USA beschließen trotz Verteuerung neues Programm für Interkontinentalraketen

Das US-Verteidigungsministerium wird weiter an der Entwicklung seiner neuen ballistischen Interkontinentalrakete (ICBM) Sentinel arbeiten, obwohl die Kosten um 81 Prozent gestiegen sind, da die US-Regierung die "nukleare Triade" der USA erneuern will.

Das ICBM-Programm Sentinel, das die alternden atomar bewaffneten Interkontinentalraketen vom Typ Minuteman III ersetzen soll, soll nun 140,9 Milliarden US-Dollar kosten – fast das Doppelte der ursprünglichen Schätzung von 77,7 Milliarden, wie das Pentagon am Montag erklärte.

Die Kostenexplosion des Programms für Atomsprengköpfe hat etwas bewirkt, was als Bruch des sogenannten Nunn-McCurdy-Zusatzes (eines 1983 verabschiedeten Gesetzes innerhalb der US-Haushaltsregelungen) gewertet wird. Diese Überschreitung von Limits wird festgestellt, sobald die Kosten eines Entwicklungsprogramms um 25 Prozent steigen, woraufhin das Verteidigungsministerium eine Prüfung durchführen muss, um dessen Fortsetzung zu rechtfertigen. In diesem Fall ergab die Prüfung durch das Pentagon, dass es angeblich keine gangbaren Alternativen zum Sentinel-Programm gibt.

William LaPlante sagte in seiner Funktion als Staatssekretär für Beschaffung und Erhaltung, sein Büro sei sich "der Kosten völlig bewusst".

"Aber wir sind uns auch der Risiken bewusst, unsere Nukleartruppen nicht zu modernisieren und die sehr realen Bedrohungen nicht anzugehen, denen wir gegenüberstehen."

Einen großen Anteil an den Kostensteigerungen tragen nicht die Entwicklung und der Bau der neuen Rakete selbst, sondern die großzügige Modernisierungen der Einrichtungen am Boden, einschließlich der Steuerzentralen für den Raketenstart, der Basen für die Atomraketen sowie der Testanlagen.

Die Zustimmung zum Programm der ICBM Sentinel rief ziemliche Kritik hervor und sorgte dafür, dass am Montag mehr als 700 Wissenschaftler, die Institutionen aus dem ganzen Land vertreten, einen Brief an den US-Präsidenten Joe Biden und den US-Kongress schickten. Die Wissenschaftler drängen das Pentagon, das "teure, gefährliche und unnötige" Programm für nukleare Sprengköpfe zu streichen.

Sie argumentieren, "es gibt keine überzeugende technische oder strategische Begründung, Dutzende von Milliarden Dollar für den Bau neuer Atomwaffen zu verwenden".

"Diese Waffen – die in Silos quer durch die Staaten des Mittelwestens verteilt sind – malen ein Fadenkreuz auf Kommunen und erhöhen die Gefahr eines Atomkriegs, während sie keinerlei ernsthafte Sicherheitsgewinne bieten", sagte Tara Drozdenko, Direktorin des Globalen Sicherheitsprogramms in der Union besorgter Wissenschaftler.

Die Größe des US-Atomarsenals ist derzeit durch den neuen START-Vertrag begrenzt, ein Vertrag, der im Jahr 2010 mit Russland ausgehandelt wurde. Er wird 2026 auslaufen, und nichts deutet darauf hin, dass er erneuert werden könnte.

Im vergangenen Jahr hat Russland seine Teilnahme im neuen START-Vertrag aufgehoben und verwies dabei auf die US-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts sowie die Ermutigung Kiews zu Attacken auf Russlands strategische Flugplätze. Russland hat sich dennoch weiter an die Vorgaben dieses Vertrages gehalten, der die Zahlen der Atomsprengköpfe und der Trägersysteme begrenzt.

Mehr zum Thema - Russisches Außenministerium schließt "Konkretisierung" der Nukleardoktrin nicht aus

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