Weltbank gibt Gelder für Afghanistan frei: Hilfsorganisationen bekommen 247 Millionen Euro

Die Gelder werden an das Welternährungsprogramm und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen fließen. Aber noch müssen dem Transfer 31 Geldgeber des von der Weltbank verwalteten "Treuhandfonds Afghanistan" zustimmen. Am Freitag soll hierüber beraten werden. Zuvor hatte es bereits eine informelle Sitzung gegeben. 

Vor rund drei Monaten ergriffen die militanten Taliban die Macht in Afghanistan. US- und ausländische Truppen hatten nach einem Friedensabkommen zwischen den Taliban und den USA das Land verlassen. US-Präsident Donald Trump wollte den 20 Jahre währenden Krieg beenden. Dessen Nachfolger Joe Biden setzte die Pläne schließlich um. 

Nun droht gar eine humanitäre Katastrophe. Für den Geldtransfer jedoch bleiben die juristische Hürden bestehen. Die Finanzinstitute, deren Unterstützung hierbei nötig ist, müssen Sanktionen der USA fürchten. Selbst Lebensmittel und Medikamente können nicht mehr so einfach ins Land gebracht werden.

Auf den Straßen Kabuls ist zu sehen, wie Menschen versuchen ihr Hab und Gut gegen Lebensmittel zu tauschen. Selbst Betten werden angeboten. In Krankenhäusern suchen Eltern Hilfe, die ihre Kinder nicht mehr ernähren können. Ärzten und Krankenhausangestellten wird kein Lohn gezahlt, es fehlt an notwendigem medizinischen Material. Wer kann, flieht in den Iran oder nach Pakistan. 

Rund 20 Millionen Menschen in Afghanistan hungern. Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass 3,2 Millionen Kindern akute Unterernährung droht. Eine Million Kinder könnten den Angaben zufolge den Winter nicht überleben. Unter der vorherigen Regierung Afghanistans hatte die Hilfe aus dem Ausland rund 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgemacht. Etwa 75 Prozent des Staatshaushalts wurden darüber finanziert. 

Die Höhe der eingefrorenen afghanischen Guthaben beläuft sich auf 8,3 Milliarden Euro. Rund 6 Milliarden davon liegen bei der US-Notenbank, der Rest bei der Weltbank.

Russland will die USA nun davon überzeugen, die afghanischen Guthaben freizugeben. Der russische Sonderbeauftragte für Afghanistan, Samir Kabulow, teilte am Mittwoch mit, man habe den Eindruck, dass der Westen die Gelder absichtliche blockiere, um die Taliban-Bewegung zu manipulieren: 

"Es handelt sich um das Geld Afghanistans als Land, nicht der Taliban-Bewegung. Die Gespräche (über die Freigabe der Gelder) sind im Gange. Wir versuchen (die westlichen Staaten davon zu überzeugen, sie freizugeben), und zumindest der Vertreter der US-Regierung behauptet, dass sie alles tun werden, damit diese Konten freigegeben werden."

Mehr zum Thema - Erste Fernsehansprache seit Machtübernahme: Taliban-Regierungschef bittet um Hilfe für Afghanistan

benji Karaffe Alladin Gold + 2_Becher Gold

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