So grausam sind die Identitären – und damit die AfD!

Laut Autor Florian Schröder, der den ehemaligen Chef der Identitären, Martin Sellner, mehrfach getroffen hat, gibt es zwischen der AfD und der Identitären Bewegung nur eine Scheindistanz. Diesen Eindruck hat er von Sellner gewonnen, der die große Nähe zwischen AfD und Identitären betont habe.

Aktuell wird von Seiten der AfD nicht versucht, sich von den rechtsextremen Identitären zu distanzieren. Stattdessen wird versucht, sie zu verharmlosen. Diese Strategie scheitert an den Fakten. Die Identitären sind Teil einer globalen extremistischen Bewegung. Wenn wir uns über sie lustig machen, weil viele ihre Aktionen auch herrlich schiefgehen, dürfen wir das nicht vergessen:

Die Identitären fahren selbst auch eine Strategie der Selbstverharmlosung. Auf dem aufgedeckten Treffen in Potsdam sprach Sellner ganz offen über die Vertreibungs- und Deportationspläne. Man plane Lager in Nordafrika, wo man Menschen „hinbewegen“ könne. Auch alle, die sich für Geflüchtete einsetzen, könnten auch dorthin, sagte Sellner. Sobald sie in der medialen Öffentlichkeit sind, geben sie sich harmlos und sprechen von der Ausweisung krimineller Nicht-Staatsbürger, wie es in Deutschland bereits Gesetzeslage ist. Eine bereits bestehende Gesetzeslage, die jetzt bereits teils grausam umgesetzt wird. Wozu braucht es denn die Rechtsextremen, wenn sie nur fordern, was bereits Gesetz ist und umgesetzt wird?

Weil das wahr ist, was sie heimlich planen: Hinter verschlossenen Türen wollte man sogar andersdenkende deutsche Staatsbürger ausweisen. Das ist nämlich ihr wahres Ziel.

Erst wenn sie denken, dass nur ihre Anhänger zuhören, sprechen Identitäre aus, was sie wirklich denken. Wenn sich rechtsradikale Blogs oder andere jetzt für die Identitären in die Bresche werfen, um sie zu verharmlosen und die eidesstattlich versicherten Recherchen von Correctiv leugnen, solltet ihr wissen, womit wir es hier zu tun haben. 

Sellner und die Judenfrage

Reporterinnen für den TV-Sender Channel-4 konnten sich 2018 unter Tarnidentitäten Zugang zu einem geheimen Meeting der Identitären in London verschaffen.

@volksverpetzer

„AfD und Identitäre, das ist eins, das ist eine Scheindistanz, die gewahrt wird, damit man den Eindruck hat, dass die AfD nicht so extremistisch und radikal ist, wie sie es ist.“ – Das sagen nicht wir, das sagt der ehemalige Chef der Identitären Bewegung, Martin Sellner, selbst. Aber wie gefährlich und extremistisch ist die Bewegung – und damit die AfD?! Wir zeigen es euch in diesem Video! #afd #identitäre #volksverpetzer #afdverbotjetzt

♬ Originalton – volksverpetzer

Sellner dort wörtlich: „Ich verstehe komplett, dass Leute in den 1920ern gesagt haben, dass es eine ‚Judenfrage‘ gibt.“ Heute sei das Problem aber eines mit Muslimen, laut Sellner. Schon als Jugendlicher hat Sellner Hakenkreuze auf einer Synagoge angebracht. Später distanzierte er sich in der Öffentlichkeit von seinen damaligen Taten. 

Wir wissen aber alle, wie die „Endlösung“ für die „Judenfrage“ damals aussah. Die Neonazis versuchten die „Judenfrage“ ja auch zunächst mit Vertreibungen und Deportationen zu lösen. Man besprach sogar Lager in einem anderen Land, damals Madagaskar. Und die Wannseekonferenz, bei der das besprochen wurde, fand zufällig nur wenige Kilometer entfernt von dort statt, wo sich AfD, Sellner & Co. letztes Jahr trafen.

Und das ist der Punkt: Er vergleicht die „Judenfrage“ damals mit der Einwanderung von Muslimen heute und fordert deshalb auch die „Remigration“, das klingt wie ethnische Säuberungen in Europa. Das Ganze wurde gefilmt, bei einem Treffen der Generation Identity in Großbritannien:

YouTube player

Ihr merkt, die Identitären sind eine europaweite Organisation, schauen wir uns doch mal den französischen Ursprung an. 

Generation Identitaire:

Frankreich spielt für die Identitären eine große Rolle, viele ihrer Theoretiker wie Renaud Camus kommen von dort. Auch Sellner hat dort „gelernt“. Wie waren die Identitären dort drauf?

Hier gibt es eine Undercover-Recherche von Al-Jazeera (was an Al-Jazeera wiederum problematisch ist, könnt ihr hier nachlesen). Die Journalisten waren mit Mitgliedern von Generation Identitaire unterwegs und haben extreme Zitate eingefangen. Die privaten Gespräche dort klangen genauso, wie die rechtsextremen Chatgruppen, von denen man immer wieder hört. Es wurden Hitler und Nazi-Sprüche gebracht, Terroranschläge gegen Muslime angekündigt und Gewalt glorifiziert. 

Die versteckte Kamera fängt ein Mitglied ein, das damit prahlt, bald einen Terroranschlag durchzuführen, der „Charlie Hebdo“ in den Schatten stellen würde. Kaum ein Unterschied zu islamistischer Rhetorik ist feststellbar, die diese Leute ja vorgeben bekämpfen zu wollen. 

Christchurch Attentäter

Erinnert ihr euch an den Theoretiker Camus, den ich erwähnt hatte? Sein Standardwerk heißt „der große Austausch“ – auch Sellner verwendet den Begriff dauernd. In dieser rechtsextremen Verschwörungserzählung gibt es einen angeblichen geheimen Plan einer Elite, die „Weißen“ in Europa durch andere Ethnien zu ersetzen. Ihr merkt: Typisch für Verschwörungsgläubige werden globale, völlig natürliche Prozesse wie die Migration zwischen Ländern einem geheimen, böswilligem „Plan“ umgedichtet. Und natürlich ist das ganze rassistisch motiviert und stellt Nicht-Weiße als grundsätzliche Bedrohung dar. Völlig gaga.

So inspirierte dieses brutale Märchen auch den Attentäter von Christchurch, der in Neuseeland 51 Menschen in verschiedenen Moscheen tötete. Auch er nannte sein Manifest „The Great Replacement“. Und spendete zuvor Geld an Sellner persönlich und die Identitäre Bewegung, insgesamt 5000€. Sellner und er tauschten auch verschiedenen Mails aus und planten, sich auf Kaffee und Bier zu verabreden!

Kurz vor der Hausdurchsuchung hat Sellner übrigens noch weitere Nachrichten zwischen ihm und dem Attentäter gelöscht – wurde Sellner gewarnt vom damaligen FPÖ-geführten Innenministerium? 

Das Attentat in Christchurch ist nur ein Teil einer weltweit vernetzten rechtsterroristischen Bewegung, die sich aufeinander beziehen und sich gegenseitig radikalisieren, darunter der Attentäter von Halle. Die jüdische Gemeinde in Pittsburgh, wo ebenfalls ein Rechtsextremer Attentäter in einer Synagoge 2018 11 Menschen tötete, spendeten dann für die Opfer in den Moscheen von Christchurch.

Reconquista Germanica

Die Online-Strategie der Identitären ist nicht weniger widerwärtig. In Handbüchern wird Anhängern geraten, in Online-Diskussionen gezielt zu trollen, Diskussionspartner zu beleidigen und die Online-Diskursräume mit digitaler Gewalt zu erkämpfen. Kommentarspalten sind für diese Leute Werbeflächen für ihre Ideologie. Wichtig also: Blocken und Ausblenden, damit diese Strategie nicht funktioniert. Diese Leute wollen nicht mit euch diskutieren, sie wollen euch fertig machen, eure Zeit stehlen und euch missbrauchen, um ihren Hass zu säen.

Online-Foren organisierten koordinierte Hasskampagnen und waren von Wehrmacht-Strukturen inspiriert. 

Man sieht unter praktisch jedem Artikel oder Video über die rechtsextremen Identitären Accounts, die diese vehement verteidigen. Guckt auf jeder Social-Media-Plattform unter die Artikel von den Medien, die darüber berichten. Überall seht ihr die Hass- und Hetzkommentare. Jetzt wisst ihr, wo die herkommen. Übrigens, Medien: Moderiert eure Kommentarspalten! Das ist auch eure Verantwortung, ihr gebt ihnen eure Plattformen! Eure Aufklärung in den Artikeln bringt weniger, wenn diese Neonazis in den Kommentaren alles ungestört relativieren und leugnen dürfen.

Two-Face-Strategie

Moderne Rechtsextremisten wissen genau, wie sie kommunizieren müssen, um vermeintlich harmlos zu wirken. Davon sollten wir uns nicht verarschen lassen. Es sind immer noch knallharte Neonazis ohne Rücksicht auf das Leben von Menschen. Sie wollen unsere Demokratie abschaffen, und Millionen Menschen mit Migrationshintergrund und anderen Meinungen diskriminieren, vertreiben und deportieren. Und denkt dran, dass Sellner die große Nähe zur AfD zugegeben hat.

Kein Wunder also, dass es etliche Treffen, Verbindungen, Zusammenarbeit und Vernetzungen zwischen der AfD und den Identitären gibt. Diese Partei ist durch und durch rechtsextrem und eine Gefahr für unsere Demokratie.

Transparenzhinweise: Auch wenn Sellner wirklich die Nähe von AfD und Identitären betont hat: In einer früheren Fassung wurde das Zitat „AfD und Identitäre, das ist eins, das ist eine Scheindistanz, die gewahrt wird, damit man den Eindruck hat, dass die AfD nicht so extremistisch und radikal ist, wie sie es ist.“ als wörtliches Zitat Martin Sellner zugeschrieben, war jedoch nur die Beschreibung von Florian Schröder, was der NDR inzwischen ausgebessert hat. Wir haben das entsprechend ebenfalls angepasst. Artikelbild: Johanna Poetsch

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