Wegen Kündigung von Kollegen: Beschäftigte bei "Gorillas" streiken in Berlin

Mitarbeiter des Lebensmittel-Lieferanten "Gorillas" haben sich am Donnerstag vor dem Unternehmenslager im Berliner Stadtteil Friedrichshain versammelt, um gegen die Kündigung eines Kollegen zu protestieren.

Er soll ohne Vorwarnung entlassen worden sein, weil er ein einziges Mal zu spät kam. Das Unternehmen dagegen spricht von grobem Fehlverhalten und einer Kündigung während seiner Probezeit.

In Friedrichshain blockierten die Streikenden gestern die beiden Haupteingänge, erlaubten den Arbeitern zwar, das Lager zu betreten, aber keine Waren von dort auszuliefern. Die Polizei war vor Ort, musste aber nicht einschreiten.

Erst vor wenigen Tagen hatten mehrere hundert Gorillas-Mitarbeiter auf einer Versammlung die Gründung eines Betriebsrats eingeleitet. Das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen hatte 2021 eine Marktbewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar erreicht.

Nachtrag: Auf RT DE-Nachfrage erklärte Tobias Hönig von "Gorillas": "Gorillas ist bewusst kein Teil der Gig-Economy. Alle Gorillas-Mitarbeiter, inklusive der Rider und Warehouse-Mitarbeiter sind vertraglich in Fest- oder Teilzeitanstellung, was ihnen geregelte Arbeitszeiten, Krankenversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Aufstiegsmöglichkeiten und ein sicheres Einkommen bietet.
 
Wir können bestätigen, dass einige Mitarbeiter:innen die Zugänge zu einem Warehouse in Berlin blockierten (Stand 10.06.2021, 14 Uhr). Anlass für die Blockade war die ausschließlich verhaltensbedingte Kündigung eines Mitarbeiters während seiner Probezeit. Gorillas kümmert sich aktiv um einen sachlichen Dialog mit der Mitarbeitergruppe und eine Deeskalation der Lage vor Ort.

Wie in allen Unternehmen gibt es auch bei Gorillas klare Richtlinien, wenn es um Fehlverhalten geht, welches zu einer Kündigung führen kann. An diese haben sich alle Mitarbeiter zu halten, vom Rider über die Warehouse Crew bis hin zu den Mitarbeitern im Headquarter. In dieser Woche wurde nach Fällen groben Fehlverhaltens die Entscheidung getroffen, den Vertrag eines Mitarbeiters innerhalb seiner Probezeit zu kündigen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns nicht zu vertraulichen Informationen bzgl. des Vertragsverhältnisses mit dem Mitarbeiter äußern und daher keine konkreten Angaben zu den Kündigungsgründen machen können."

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