Russland nicht eingeladen, aber als Buhmann präsent: 30 Länder sprechen über Cyberkriminalität

Zu einem von den Vereinigten Staaten geleiteten virtuellen Treffen, in dessen Mittelpunkt die wachsende Bedrohung durch Ransomware und andere Internetkriminalität steht, wurden Vertreter aus 30 Ländern eingeladen, nicht aber Vertreter Russlands. Das geht aus einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Weiter heißt es, viele Ransomware-Banden operierten von der Ukraine und Russland aus. Reuters zitiert nicht genannte US-Beamte und Analysten, die demnach erklärten, dass russische Ransomware-Banden mit stillschweigender Billigung des Kremls agierten, ohne direkt von der Regierung kontrolliert zu werden. Schwerpunkt des Treffens stellen somit genau die kriminellen Handlungen dar, welche Russland gern – meist ohne Belege und mehrfach fälschlicherweise – vorgeworfen werden.

Die sechs Sitzungen des zweitägigen Treffens befassen sich mit Themen wie dem Missbrauch virtueller Währungen zur Geldwäsche von Lösegeldzahlungen, die strafrechtliche Verfolgung von Ransomware-Angriffen, den Einsatz diplomatischer Mittel bei der Bekämpfung von Ransomware und die Unterstützung der teilnehmenden Staaten bei der Abwehr solcher Angriffe, so der Regierungsvertreter.

Neben den Vereinigten Staaten werden Indien, Australien, Deutschland und das Vereinigte Königreich die Diskussionen leiten. Zu den weiteren Teilnehmern gehören Kanada, Frankreich, Brasilien, Mexiko, Japan, die Ukraine, Irland, Israel, Südafrika und die Europäische Union. Ein hochrangiger Regierungsbeamter verlautbarte: "Wir führen aktive Gespräche mit den Russen, aber zu diesem speziellen Forum wurden sie nicht eingeladen." Er fügte hinzu, dies schließe nicht aus, dass auch Russland an zukünftigen Veranstaltungen teilnehme.

Der Beamte gab an, dass die Vereinigten Staaten im Rahmen einer Expertengruppe direkt mit Russland über das Thema Ransomware verhandeln. Diese werde von amerikanischen und russischen Experten gemeinsam geleitet.

Die Agentur Reuters berichtet weiter, dass die Gespräche mit Russland andauern. Die USA hätten Informationen über bestimmte kriminelle Akteure in Russland weitergegeben. Dort seien bereits erste Schritte zur Lösung des Problems unternommen worden. Nach einer Reihe von Angriffen auf die Energie- und Lebensmittelversorgung der USA hat US-Präsident Joe Biden das Thema Cybersicherheit auf die höchste Ebene der Verwaltung gehoben.

Im Mai dieses Jahres kam es im Osten der USA zu Unterbrechungen der Treibstoffversorgung, als Hacker eine von Colonial Pipeline betriebene Pipeline angegriffen haben. Auch in vielen anderen Ländern gibt es immer wieder Vorfälle von Hacking. In Deutschland waren unter anderem in der jüngsten Zeit die Stadtwerke in Wismar betroffen. Die Biden-Administration hofft, dass ihre neue informelle Gruppe, die Anti-Ransomware-Initiative, ihren diplomatischen Vorstoß unterstützen wird. Dieser umfasst direkte Gespräche mit Russland, dem NATO-Bündnis und der Gruppe der sieben wohlhabendsten Industrienationen.

Mehr zum Thema - Russlands Außenministerium: USA verweigern Dialog zu Cybersicherheit, statt Kooperation auszuweiten

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