Verflüssigtes Erdgas im Fokus: Deutschland und Katar beschließen Energiepartnerschaft

Im Ringen um mehr Unabhängigkeit von russischem Erdgas beschloss am Freitag die Bundesregierung in Berlin eine Energiepartnerschaft mit Katar. Deutschland will nach dieser Vereinbarung künftig verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Katar beziehen.

Das Emirat werde eine zentrale Rolle für die Versorgung mit Flüssiggas (LNG) spielen, sagte Bundeskanzler, Olaf Scholz (SPD), nach einem Treffen mit dem Emir des Landes, Scheich Tamim bin Hamad bin Khalifa Al Thani in Berlin. Bundeskanzler Scholz erklärte, der Golfstaat, einer der weltweit größten LNG-Exporteure, werde eine wichtige Rolle in Deutschlands Strategie zur Diversifizierung der Energiequellen und Unabhängigkeit von russischen Importen spielen.

Der Regierungschef von Katar bestätigte in Berlin, dass Doha plant, 2024 mit der Lieferung von LNG nach Deutschland zu beginnen. Roudi Baroudi, CEO von Qatar Energy and Environment Holding, einem Beratungsunternehmen, sagte, Doha sei bereit, die Nachfrage nach LNG aus Deutschland zu decken und bestehende Kunden zu beliefern. Katar könne im Jahr 2024 definitiv 20 bis 25 Prozent des gesamten deutschen Gasverbrauchs liefern, erklärte er gegenüber Al Jazeera.

"Wir wollen unsere US-Flüssiggasanlage Golden Pass in Texas, an der Qatar Energy 70 Prozent hält, bereits 2024 so weit haben, dass wir nach Deutschland liefern können", sagte der Vizepremier des Golfstaats, Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, gegenüber Handelsblatt.

Zu den ab 2024 vorgesehenen Gasmengen kämen dann später zusätzliche hinzu, sagte der katarische Vizeregierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al Thani zur Ankündigung Katars. Die Erweiterung der Förderung im Gasfeld North Dome werde 2026 abgeschlossen sein, "vielleicht sogar schon 2025". North Dome ist das weltgrößte Gasfeld, das sich Katar und Iran unter dem Persischen Golf teilen.

Wirtschaftsminister, Robert Habeck, hatte im Rahmen des Staatsbesuchs bereits eine Absichtserklärung für eine tiefere Zusammenarbeit mit dem Energieminister des Landes, Saad Sherida al-Kaabi, unterzeichnet. Die Gespräche mit dem Emirat gerieten kürzlich ins Stocken. Das berichtete seinerzeit die Nachrichtenagentur Reuters. Es habe vor allem schwierige Verhandlungen um die Laufzeit des Deals gegeben. Deutschland sei nicht bereit gewesen, einen Vertrag mit mindestens 20 Jahren Laufzeit einzugehen. Wirtschaftsminister Habeck wollte dies vermeiden, weil Deutschland bis 2040 seinen CO2-Ausstoß um 88 Prozent verringern will.

Mehr zum Thema - Globaler Kampf um Energieressourcen: Wie wirkt sich der Ukraine-Krieg auf den Nahen Osten aus?

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