt, geschlagen, beschimpft, niedergerissen und wieder geschlagen.

Einige überleben es nicht. Unter diesen ist ihr Anführer, Hauptmann Rudolf Berthold. Mit 44 Luftsiegen war der unzählige Male Verwundete Träger des Orden „Pour le Mérite“ einer der erfolgreichsten Kampfflieger des Ersten Weltkriegs. Der am 24. März 1891 in Naumburg geborene spätere Hauptmann führte bis 1918 das Jagdgeschwader II. und stellte 1919 sein Freikorps „Eiserne Schar“ zur Bekämpfung der roten Aufstände in der Reichshauptstadt und anderen Städten in Berlin auf.

Nach Einsätzen gegen die Kommunisten in Deutschland folgte er dem Ruf der lettischen Regierung und setzte seine „Eiserne Schar“ im Baltikum ein. Dann rief das Reich ihn und seine Männer wieder. Am 15. März 1920 wird der nur noch von Scharnieren, Bändern und Stahlplatten zusammengehaltene Körper des Hauptmanns – bis zur Unkenntlichkeit von der Masse zertreten – als ein blutiges Bündel in Harburg am Wegesrand entdeckt. Nur anhand seines Armbandes und der vielen Prothesen kann er identifiziert werden, sein Gesicht ist nur noch eine rote Masse. Was war geschehen?

Kommunisten töteten Berthold bei Verhandlung

Als das Freikorps auf Hamburg marschierte, um den dort ausgebrochenen Generalstreik zu beenden und den von streikenden Arbeitern verhafteten Kommandeur des Harburger Pionierbataillons, Major Hueg, zu befreien, wurde es von Regierungsverantwortlichen in der Heimfelder Mittelschule in der Nähe von Harburg einquartiert, da keine Züge mehr nach Hamburg fuhren. Am nächsten Tag waren sie von bewaffneten kommunistischen Arbeitern eingeschlossen und mußten sich nach verzweifelten Verteidigungskampf ergeben.

Die Ereignisse gingen als „Harburger Blutmontag“ in die Geschichte ein. Berthold versuchte allein mit den roten Anführern zu verhandeln, da schlugen und traten sie ihn tot. In einigen Quellen wird beschrieben, daß er zunächst mit dem Band seines „Pour le Mérite“ erwürgt worden sei. Solche Beschreibungen seines Todes finden sich bei Ernst von Salomon in „Die Geächteten“, Edwin Erich Dwingers „Auf halbem Wege“ und Thor Gootes „Kamerad Berthold“.

Jagdflieger Rudolf Berthold während des Ersten Weltkriegs Foto: picture alliance/akg-images

An einem trüben Novembermorgen werden die Überreste des Hauptmanns auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt. Doch es soll nicht seine letzte Ruhestätte bleiben. Als der Mauerbau beschlossene Sache ist und die Bauarbeiten fortschreiten, bleibt der Invalidenfriedhof nicht verschont. Dieser bedeutendste deutsche Soldatenfriedhof in der Mitte Berlins entstand 1749 durch eine Instruktion Friedrichs des Großen. Eine Liste der dort Ruhenden liest sich wie die Aufzählung großer Männer der preußischen und deutschen Geschichte. Wir lesen Namen wie die von Scharnhorst, von Schlieffen, von Moltke, von Seeckt sowie von Richthofen, Mölders und Udet.

Spender sammelten für neue Grabplatte

1960, ein Jahr vor dem Mauerbau, der den Friedhof ungefähr zur Hälfte teilte, wurden noch 3.000 Gräber der im Laufe von 200 Jahren etwa 30.000 Bestatteten gezählt. Heute sind es noch etwa 230. Das DDR-Regime ließ den grenznahen Bereich absperren und zur Herstellung eines freien Schußfeldes Grabanlagen und Grabsteine entfernen. Auch die Toten litten – im wahrsten Sinne des Wortes – unter dem kommunistisch-sozialistischen Spuk.

Nach der Wende 1989 konnten die Angehörigen und Nachfahren bei der zuständigen Behörde eine Neuanlage der Begräbnisstätte beantragen. In verschiedenen Fällen von NS-Prominenten konnte dies aber aus politischen Gründen bis zum heutigen Tage nicht durchgesetzt werden.

Anders im Falle von Hauptmann Berthold. Er wurde von Kommunisten totgetrampelt, sein Grab von Kommunisten geschändet, nun erhält er eine würdige letzte Ruhestätte. Ein unabhängiger Spenderkreis sorgte für die Wiederherstellung der von den Kommunisten zerstörten Grabplatte und für die Genehmigung zur Niederlegung. Dieser positive, hoffentlich letzte Akt eines Trauerspiels um einen deutschen Fliegerhelden findet am 23. Mai um 11 Uhr auf dem Invalidenfriedhof statt.

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