Syrien: BBC räumt Verbreitung von Fake-News über Giftgaseinsatz 2018 in Duma ein

Die BBC räumt nun ein, dass ein Dokumentarfilm von BBC Radio 4 über einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien "gravierende Ungenauigkeiten" enthielt.

Die Beschwerde bei der BBC seitens des britischen Kolumnisten Peter Hitchens von The Mail on Sunday nach der Ausstrahlung der Mayday-Doku-Reihe im letzten November "The Canister On The Bed" wurde von der Dienstaufsichtsbehörde (Evidence Control Unit: ECU) der BBC anerkannt.

Die Gutachter waren sich einig, dass das Programm der BBC-Investigativjournalistin Chloe Hadjimatheou die redaktionellen Genauigkeitsstandards des öffentlich-rechtlichen Unternehmens nicht erfüllte, indem falsche Behauptungen verbreitet wurden.

Die Dokumentation befasst sich als Teil einer Sendereihe zu Aspekten des Konflikts in Syrien mit einem Angriff auf Duma im Jahr 2018 und enthielt einen Bericht über die spätere Rolle von "Alex", einem ehemaligen Inspektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Letzte Woche – etwa zehn Monate nach der Ausstrahlung dieser Dokumentation – gab die ECU ihre Feststellung bekannt, die BBC hätte fälschlicherweise jenem "Alex" unterstellt, dass er angeblich durch die Aussicht auf eine Belohnung von 100.000 US-Dollar (£72,000) von der Whistleblower-Website WikiLeaks motiviert worden wäre, seine Zweifel an den Umständen des Giftgaseinsatzes an die Öffentlichkeit zu bringen.

Laut WikiLeaks wurde auch eine solche Belohnung nie gezahlt.

In ihrem Urteil nahm nun auch die BBC die Anschuldigung zurück, dass der Journalist  Hitchens, der seit mehr als 40 Jahren über das "syrische Regime" berichtet, "die Ansichten des russischen und syrischen Staates zum Krieg" teile.

Hitchens begrüßte das Urteil und erklärte, dies sei ein großer Sieg für die Wahrheit. Die Whistleblower innerhalb der OPCW seien immer von einer strikten Achtung der wissenschaftlichen Wahrheit motiviert gewesen: "Ich diene keiner Regierung, am wenigsten denen in Moskau und Damaskus." 

Am 7. April 2018 fand in der syrischen Stadt Duma ein Chemiewaffen-Angriff statt, bei dem Dutzende Zivilisten getötet wurden. Die USA, Großbritannien und Frankreich schoben die Schuld der syrischen Regierung in die Schuhe und griffen den Levante-Staat eine Woche darauf mit völkerrechtswidrigen "Vergeltungsangriffen" an, ohne die Untersuchung des Chemiewaffen-Vorfalls durch die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) überhaupt abgewartet zu haben. Syrien, Iran, Russland und China hatten seinerzeit diesen Angriff kritisiert. 

Die OPCW publizierte ihren Abschlussbericht erst ein Jahr später und deklarierte darin den Einsatz von Chlorgas in Duma als mit "großer Wahrscheinlichkeit" erfolgt, was im Grunde die Militärschläge der beteiligten NATO-Staaten nachträglich rechtfertigen sollte. Frühere OPCW-Inspektoren, die vor Ort an der Duma-Untersuchung teilgenommen hatten, lehnten später die Schlussfolgerungen des Berichts aus der OPCW-Zentrale ab. Darunter war auch Dr. Brendan Whelan, der der OPCW vorwarf, bereits den zuvor veröffentlichten "Zwischenbericht" aus politischen Gründen manipuliert zu haben. Im Mai 2019 gelangte dann ein technisches Gutachten aus den Reihen der OPCW an die Öffentlichkeit, laut dem die in Duma aufgefundenen und inspizierten Zylinder höchstwahrscheinlich per Hand an Ort und Stelle platziert wurden – was in der Konsequenz bedeutet, dass es sich bei dem Giftgas-Vorfall um eine Inszenierung der vom Westen unterstützten islamistischen Rebellen handelte.

In der Folgezeit wandten sich dann verschiedene Whistleblower aus den Reihen der OPCW an die Öffentlichkeit und warfen der OPCW vor, entscheidende Fakten, die von den Ermittlern vor Ort zusammengetragen wurden, im Abschlussbericht nicht berücksichtigt zu haben. Dieser sei manipuliert worden, um die syrische Regierung verantwortlich machen zu können. Die Whistleblower sprachen daneben auch von Einschüchterungsversuchen.

Wegen angeblicher Verstöße gegen die Chemiewaffenkonvention wurden im April dem Staat Syrien die meisten Rechte bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) entzogen. Es war das erste Mal in der 24-jährigen Geschichte der OPCW, dass ein Mitgliedstaat auf diese Weise sanktioniert wird. Syrien trat der OPCW im Jahr 2013 bei und deklarierte massive Chemiewaffenbestände, die es anschließend unter der Kontrolle der Organisation vernichtete. Dieser Schritt folgte damals unmittelbar nach den Drohungen aus  Washingtons, D.C. zur Einleitung militärischer Maßnahmen gegen Syrien wegen eines angeblichen Chemiewaffenangriffs. Ein Jahr zuvor informiert dagegen sogar die syrische Regierung in Damaskus selbst sofort den UN-Sicherheitsrat, als im Dezember 2012 Kämpfer der Al-Nusra-Front eine einzige Chlorgasfabrik des Landes östlich von Aleppo eingenommen hatten. Dennoch wird seither von der westlichen Seite hartnäckig der Vorwurf öffentlich aufrechterhalten, die Regierung von Syrien setze Chemiewaffen gegen das eigene Volk ein.

Mehr zum Thema - Wegen angeblicher Chemiewaffen-Angriffe: Vertragsstaaten entziehen Syrien seiner Rechte bei OPCW

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