Warum Frauen in Tansania Frauen heiraten – In Tanzania, why STRAIGHT Women are Marrying Each Other

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zur englischen Version Tansania gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt. Mit rund 950.000 km² ist das Land fast dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur halb so viele Einwohner. Der Bildungszugang ist auf Grund der Kosten sehr kompliziert. Für Mädchen ist die Schule sogar zu einer Gefahr geworden. In Tansanias Sekundarschulen kommt es erschreckend häufig vor, dass junge Mädchen von ihren Lehrern zu sexuellen Beziehungen überredet oder gezwungen werden. Und während die Täter straffrei bleiben, wurde zum Beispiel trotz Protesten von Frauenorganisationen und Menschenrechtsgruppen die Verhaftung von 55 Mädchen der Sekundarschule angeordnet, die in den letzten zwei Jahren durch Lehrer schwanger geworden waren. Um ein Zeichen zu setzen, hat die dortige Regierung sogar die Eltern der 55 Mädchen mit weggesperrt. Tansanische Schulen erlauben im Allgemeinen nicht, dass schwangere Mädchen in der Schule bleiben, und die Regierungspolitik fördert diese Diskriminierung. Hinzu kommt, dass Mädchen früh verheiratet werden, um den Eltern etwas Wohlstand zu bringen, wie zum Beispiel Juma. Sie war erst 13, als sie von ihrem eigenen Vater gezwungen wurde, einen 50-jährigen Mann zu heiraten, der eine zweite Frau haben wollte. Er gab Jumas Vater acht Kühe für sie und behandelte sie „wie eine Sklavin“. 78 Prozent der Frauen werden in Tansania von ihren Männern sexuell, körperlich oder psychisch missbraucht. In Tansania nutzen Frauen alte Stammesgesetze, um sich selbst und einander zu schützen. Es ist ein Fluchtweg in eine uralte Tradition und als „Nyumba ntobu“ bekannt.

Warum Hetero-Frauen einander in Tansania heiraten

Wir berichten immer wieder über die Gewalt an Mädchen und Frauen aus Indien. Die Nachrichten aus Indien häufen sich, dass Frauen nach der Vergewaltigung bei lebendigem Leib angezündet werden. Indien ist mittlerweile das gefährlichste Land der Welt für Frauen. 

Doch auch in Afrika nimmt die Epidemie der Gewalt gegen Frauen zu. In Südafrika zum Beispiel werden Tag für Tag Frauen und Mädchen Opfer von Gewalt. Alle 6 Stunden wird eine Frau von ihrem Lebensgefährten umgebracht. Jede zweite Frau in Südafrika wird vergewaltigt, alle 30 Sekunden eine. Seit dem Mord an der 19-jährigen Studentin der Universität von Kapstadt, Uyinene Mrwetyana, gehen die Frauen und Mädchen in Südafrika auf die Straße. Sie war in einem Postamt in einem gehobenen Vorort von Kapstadt vergewaltigt und zu Tode geprügelt worden. Siehe: Europa erpresst Afrika mit einem rücksichtslosen Freihandelsabkommen – und afrikanische Frauen werden mit Tränengas beschossen!

Und auch in Tansania sind die Mädchen nicht nur in den Schulen sexueller Gewalt ausgesetzt, auch auf ihren langen Schulwegen kommt es immer wieder zu Missbrauch oder sexuellen Belästigungen durch Erwachsene, die die Mädchen mit Versprechungen oder Geschenken locken. Etwa 1 von 10 Mädchen in Tansania ist von einem Lehrer sexueller Gewalt ausgesetzt war. 

Armut, Gewalt und kulturelle Traditionen unterdrücken Millionen von Mädchen auf der ganzen Welt, aber ein Teil davon findet Hoffnung durch Bildung. Doch was, wenn gerade diese Mädchen, die in der Schule missbraucht wurden, sogar noch dafür bestraft werden? Ist in Tansania ein Mädchen schwanger, darf es nicht mehr die Schule besuchen. Viele Mädchen sterben noch während der Schwangerschaft.

In der Region Mara in Nord-Tansania entdeckt Abigail Haworth eine verbreitete Stammestradition, die sich einer modernen Wiederbelebung erfreut

In Tansania nutzen Frauen alte Stammesgesetze, um sich selbst und einander zu schützen. Es ist ein Fluchtweg in eine uralte Tradition und als „Nyumba ntobu“ bekannt.  Abigail Haworth hat Mugosi Maningo und Anastasia Juma in Tansania besucht. Diese zwei Frauen, die dem Kurya-Stamm angehören, leben in Tansania in einer gleichgeschlechtlichen Ehe.

In Tansania sind 70 % der Bevölkerung zum Überleben vollständig vom Land abhängig. Traditionell können Frauen jedoch kein Land besitzen oder erben. Um diese Regel zu brechen, benutzen die Frauen des Kurienvolkes im Norden des Landes einen Brauch, der Nyumba ntobu („Frauenhaus“) genannt wird. So können sie ihr Eigentum behalten und unabhängig von Männern leben, in einem Land, in dem 78 Prozent der Frauen von ihren Männern sexuell, körperlich oder psychisch missbraucht werden.

Wir haben für Sie einen Beitrag über eine Jahrhunderte alte Tradition übersetzt:

Das kleine Gehöft von Mugosi Maningo und Anastasia Juma liegt mitten in einer Ansammlung von Weilern, die zusammen das versteckt gelegene Dorf Nyamongo im äußersten Norden Tansanias bilden. Es gibt keine Straße zu ihren rundgedeckten Häusern in dem Buschland, nur einen sich windenden Feldweg, den das Vieh auf seinem Weg zum Weideland getrampelt hat. Es ist Anfang Mai—die Regenzeit in diesem Teil Ostafrikas—und es donnert laut. Die beiden Frauen sammeln rasch die Ernte ein, bevor der unvermeidliche Regenguss losbricht. „Meine Frau und ich machen alles gemeinsam“, sagt Juma, eine 27-jährige zierliche Frau in pinkfarbenem T-Shirt  und kurzen Zöpfen. „Wir sind wie ein normales Ehepaar.“

Beinahe, aber nicht genauso. Sie gehören zum Stamm der Kurya, einer Viehzucht treibenden Gemeinschaft von ungefähr 700 000 Mitgliedern, die über das ganze nördliche Tansania verbreitet ist. Juma und ihre Frau Mugosi, 49 Jahre alt, sind nach einer örtlichen Tradition namens „nyumba ntobhu“ („Haus der Frauen“) miteinander verheiratet. Diese Reglung erlaubt es Frauen, einander zu heiraten, um ihre Existenz in Abwesenheit der Ehemänner zu schützen. Laut Informationen der Stammesältesten machen in dem ganzen Stamm der Kurya—einem von mehr als 120 in dem 55-Millionen-Land—weibliche Ehepaare 10 bis 15 Prozent aller Hausgemeinschaften aus. Neben dem einfachen Zusammenleben kochen, arbeiten und erziehen sie die Kinder zusammen. Sie teilen sogar das Bett, haben aber keinen Sex miteinander.

Dinna Maningo (nicht verwandt mit Mugosi), eine Reporterin des Kurya-Stammes für die führende tansanische Zeitung Mwananchi, sagt, dass „nyumba ntobhu“ als alternative Familienstruktur schon seit vielen Jahren existiert. „Niemand weiß, wann es anfing“, sagt sie, „aber ihr Hauptzweck ist es zu gewährleisten, dass Witwen ihr Eigentum behalten können.“ Nach dem Stammesrecht der Kurya können nur Männer Eigentum erwerben. Wenn eine Frau, die keine Söhne hat, Witwe wird oder ihr Mann sie verlässt, darf sie eine jüngere Frau heiraten, die einen männlichen Liebhaber haben darf, und für sie Nachkommen gebären. Dieser Brauch ist natürlich sehr verschieden von den westlichen gleichgeschlechtlichen Ehen“, fügt Dinna hinzu, weil Homosexualität streng verboten ist. „Die meisten Kurya wissen nicht einmal, dass es in anderen Teilen der Welt gleichgeschlechtlichen Sex gibt.“

Überholte Ansichten beiseite lassend, sagt die 29-jährige Dinna, dass „nyumba ntobhu“ eine Art Renaissance erlebt. In der polygamen, patriarchalen Kultur der Kurya, in der Männer Kühe als Zahlungsmittel beim Kauf ihrer vielen Frauen verwenden, entscheiden sich mehr und mehr jüngere Kurya-Frauen dazu, statt eines Mannes eine andere Frau zu heiraten. „Sie erkennen, dass diese Konstellation ihnen mehr Einfluss und Freiheit gibt“, sagt sie. „Sie kombiniert alle Vorteile eines sicheren Zuhauses mit der Möglichkeit, ihre männlichen Sexualpartner selbst auszuwählen.“ Ehen von Frauen reduzieren auch das Risiko häuslichen Missbrauchs, Kinderheirat und weiblicher Genitalverstümmelung. „Traurigerweise grassieren diese Probleme in unserer Gesellschaft“, fügt Dinna hinzu. „Jüngere Frauen haben heute ein anderes Bewusstsein und sie tolerieren eine solche Behandlung nicht mehr.“

Juma und Mugosi leben glücklich zusammen bis jetzt. Sie heirateten im Juni 2015 nach einem durch Nachbarn arrangierten Treffen. Zu der Zeit war Juma alleinerziehende Mutter von drei kleinen Söhnen.

Die ortsansässige Journalistin Dinna Maningo hat ausführlich über nichttraditionelle Ehen geschrieben.

Als Juma erst 13 war, zwang ihr Vater sie, einen 50-jährigen Mann zu heiraten, der eine zweite Frau haben wollte. Er gab Jumas Vater acht Kühe für sie und behandelte sie „wie eine Sklavin“. Sie bekam im späten Teenager-Alter einen Jungen und lief mit dem Kind kurz darauf weg. Dann hatte sie nacheinander zwei weitere Söhne von zwei aufeinanderfolgenden Freunden, die jedoch beide nicht bei ihr blieben. „Danach traute ich keinem Mann mehr“, sagt sie, während sie vor der Hütte sitzt, die sie sich mit ihrer Frau teilt. „Ich wollte keinen Ehemann mehr. Eine Frau zu heiraten schien die beste Lösung zu sein.“ Ihre Frau Mugosi, die den ganzen Vormittag in einem alten grauen Kleid und Gummistiefeln auf dem Feld arbeitet, war die perfekte Partie für sie. Sie war zehn Jahre zuvor von ihrem Mann verlassen worden, weil sie keine Kinder bekommen konnte. Er zog nach Mwanza, der Hauptstadt der Region, und ließ sie in ihrem gemeinsamen Gehöft in Nyamongo in Nord-Tansanias Distrikt Tarime zurück, die ähnlich wie Iowa durch Landwirtschaft und Goldabbau geprägt ist. Sie wurden nie formell geschieden. Als er vor 18 Monaten starb, drohte sie das gemeinsame Eigentum von sechs Hütten und etwas Land an seine Verwandten zu verlieren. „Zum Glück fand ich Anastasia und ihre Jungs, denn jetzt habe ich eine Familie mit bereits existierenden Erben“, sagt Mugosi. „Ich liebe sie sehr.“ Das Paar hatte keine Hochzeitszeremonie, aber Mugosi bezahlte Jumas ursprünglichen „Brautpreis“ von acht Kühen an die Familie ihres ersten Ehemanns. Dieser Preis befreite Juma aus ihren Bindungen an ihn und festigte ihre Ehe mit Mugosi. Fast alle Hochzeiten in Kurya, egal ob mit einem Mann oder einer Frau, beinhalten die Zahlung eines Brautpreises bzw. einer Mitgift an die Familie der jüngeren Frau. Die Mitgift schwankt zwischen 10 und 20 Kühen (Eine Kuh ist ungefähr 500 000 tansanische Schilling oder ungefähr 230 $ wert) und Mädchen im Teenageralter werden üblicherweise an den männlichen Höchstbietenden verheiratet.

Die beiden Frauen leben von ihrem Land. Sie bauen Mais, Hirse, Weizen und Gemüse an und halten Kühe, Ziegen und Hühner. Sie sorgen gemeinsam für Jumas Söhne—Muita, 11 Jahre alt; Dominico, 7 Jahre alt und Daudi, 4 Jahre alt—und beschäftigen Männer der Gegend für Gelegenheitsarbeiten. „Wir teilen alles gerecht unter uns auf“, sagt Mugosi. „Wir beide haben ein friedliches Temperament und bis jetzt hatten wir noch keinen Streit.“ Sie selbst ist nicht mehr an romantischen Beziehungen zu Männern interessiert, freut sich aber für Juma, dass sie ein selbstbestimmtes Liebesleben hat. „Anastasia ist noch jung, darum ist es natürlich, dass sie nachts einen Mann an ihrer Seite haben möchte“, sagt Mugosi. „ich mische mich nicht in ihre Beziehungen ein. Das ist ihre Sache.“

Es gibt nicht wenige Männer, die scharf darauf sind, mit Frauen zu schlafen, die in einer Frauen-Ehe leben, deshalb kann Juma wählerisch sein. „Sie glauben, dass es ein leichter Sex ist“, sagt Juma. „Aber ich wähle sorgfältig, weil ich einen freundlichen und verlässlichen Mann haben möchte.“ Sie hofft, einen Liebhaber zu finden, der gerne der biologische Vater weiterer Kinder sein möchte. „Mugosi und ich hätten gern noch wenigstens drei weitere Kinder, um unsere Familie zu vergrößern“, sagt sie. „In unserer Kultur bedeuten Kinder Reichtum.“ Ehen nach Art von nyumba ntobhu werden vom tansanischen Recht nicht anerkannt, nur im Stammesgesetz, darum muss jeder Kindsvater darin einwilligen, die Tradition zu ehren und auf alle Vaterschaftsrechte verzichten. „Er muss unsere Hausgemeinschaft respektieren und darf nicht eifersüchtig werden“, sagt Juma.

Dinna sagt, Streitereien um Vaterschaftsrechte seien selten (Die meisten Männer wollen gegenüber den respekteinflößenden Stammesältesten nicht ungehorsam sein, die die gleichgeschlechtlichen Verbindungen unterstützen), aber sie kommen vor und können den Frauen-Ehen Probleme bereiten. Dinna hat über eine Reihe von Fällen berichtet, bei denen biologische Väter das Sorgerecht für die Kinder bei tansanischen Gerichten einklagten und bei denen die Richter angesichts des mangelnden formellen Status der Ehen in der Zwickmühle waren. „In einem Fall begünstigte das Urteil die Frauen, in einem anderen Fall gewann der Mann“, sagt sie. „Das Gesetz muss dringend reformiert werden.“

Der Stammesführer ist Elias Maganya, 65 Jahre alt. Er lebt in einem Dorf bei der Hauptstadt von Tarime. Maganya ist Vorsitzender des Stammesrats von Kurya, der Institution, die den Stamm im Distrikt Tarime regiert. Er ist ein Mann, dem man nicht in die Quere kommen sollte. Hochgewachsen und beeindruckend in Khakihosen und Filzhut hält er eine Rede im Schatten eines ausladenden Affenbrotbaums, während Dorfbewohner zu seinen Füßen sitzen. Stammesführer billigen Ehen von Frauen, erklärt er, weil sie mehrere Funktionen innerhalb des Stammes erfüllen. „Sie lösen das Problem der Witwen. Durch sie kann eine Witwe ihr Eigentum behalten und sie fällt dem Stamm nicht zur Last, wenn sie alt wird“, sagt er. „Kein Mann möchte eine Frau heiraten, die keine Kinder mehr bekommen kann.“

Es gibt auch mitunter komplexe Probleme mit den Sippen. Der Stamm der Kurya besteht aus 12 Haupt-Sippen, von denen jede in Unter-Sippen unterteilt ist. „Wenn eine Frau zur Witwe wird, wollen die restlichen Mitglieder der Sippe ihres Ehemanns, dass sein Eigentum innerhalb ihrer Sippe bleibt“, sagt Maganya. „Sie sehen es lieber, dass sie eine Frau heiratet als einen männlichen Außenseiter.“ Wäre es nicht einfacher, das Gesetz zu ändern und den Frauen von Kurya das direkte Erben zu erlauben? „Nein. Das wird niemals passieren“, sagt er. „Nach unserer Tradition ist es der Mann, der Eigentum und Land erbt, darum würde der Rat dem niemals zustimmen.“

Er hat zweifellos Recht, da Frauen in dieser Angelegenheit keine Stimme haben. Alle 200 Mitglieder des Stammesrats der Kurya in Tarime sind männlich. Diese Diskriminierung wird durch die landesweite Ungleichheit der Geschlechter verstärkt—laut verschiedenen Quellen sind weniger als 20 Prozent der tansanischen Frauen namentliche Eigentümerinnen von Land.

Der Stamm der Kurya scheint der einzige zu sein, der Frauenehen praktiziert, um das besagte Problem anzugehen, noch dazu ist diese Lösung nicht davor gefeit zu scheitern. Vor dreißig Jahren, als die Witwe Veronica Nyagochera 51 Jahre alt war, heiratete sie Mugosi Isombe, die 20 Jahre zu der Zeit alt war. Nyagochera hatte fünf eigene Töchter, aber keine Söhne, darum hoffte sie, dass aus ihrer Ehe mit Isombe Erben hervorgehen würden. Aber während der Ehe der Frauen in einem Flecken nahe Tarime gebar Isombe nur Mädchen. „Wir hatten vier Töchter. Sie machten uns viel Freude, aber wir hatten immer noch ein Problem“, sagt Isombe, eine klassisch schöne Frau mit einer schwarz-weiß-karierten Kopfbedeckung. Sie ist jetzt 50 Jahre alt. „Wenn meine Frau stürbe, würden wir alles verlieren—unsere Häuser, unser Land, unser Vieh würde alles einem entfernten männlichen Verwandten gegeben werden.“

Isombe entschied sich, selbst nach einer jüngeren Frau zu suchen. Einige Männer boten ihre Töchter im Teenager-Alter an und forderten Kühe als Mitgift. Aber Isombe lehnte ab. „Manchen Menschen ist es egal, wen ihre Töchter heiraten, solange sie nur bezahlt werden“, sagt sie. „Ich bin sehr gegen Zwangs- oder Kinderehe. Ich könnte nur eine Frau akzeptieren, die selbst frei dieser Heirat zustimmt.“

Vor drei Jahren traf Isombe Paulina Mukosa, die gerade 18 geworden war. Mukosas Vater hatte „viele Male“ versucht, sie an verschiedene Männer zu verheiraten, aber sie hatte widerstanden und oft solche Szenen gemacht, dass männliche Bewerber die Flucht ergriffen. Ihr Vater schlug sie wegen ihres Ungehorsams, aber das bestärkte sie nur. „Mein ganzes Leben lang bekam ich gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen meinen Eltern mit, die damit endeten, dass meine Mutter verletzt wurde.“, sagt Mukosa, eine Frau mit kurz geschnittenen Haaren und in einem türkisfarbenen Überwurf neben lärmenden Ziegen und kleinen Kindern vor ihrer Hütte. „Ich hatte andere Frauen und Kinder in meinem Dorf gesehen, die von ihren Ehemännern und Vätern geschlagen worden waren. Ich wollte nicht so leben.“

Nach der Begegnung mit Isombe stimmte Mukosa sofort der Ehe zu. Sie ist jetzt 21. „Ich mochte es, dass die Ehe mit einer Frau mir mehr Kontrolle über meinen eigenen Körper und meine Angelegenheiten geben konnte“, sagt sie. Als die Hochzeit anstand, war ihr Vater so versessen darauf, sie gehen zu sehen, dass er „nur sieben Kühe“ von Isombe forderte.

2013 zog Mukosa bei Isombe und Nyagochera ein, die inzwischen 81 ist. Die beiden älteren Frauen gaben ihr eine eigene Hütte in ihrem Flecken von acht traditionellen Hütten. Sie fand schnell einen Freund, einen unverheirateten ortsansässigen Mann in seinen Zwanzigern und bekam einen Sohn nur ein Jahr später. Gegenwärtig ist sie mit ihrem zweiten Kind im achten Monat schwanger, das sie vom selben Freund erwartet. Ihre beiden Frauen waren überglücklich, dass sie so schnell einen männlichen Erben geboren hatte. „Sie schlachteten eine Ziege, um das zu feiern“, sagt Mukosa.

Isombe, Veronica Nyagochera, and Mukosa pose for a family portrait outside their home Charlie Shoemaker

Dennoch erscheint Mukosas Vorstellung, mehr Kontrolle über ihren Körper zu haben, merkwürdig angesichts ihrer vorrangigen Motivation für die Ehe, den Frauen einen Sohn zu gebären. Fühlte sie sich nicht benutzt? „Nein, keineswegs“, betont sie. „Ich verstand, dass ich Kinder bekommen musste, aber ich wollte ohnehin Kinder, also war es auch meine Entscheidung. Du hast keine Wahl, wenn du einen Mann heiratest—nicht nur gibst du ihm Kinder, sondern du musst auch Sex mit ihm haben, wann immer er will, oder er schlägt dich, weil du eine schlechte Ehefrau bist.“ Mukosa sagt, dass sie es genießt, ihren Freund zwei oder drei Mal pro Woche zu sehen, aber sie ist auch froh, dass er in ihrem Leben zu Hause nur eine untergeordnete Rolle spielt. „Bis jetzt hat er mich wunderbar behandelt“, sagt sie. Aber ich kann unsere Beziehung leicht beenden, wenn sich das ändert.“

Häusliche Gewalt ist die am häufigsten in Tansania vorkommende Gewalt. Eine Umfrage durch das Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt im Jahr 2013 ergab, dass 45 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 sexuelle oder andere physische Gewalt zu Hause erlebt hatten. In der Region Mara, wo Mukosa und ihre beiden Frauen leben, ergab die Umfrage einen Anteil häuslicher Gewalt sogar von 72 Prozent—die höchste Rate im ganzen Land—ein Prozentsatz, der in einem Kommentar der nationalen Zeitung „The Citizen“ als „beschämender Horror“ beklagt wird. Unter den Gründen für dieses besondere regionale Problem waren Armut, mangelnde Erziehung, Alkoholismus und fest verwurzelte Diskriminierung von Frauen. Die Regierung hat Aufklärungsprogramme angeschoben und spezielle Anlaufstellen für Frauen bei Polizeistationen eingerichtet, aber bisher gibt es keine umfassenden Gesetze, die besonders häusliche Gewalt oder eheliche Vergewaltigung unter Strafe stellen.

Isombe sagt, Frauen-Hausgemeinschaften seien der beste verfügbare Schutz gegen das Risiko männlicher Gewalt. „Niemand kann uns etwas antun“, sagt sie. „Wenn Männer versuchten, uns zu bestehlen oder zu verletzen, würden sie von den Stammesältesten bestraft werden, weil sie kein Recht auf unsere Hausgemeinschaft haben. Alle Macht gehört hier uns.“ Laut Maganya, dem Vorsitzenden des Stammesrats, ist Aggression gegen Frauen in Ehegemeinschaften den Männern verboten, weil, wie er sagt, sie „nicht ihre eigenen Frauen“ sind (was natürlich unabsichtlich offenbart, dass es keine Stammesgesetze gegen solchen Missbrauch in regulären Ehen gibt). Täter müssen eine Strafe in Form von Vieh an die Frauen bezahlen und allen Schaden an ihrem Eigentum reparieren. Wenigstens wirkt diese Abschreckung bei Isombe: Sie hatte in den dreißig Jahren ihrer „nyumba-ntobhu-Zeit“ sehr wenig Probleme mit Männern.

Durch diese Eigenständigkeit konnte sie auch ihre vier Töchter vor einer frühen Ehe bewahren. Die zwei ältesten Töchter der Familie heirateten nicht vor dem 18. Lebensjahr. „Sie sollten zuerst die Schule beenden“, sagt Isombe. Ihre jüngeren Töchter leben mit 14 und 17 Jahren noch zu Hause. „Sie lernen eifrig“, sagt Isombe. „Eine möchte mal Lehrerin werden und die andere Krankenschwester. Ihre Ausbildung ist das Wichtigste für uns.“

Trotz ihrer ungewöhnlichen Bedingungen versuchen die drei Frauen, mit ihren Kindern ein normales Familienleben zu leben. „Wir sind sehr gute Freunde“, sagt Isombe. „Wir teilen all unsere Freude und unsere Tränen miteinander und wir sind niemals einsam, weil wir einander haben.“

Nicht nur steigern Isombe und Mukosa ihre Ernten und vergrößern ihren Viehbestand, sie sammeln auch Schlamm aus nahegelegenen Sumpfgebieten, um Ziegel daraus zu machen, die sie auf dem Markt verkaufen, und beide kümmern sich um die betagte Nyagochera. „Wir haben nicht viel Geld, aber wir haben genug, um zu überleben, darum haben wir Glück“, sagt Isombe. Die Kurya in ihrem Dorf feiern selten Geburtstage, aber die Frauen laden einander bei anderen Gelegenheiten ein, darunter auch an Festtagen. „Wir schenken uns gegenseitig neue Kleider, weil wir uns gerne schön anziehen“, sagt Mukosa. „Wenn wir kein Geld für Geschenke haben, gehen wir in den Busch und sammeln Gemüse, um ein besonderes Gericht zuzubereiten.“

Es ist sicher wenig erstaunlich, dass die Tatsache, dass junge Frauen wie Mukosa Frauen-Ehen bevorzugen, ortsansässige Männer beunruhigt. Magige Mhonia, 32, ein Mann, der außerhalb von Tarime lebt und mit einer Frau in einer nyumba ntobhu zusammen ist, die zwei Meilen entfernt wohnt, erzählt, dass viele seiner männlichen Freunde versuchen, ihm diese Beziehung auszureden. „Sie sagen, es sei eine schlechte Idee, Sex mit Frauen aus solchen Ehen zu haben, weil sie mit vielen Männern schlafen dürfen und sie deswegen vielleicht HIV haben. Aber in Wirklichkeit sind sie nur eifersüchtig und verwirrt“, sagt er und lacht dabei laut.

Ursprünglich begann er die Beziehung zu seiner Freundin, weil ein Mitglied seiner Sippe ihn bat, Vater ihrer Kinder zu werden, der Sippe zur Ehre. Bald entdeckte er, dass er die 25-jährige Frau mochte, darum war es kein Opfer. „Wir kamen sehr gut zurecht und versuchen nun, unser erstes Kind auf den Weg zu bringen“, sagt Mhonia. „Ich begreife, dass die Kinder nicht meinen Namen haben werden, aber das macht mir nichts aus, denn bald werde ich mir selbst eine Ehefrau nehmen und meine eigene Familie haben.“ Männer sind nicht zur Verantwortung gegenüber ihren biologischen Kindern verpflichtet, aber einige bleiben in Verbindung und besuchen die sie regelmäßig. „Ich hoffe, dass ich wie ein Onkel sein kann“, sagt Mhonia.

Dennoch geht es nicht in allen nyumba-ntobhu-Verbindungen harmonisch zu. Dinna, die Journalistin vom Stamm der Kurya, erinnert sich an Fälle, in denen die jüngere der Ehefrauen sich in einen Jungen verliebt und zusammen mit ihm ihre Ehefrau verlassen hat. „In einem Fall vor zwei Jahren stahl die jüngere Frau die ganze Ernte ihrer Frau und die Kinder und ließ sie mit nichts zurück“, sagt Dinna. Schlechte Behandlung kann natürlich auch umgekehrt erfolgen. In Nyamongo nimmt mich Dinna mit, um die 17-jährige Eliza Polycap zu treffen, die in einer Frauen-Ehe missbraucht worden war. Polycaps ältere Ehefrau zahlte eine Mitgift von sechs Kühen für sie, als sie erst 12 war, und ließ Männer kommen, um Sex mit ihr zu haben, sobald sie die Pubertät erreicht hatte. „Ich war ihr völlig egal. Sie wollte nur Kinder haben und sie behandelte mich nicht wie einen Menschen“, sagt Polycap, die mit ihrem dreijährigen Sohn floh und nun versucht, ihre Mitgift zurückzuzahlen, damit sie geschieden werden kann. Dinna sagt, dass solche krassen Ausbeutungen durch ältere Frauen selten sind, aber sie bleiben eine Möglichkeit.

„Wir dürfen nicht blind glauben, dass nyumba-ntobhu-Ehen sicher sind“, sagt sie. „Manchmal spiegeln sie einfach den allgemeinen Habitus des Missbrauchs an Frauen in unserer Gesellschaft wider.“ Zum Glück ist in der Hausgemeinschaft von Juma und Mugosi in Nyamongo alles zum Besten. Die beiden Frauen werden bald ihren ersten Hochzeitstag haben. Sie wissen nicht, ob sie ihn feiern werden—sie sind sehr beschäftigt durch ihr Land, ihr Vieh und ihre drei ungestümen Jungen. „Anastasia mag Ziegenfleisch, deswegen könnte es sein, dass ich etwas für sie zum Jahrestag koche“, sagt Mugosi. Juma ist begeistert über ihre gemeinsame Zukunft. „Das Zusammenleben geht besser, als ich es mir vorstellen konnte“, sagt sie. „Ich war zuerst nicht sicher, weil es eine neue Erfahrung war—heute würde ich keine andere Entscheidung treffen.“

Anmerkung der Redaktion :

Eine lokale Fernsehdokumentation aus dem Jahr 2006 aus Tansania zeigt Frauen, die die alte Tradition „Nyumba ntobu“ ausüben. Sie erklären, dass es in der Ära von Misshandlungen in der Ehe mit Männern das kleinere Übel ist, eine Ehe mit einer Frau einzugehen. Im Jahr 2006 gab es in Tansania neue Gesetze, nachdem ein 12-jähriges Mädchen sich geweigert hatte, einen älteren Mann zu heiraten. Sie wurde daraufhin mit Stockschlägen bestraft und starb. Daraufhin gab es Proteste aus der Bevölkerung. Die Ehe unter Frauen war davon nicht betroffen und wird, wie Sie dem obigen Bericht entnehmen, bis heute als alte Tradition gepflegt.

„Ich wuchs mit einem Vater auf, der meine Mutter misshandelte, und ich schwor, dass ich das niemals zulassen werden, was mit meiner Mutter geschah,“ sagte eines der Mädchen in der folgenden Dokumentation. Für sie und viele andere bedeutet  „Nyumba ntobu“ die wahre Freiheit.

Why Straight Women Are Marrying Each Other

In the Mara region of northern Tanzania, Abigail Haworth discovers an empowering tribal tradition undergoing a modern revival.

by ABIGAIL HAWORTH and PHOTOGRAPHS BY CHARLIE SHOEMAKER

Mugosi Maningo and Anastasia Juma’s homestead lies among a cluster of hamlets that make up the remote village of Nyamongo in far northern Tanzania. There’s no road to their circular thatched houses in the bushland, only a snaking dirt track carved out by cattle on their way to graze. It’s early May—the rainy season in this part of East Africa—and the sky is growling loudly. The two women rush to gather crops before the inevitable downpour hits. „My wife and I do everything together,“ says Juma, 27, a petite woman wearing a fuchsia T-shirt and short braids in her hair. „We’re just like any married couple.“

Almost, but not exactly. As members of the Kurya tribe, a cattle-herding community with a population of roughly 700,000 spread across northern Tanzania, Juma and her wife, Mugosi, 49, are married under a local tradition called nyumba ntobhu („house of women“). The practice allows women to marry each other to preserve their livelihoods in the absence of husbands. Among the tribe—one of more than 120 in the country of 55 million people—female couples make up 10 to 15 percent of households, according to Kurya elders. The unions involve women living, cooking, working, and raising children together, even sharing a bed, but they don’t have sex.

According to Dinna Maningo (no direct relation to Mugosi), a Kurya reporter with leading Tanzanian newspaper Mwananchi, nyumba ntobhu is an alternative family structure that has existed for many years. „Nobody knows when it started,“ she says, „but its main purpose is to enable widows to keep their property.“ By Kurya tribal law, only men can inherit property, but under nyumba ntobhu, if a woman without sons is widowed or her husband leaves her, she is allowed to marry a younger woman who can take a male lover and give birth to heirs on her behalf. The custom is very different from same-sex marriages in the West, Dinna adds, because homosexuality is strictly forbidden. „Most Kurya people don’t even know gay sex exists in other parts of the world,“ she says. „Especially between women.“

Outdated attitudes aside, Dinna, 29, says nyumba ntobhu is undergoing something of a modern revival. In the Kurya’s polygamous, patriarchal culture, where men use cows as currency to buy multiple wives, rising numbers of younger Kurya women are choosing to marry another woman instead. „They realize the arrangement gives them more power and freedom,“ she says. „It combines all the benefits of a stable home with the ability to choose their own male sexual partners.“ Marriages between women also help to reduce the risk of domestic abuse, child marriage, and female genital mutilation. „Sadly, these problems are rife in our society,“ Dinna adds. „Younger women are more aware these days, and they refuse to tolerate such treatment.“

The arrangement is working out happily for Juma and Mugosi so far. The couple married in June 2015 after meeting through neighbors. At the time, Juma was struggling to raise three small sons by herself.

Local journalist Dinna Maningo has written extensively about the nontraditional marriages

BY CHARLIE SHOEMAKER

BY CHARLIE SHOEMAKER

When Juma was just 13, her father forced her to marry a 50-year-old man who wanted a second wife. He gave Juma’s father eight cows in exchange for her and treated her „like a slave.“ She gave birth to a baby boy in her late teens and ran away with the child shortly afterward. She then had two more sons with two subsequent boyfriends, both of whom failed to stick around. „I didn’t trust men after that,“ she says, sitting outside the thatched hut the couple now shares. „I certainly didn’t want another husband. Marrying a woman seemed the best solution.“

Her wife, Mugosi, who has spent the morning toiling in the fields in an old gray dress and rubber boots, says Juma was the perfect match for her. Her husband left her 10 years ago because she couldn’t have children. He moved to the regional capital city of Mwanza, leaving her at their homestead in Nyamongo in northern Tanzania’s Tarime District, a farming and gold-mining region roughly the size of Iowa. They never formally divorced. When he died 18 months ago, ownership of the property, comprising six thatched huts and some land, was in danger of reverting to his relatives. „I was lucky to find Anastasia and her boys, because I now have a family with ready-made heirs,“ says Mugosi. „I love them very much.“

The couple did not have a wedding ceremony, but Mugosi paid Juma’s original „bride price“ of eight cows to the family of her first husband. The payment released Juma from her ties to him and cemented her marriage to Mugosi. Almost all Kurya marriages, whether to a man or a woman, involve the payment of bride price, or dowry, to the younger woman’s family. Dowries average between 10 and 20 cows (one cow is worth around 500,000 Tanzanian shillings, or about $230), and teen girls are typically married off to the highest male bidder.

The two women live off their land, growing maize, millet, wheat, and vegetables, and keeping cows, goats, and chickens. They share the care of Juma’s sons—Muita, 11; Dominico, 7; and Daudi, 4—and hire local men to do odd jobs. „We divide everything equally,“ Mugosi says. „We both have peaceful natures, and so far we haven’t had any arguments.“ While she is no longer interested in romantic relationships with men, she’s happy for Juma to have an independent love life. „Anastasia is still young, so it’s natural for her to want a man to keep her company at night,“ Mugosi says. „I won’t interfere with her choice of boyfriends. That is up to her.

There is no shortage of men keen to sleep with women in all-female marriages, so Juma is in a position to be picky. „They think it’s easy sex,“ Juma says. „But I am choosing carefully because I want a man who is kind and reliable.“ She hopes to find a lover who is willing to be the biological father of future children. „Mugosi and I would like at least three more children to expand our family,“ she says. „In our culture, the more children you have, the richer you are.“ Nyumba ntobhu marriages are not recognized in Tanzanian law, only in tribal law, so any man who fathers the children must agree to honor tradition and give up all paternal rights. „He has to respect our household and not get jealous,“ Juma says.

According to Dinna, disputes about paternal rights are rare (most men are too reluctant to disobey formidable tribal elders, who support the same-sex unions), but they do happen and can cause problems for female couples. Dinna has covered a couple of cases where biological fathers sued for custody of the children in Tanzania’s courts, and the judges were torn owing to the marriages‘ lack of formal status. „In one case, the ruling favored the women, and in the other case, the man won,“ she says. „The law really needs to be clarified.“

The chief tribal elder is Elias Maganya, 65, who lives in a village outside the main town of Tarime. Maganya is the chairman of the Kurya Tribal Council, the body that governs the tribe in the Tarime District. It’s easy to appreciate that he is not a man to cross. Tall and imposing in khaki pants and a trilby-style hat, he holds forth in the shade of a sprawling baobab tree as villagers sit at his feet. Tribal leaders condone marriages between women, he explains, because they serve a number of functions within the tribe. „They solve the problem of what to do about widows. A widow gets to keep her property, and she does not become a burden when she gets old,“ he says. „No man wants to marry a woman who can no longer bear him children.“

There’s also the matter of complex clan politics. The Kurya tribe is made up of 12 main clans, each of which is divided into subclans. „If a woman is widowed, the remaining members of her dead husband’s clan want his property to stay within their group,“ Maganya says. „They prefer her to marry a woman rather than get remarried to a male outsider.“ Wouldn’t it be simpler to change the law and allow Kurya women to inherit directly? „No. That will never happen,“ he says. „It is our tradition for men to inherit land and property, so the council would never agree.“

He’s undoubtedly right, given that women have zero say in the matter: All 200 members of Tarime’s Kurya Tribal Council are male. Such discrimination is reinforced by gender inequality nationwide—according to various sources, less than 20 percent of Tanzanian women own land in their own names.

The Kurya tribe seems to be the only one that practices same-sex marriage to address the issue, and it’s not a fail-safe solution. Thirty years ago, when widow Veronica Nyagochera was 51, she married Mugosi Isombe, who was 20 at the time. Nyagochera had five daughters of her own but no sons, so she hoped her union with Isombe would produce heirs. But throughout the women’s marriage in a hamlet near Tarime, Isombe, too, gave birth to only girls. „We had four daughters. They brought us great joy, but we still had a problem,“ says Isombe, a statuesque woman in a black-and- white-checked headdress, who is now 50. „If my wife died, we would lose everything—our houses, our land, our livestock would all be given away to a distant male relative.“

Isombe decided to look for a younger wife of her own. Some local men offered their teenage daughters, demanding cows as dowry. But Isombe refused. „Some people don’t care who their daughters marry, as long as they get paid,“ she says. „But I am strongly against forced or child marriage. I could only accept a wife who agreed to this kind of marriage freely.“

Three years ago, Isombe met Paulina Mukosa, who had just turned 18. Mukosa’s father had tried „many times“ to marry her off to various men, but she resisted, often putting up such a fight that male suitors bolted. Her father beat her for her disobedience, but that only strengthened her resolve. „All my life, I watched my parents having violent arguments that ended up with my mother being injured,“ says Mukosa, a cropped-haired woman in a turquoise cotton wrap flanked by fussing goats and small children outside her hut. „I had seen other women and girls in my village being beaten by their husbands and fathers, even by their brothers. I didn’t want to be trapped like that.“

After meeting Isombe, Mukosa, now 21, readily agreed to the marriage. „I liked that marrying a woman would give me more control over my own body and affairs,“ she says. By the time she was married, her father was so eager to see her go that he demanded „only seven cows“ from Isombe.

In 2013, Mukosa moved in with Isombe and Nyagochera, who is now 81. The two older women gave her a private hut in their hamlet of eight traditional huts. She quickly found a boyfriend, an unmarried local man in his 20s, and gave birth to a son just over a year later. She is currently eight months pregnant with her second child by the same boyfriend. Her two wives were overjoyed that she’d produced a male heir so fast. „They slaughtered a goat to celebrate,“ Mukosa says.

Still, the notion that Mukosa felt she’d have more control over her body seems odd given that her primary purpose was to give the women a son. Didn’t she feel exploited? „No, not at all,“ she insists. „I understood that I had to give birth, but I wanted children anyway, so it was my choice as well. There is no choice if you marry a man—as well as giving him children, you must also have sex with him whenever he wants, or he will beat you for being a bad wife.“ Mukosa says she enjoys seeing her boyfriend two or three times a week, but she’s glad that he takes a secondary role in her home life. „So far he has treated me beautifully,“ she says. „But I can easily break up with him if that changes.“

Domestic violence is the most common form of violence in Tanzania. In 2013, a survey by the Ministry of Health and Social Welfare found that 45 percent of women aged 15 to 49 had experienced sexual or other physical violence in the home. In the Mara region, where Mukosa and her two wives live, the survey found that the prevalence of domestic violence jumped to 72 percent— the highest in the country—a rate decried as a „shameful horror“ in an op-ed in national newspaper The Citizen. Causes for the region’s endemic problem included poverty, lack of education, alcoholism, and entrenched discrimination against women. The government runs public-awareness programs and has introduced special desks at police stations for women to report gender-based violence, but there is still no comprehensive legislation specifically outlawing domestic abuse or marital rape.

Isombe says that all-female households are the best defense available against the risk of male violence. „Nobody can touch us,“ she says. „If any men tried to take our property or hurt us, they would be punished by tribal elders because they have no rights over our household. All the power belongs to us.“ According to Maganya, the tribal council chairman, men are banned from acts of aggression toward women in same-sex marriages because, he says, they are „not their own wives“ (revealing, inadvertently, that there are no tribal rules against such abuse in regular marriages). Perpetrators must pay a fine of livestock to the women and repair any damage to their property. For Isombe at least, the deterrent has worked: She’s had very little trouble with men throughout her three decades as a nyumba ntobhu wife.

Such autonomy has also enabled her to spare her four daughters from early marriage. The family’s two oldest daughters didn’t marry until age 18. „We made sure they finished school first,“ Isombe says. Their younger daughters, ages 17 and 14, still live at home. „They are studying hard,“ Isombe says. „One hopes to become a teacher, and the other a nurse. Our priority is their education.“

Despite their unusual circumstances, the three women try to have a regular family life with their children. „We are very good friends,“ Isombe says. „We share all our joy and all our tears, and we don’t get lonely because we have each other.“

In addition to growing crops and raising livestock, Isombe and Mukosa collect mud from nearby marshes to make bricks, which they sell at the market, and both look after elderly Nyagochera. „We don’t have much money, but we have enough to survive, so we are lucky,“ Isombe says. The Kurya in their village don’t celebrate birthdays much, but the women treat one another on other special occasions, including festival days. „We give each other new clothes because we like to get dressed up,“ Mukosa says. „If we don’t have money for gifts, we go into the bush to get vegetables to make a special meal.“

Perhaps not surprisingly, the fact that young women like Mukosa seem to prefer same-sex marriages can be unsettling to local men. Magige Mhonia, 32, a man living outside Tarime who is currently involved with a nyumba ntobhu wife living two miles away, says many of his male friends try to talk him out of the relationship. „They say it’s a bad idea to have sex with women in such marriages because they are allowed to sleep with many men, and they probably have HIV/AIDS. Basically, they are jealous and confused,“ he says, laughing loudly.

He initially got involved with his girlfriend because a clan member asked him to father her children as a favor to the clan. He soon discovered that he liked the 25-year-old woman, so it was no sacrifice. „We get on very well and are trying for the first baby,“ Mhonia says. „I understand that the children will not have my name, but I don’t mind because soon I will have to take a wife and have my own family.“ Men are not obliged to take any responsibility for the children they father, but some stay involved and visit on a regular basis. „I hope to be like an uncle,“ Mhonia says.

Still, not all nyumba ntobhu unions work out smoothly. Dinna, the Kurya journalist, recalls cases where the younger wife has fallen in love with a boyfriend and run away from her older wife with him. „In a case two years ago, the younger wife stole all her wife’s crops and took the children, and left her with nothing,“ Dinna says.

Ill treatment can also work the other way, of course. In Nyamongo, Dinna takes me to meet 17-year-old Eliza Polycap, who fled an abusive same-sex marriage. Polycap’s much-older wife paid a dowry of six cows for her when she was only 12, and arranged for men to have sex with her as soon as she reached puberty. „She didn’t care about me at all. She just wanted children, and she treated me like I wasn’t human,“ says Polycap, who escaped with her 3-year-old son a year ago and is now trying to find a way to repay her dowry so she can get divorced. Dinna says such blatant exploitation by older women is rare these days, but it remains a possibility. „We have to be careful not to blindly believe that all nyumba ntobhu marriages are safe,“ she says. „Sometimes they just mirror our society’s general culture of abuse toward women.“

Fortunately, all is well at the Nyamongo homestead of Juma and Mugosi. The two women will soon reach their first anniversary as a married couple. They’re not sure if they’ll do anything to celebrate the occasion—their lives are busy with their land, their livestock, and their three boisterous boys. „Anastasia likes goat meat, so I might cook some for her as an anniversary treat,“ says Mugosi. Juma is excited about their future together. „The marriage is working out better than I could have imagined,“ she says. „I wasn’t sure at first, because it was such a new experience—now, I wouldn’t choose any other way.“

Netzfrau Ursula Rissmann-Telle
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