Weiterer Bestechungsfall: Personalchef des russischen Verteidigungsministeriums festgenommen

Die Nachrichtenagentur TASS berichtet unter Berufung auf ungenannte Quellen in den Strafverfolgungsbehörden, dass Generalleutnant Juri Kusnezow, der Leiter der Hauptpersonalabteilung des russischen Verteidigungsministeriums, festgenommen worden sei. TASS zitiert einen Gesprächspartner mit den Worten:

"Der Fall wird von der Hauptdirektion für militärische Ermittlungen des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation behandelt. Der Ermittler hat sich bereits an das Gericht gewandt, um strafprozessuale Verhaftung für den General zu erwirken."

Wie es heißt, sei bereits eine Durchsuchung an Kusnezows Arbeitsplatz und in seinem Haus durchgeführt worden. Später berichtete das russische Ermittlungskomitee:

"Es wurden Geld in Rubel und Fremdwährung in Höhe von mehr als 100 Millionen Rubel, Goldmünzen, Sammleruhren und Luxusartikel beschlagnahmt."

Das russische Ermittlungskomitee bestätigte, dass ein Strafverfahren gegen Kusnezow eingeleitet worden sei. Ihm wird vorgeworfen, Bestechungsgelder in besonders großem Umfang angenommen zu haben. Grundlage für die Ermittlungen ist Teil 6 des Artikels 290 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation. Auf Antrag des Ermittlers wurde Juri Kusnezow in Untersuchungshaft genommen. 

Nach Angaben des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation wird er verdächtigt, als Leiter der 8. Generalstabsdirektion, die für den Schutz von Staatsgeheimnissen zuständig ist, Straftaten begangen zu haben. Den Ermittlungen zufolge soll Kusnezow in den Jahren 2021 bis 2023 Schmiergelder von Vertretern kommerzieller Strukturen erhalten haben, um "bestimmte Handlungen zu deren Gunsten durchzuführen". Es wird spekuliert, dass Kusnezow Geld für die Designationen erhalten haben soll.

Juri Kusnezow wurde am 7. März 1969 in der Stadt Rusajewka in der Republik Mordowien geboren. Er schloss 1990 die nach dem Armeegeneral S.M. Schtemenko benannte Höhere Militärschule in Krasnodar ab und studierte anschließend an der nach Peter dem Großen benannten Militärakademie für strategische Raketentruppen (1998) und an der Militärakademie des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation (2005). Im Mai 2023 wurde er per Präsidialdekret zum Leiter der Hauptpersonalabteilung des Verteidigungsministeriums ernannt.

Zuvor, am 23. April, war der ehemalige stellvertretende russische Verteidigungsminister Timur Iwanow unter dem Verdacht festgenommen worden, Bestechungsgelder in besonders großem Umfang angenommen zu haben. Am Tag darauf wurde er in Untersuchungshaft genommen. Die Verteidigung bestritt eine Schmiergeldübergabe und kündigte an, gegen die Inhaftierung Berufung einzulegen. Ein entsprechender Antrag wurde am 26. April eingereicht. Das Moskauer Stadtgericht erklärte die Verhaftung jedoch für rechtmäßig, die Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichts blieb unverändert und den Berufungen wurde nicht stattgegeben.

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