“Unerträgliche Tyrannei”, Neue Kriegs-Rhetorik, Kulturgut Kölsch?

1. Rügen für die Kollegen
(sueddeutsche.de)
Der Deutsche Presserat hat wegen Verstößen gegen ethische Standards im Journalismus sieben Rügen ausgesprochen. Dabei geht es unter anderem um eine Suizidberichterstattung (“Tagesspiegel”), die Verletzung des Opferschutzes (“Bild”) und fehlerhafte Gesundheitstipps (“Hörzu” und “Gong”).

2. Verfassungsgericht stärkt Pressefreiheit
(reporter-ohne-grenzen.de)
Das Bundesverfassungsgericht hat klargestellt, dass sich Journalistinnen und Journalisten nicht strafbar machen, wenn sie geleakte Daten entgegennehmen. Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, freut sich: “Die Ausführungen der Kammer haben Signalwirkung und stellen klar, dass der Datenhehlerei-Paragraf nicht so ausgelegt werden darf, dass dadurch wichtige Teile der Arbeit investigativer Journalistinnen und Reporter sowie ihrer Informantinnen und Helfer kriminalisiert werden.”

3. Hoppla, die “Bild” ist zu links
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Die Journalistin Judith Sevinç Basad hat nach eigenen Angaben bei “Bild” gekündigt und ihre Beweggründe in einem wütenden, offenen Brief geschildert. Der Axel-Springer-Konzern sei ihrer Ansicht nach “vor der unerträglichen Tyrannei der woken Aktivisten eingeknickt”. “Bild”-Chefredakteur Johannes Boie gibt ihr auf Twitter höhnisch Recht: “Stimmt, Judith, wir sind jetzt links!”

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4. Neue Kriegs-Rhetorik der Medien: Lob der Kriegsmüden
(freitag.de, Hans Huett)
Beim “Freitag” kritisiert Hans Huett die Kriegsrhetorik mancher Medienleute: “Der Mut an den Fronten aber unterscheidet sich von dem Fern-Mut des Kommentators. Er schlüpft rhetorisch in die Robe des Richters, befehligt aber kein Standgericht und verfügt über kein Fallbeil, auch kein Erschießungskommando, tut aber mit seinen Worten so, als sei das der Fall. Hoppla!”

5. Fehler in der tagesschau am 13. Juni 2022
(blog.tagesschau.de, Marcus Bornheim)
Am 13. Juni ist der 20-Uhr-“Tagesschau” in ihrer Berichterstattung über den Ukraine-Krieg ein Fehler unterlaufen. Dort wurde von einem russischen Angriff auf einen Markt in Donezk gesprochen, obwohl es sich um einen ukrainischen Artillerie-Angriff auf die von pro-russischen Separatisten besetzte Region gehandelt habe. Im Blog der “Tagesschau” äußerst sich ARD-aktuell-Chefredakteur Marcus Bornheim: “Uns ist der Fehler in der Abnahme des Beitrags nicht aufgefallen, das ärgert uns sehr und wir bedauern das, denn es entspricht nicht der sonst gebotenen journalistischen Sorgfalt in unsere Berichterstattung.”

6. Ein glorifiziertes Kulturgut
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Antje Allroggen, Audio: 6:17 Minuten)
Das Kölner Boulevard-Anzeigenblatt “Express – die Woche” lobt in einem aktuellen Artikel die angeblich gesundheitsfördernden Wirkungen des Kölsch-Konsums. Für den Deutschlandfunk ein Anlass, sich anzuschauen, wie über Alkohol in Medien berichtet wird. Laut Suchttherapeutin Stefanie Bötsch handele es sich bei Alkohol um ein glorifiziertes Kulturgut: “Die Schattenseiten werden in Serien und Filmen selten dargestellt.”

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