Was Delfine und Wale mir mitgegeben haben

Foto: Regina Tamkus

Von Regina Tamkus. Ich möchte hier zwei Begegnungen mit diesen liebenden Wesen der Ozeane beschreiben, die mich dauerhaft in der Tiefe berühren. Ich hatte Glück, am Beginn der Corona Zeit eine Woche in Hawaii gewesen zu sein. Ich war voller Vorfreude und Hoffnung, mit lieb gewordenen Freunden, den Delfinen und Buckelwalen, sein zu können. Ich reiste ein, einen Tag bevor die Einreise für Europäer geschlossen wurde und bin zurückgeflogen, einen Tag bevor die Strände und Buchten in denen wir mit Delfinen schwimmen konnten, geschlossen wurden.

Es war eine Woche in meinem Leben, die ich nie vergessen werde. Es veränderte sich die Welt und es veränderte sich meine Welt.

Von Corona war auf der Insel nichts zu spüren, es gab keine Infektion. Das Leben an sich war leicht, getragen von einer Freude, einem entspannten dahinfliessenden Rhythmus. Es war umhüllt von den herrlichen Düften und Klängen der Hawaiianischen Natur und dem Rauschen des Pazifiks. Entspanntes Sein, das sich auf mich übertrug.Was mich erwartete, habe ich nie zu träumen gewagt.

Ich fuhr jeden Morgen in die Bucht in der die Delfine wohnen, schaute auf das Meer und wartete auf sie. Einheimische und Besucher taten es mir gleich. Ich war zum vierten Mal dort und wusste, dass die Delfine nur kommen, wenn sie mit den Menschen schwimmen wollen, und dass sie auch mal tagelang nicht da sind. Sie sind frei von unserem Wollen und unseren Manipulationen. Doch dieses mal war es anders. Sie sind jeden Tag mit uns geschwommen, lange und ausgiebig. Ich habe dort noch nie so viele Delfine auf einmal erlebt, konstant waren sie da. Mit ihnen zu schwimmen erfüllte mich mit Glück, Leichtigkeit und tiefer Freude. So ganz allmählich verstanden meine irritierten Zellen durch die Dauerhaftigkeit ihrer Präsenz, was tiefenentspanntes Sein heisst.

Am zweiten Tag geschah ein Wunder: ich hielt mein Gesicht unter Wasser und sah zwei Buckelwale, die einander still gegenüber standen. Unmittelbar ging ein Ruck durch meinen Körper und ich lag still auf dem Wasser, alle meine Gliedmaßen waren tief entspannt, weit von mir gestreckt und ich bewegte mich nicht mehr. Ich spürte mich jenseits von Zeit und Raum und dachte, so muss Ewigkeit sein. Eine tiefe Stille umfing mich, die gleichzeitig wach und pulsierend in mir war, weit und offen. Ich ließ mich mitnehmen von diesem stillen, sanften Sein mit den beiden Walen. Es hätte ewig für mich so weitergehen können. Aber plötzlich kam Bewegung in einen der Wale und wie aus dem Nichts kam ein dritter, ganz kleiner Buckelwal von unten hervor. Ich brauchte eine Weile um zu realisieren, dass ich gerade bei einer Geburt anwesend war, natürlich fliessend und ruhig: Mutter und Baby schwammen an die Oberfläche. Auch wenn ich es jetzt schreibe, habe ich noch keine Worte für diese Erfahrung, doch sie erfüllt mich mit Ehrfurcht und Demut vor dem Wunder der Geburt, und der stillen, sanften, intelligenten Kraft, die am Grunde unseres Seins liebend und friedvoll wirkt.

Foto: Regina Tamkus

Wenn ich mal Corona Nachrichten aus Deutschland las, fühlte ich mich infiziert durch die Art der Berichterstattung und hörte nach zehn Minuten damit auf, weil es mich verwirrte. Am vorletzten Tag, als ich schon lange die Nähe und Freudensprünge der Delfine geniessen durfte, und sie sich in einen weiter hinten liegenden Teil der Bucht zurück zogen, wollte ich gerade das Meer verlassen. Doch etwas zog mich zu ihnen hin und es schien so als ob sie näher kamen. Schneller als ich die Distanz fühlte war ich anstrengungslos dort angekommen und es war ruhig, geschmeidig und harmonisch miteinander. Kajaks und Schwimmer waren mit den Delfinen zusammen. Plötzlich rief eine Frau: “They bring us together“, und ich fing an zu weinen, weil ich spürte, dass es wahr ist. Sie riefen uns, die Menschen aus aller Welt, mit ihnen zu sein. Selbst als wir weit entfernt schienen, holten sie uns, die abseits waren, zu sich.

Diese Begegnungen berühren mich immer noch sehr. Was ich verstanden habe, ist für mich wesentlich für diese Zeit, die wir jetzt zu bewältigen haben. Obwohl es ein Gegensatz zu den Corona Maßnahmen scheint: kommt zusammen, bleibt zusammen, sorgt für Harmonie und Beruhigung, verlangsamt das Tempo, habt Freude aneinander und unterstützt Euch.

Der Flug zurück war leicht und unkompliziert, ich fühlte mich getragen und voll von Dankbarkeit.

Das liebende Sein

Als ich wieder in Deutschland ankam, war die Welt innerhalb von einer Woche komplett anders geworden. Die Flughäfen waren Geisterhallen, München hatte Ausgangssperre und in Berlin war Kontaktsperre. Ich kam zurück in eine Welt, in der ich fühlte, wie sich Delfine und Wale im Delfinarium fühlen mussten: eingesperrt, abhängig, bedroht, krank.

Doch ich kam auch zurück zu meiner Familie und meinen Freunden, was sehr beglückend war.

Ich habe mich gefragt, wie kommen diese beiden Erfahrungswelten zusammen? Ich habe diese Woche lange in mir bewegt und beginne erst, meine Erfahrung in Worte zu fassen. Verstanden habe habe ich, dass beide Welten keine Gegensätze sind. Sie existieren gleichzeitig und zusammen. Das Sein, dass uns die Delfine und Wale erfahrbar haben werden lassen, ist immer da, weit und offen und meint uns. Wir haben nur oft den Zugang verloren. Ich lebe in einer anderen Welt und bin in einem anderen Selbstgefühl, wenn ich spüren kann, was mich unter der bewegten stürmischen Oberfläche dieser verwirrenden Zeiten gleichzeitig trägt: Das liebende Sein!

Ich versuche, so gut ich kann, dem in mir zu folgen, was ich in meiner Seele von den Delfinen und Walen geschenkt bekommen und erfahren habe:

  • Wenn ich mein Gesicht unter Wasser tauche und atme, ist Ruhe, auch wenn an der Oberfläche die Wellen des Lebens tosen und mich verwirren
  • in der Tiefe ist absolute Präsenz, Stille, bin ich jenseits von Zeit und Raum
  • diese Präsenz ist Frieden
  • aus der stillen friedlichen Präsenz wird Neues geboren
  • Geburt ist natürlich, fließend und leicht
  • am Grunde trägt und umarmt uns ein Ozean aus Liebe
  • Sanft und zart Sein ist eine Macht mit eigener Intelligenz
  • Berührung ist wesentlich
  • aus der Tiefe des Seins kommt alles was wir brauchen: Zugehörigsein, Liebe, Spiel, Berührung, Fürsorge, Nahrung, Neue Impulse, Freude und das Wissen wohin ich gehöre und wer ich bin

Ich bin Psychologische Psychotherapeutin und biete vom 1.-3. Oktober 2021 ein Familienaufstellungsseminar in meiner Praxis in Berlin an: „Aufstellungen in Präsenz der Liebe der Delfine und Wale“.
Private Praxis 12587 Berlin
030/ 64094526,
regina.tamkus@erosundpsyche.net

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