Russland: Keine Gründe für Lockdown und erste Lieferungen des dritten Impfstoffes ab Ende März

Die Vize-Ministerpräsidentin für Bildung, Gesundheit und Sozialpolitik Tatjana Golikowa hat Richtlinien im Bereich Pandemie in Russland in einem Interview auf dem YouTube-Kanal Antonimy erörtert. Golikowa betonte, dass Russland über langjährige Erfahrung bei Impfungen verfüge und zwanghafte Impfungen eher unvernünftig sein würden:

"Wir haben uns bereits an freiwillige Impfungen gewöhnt. Ich denke, es wäre falsch, jetzt die Bevölkerung zu zwingen, sich impfen zu lassen oder zu Hause zu bleiben, wenn man nicht geimpft ist. Dies ist schon allein falsch, weil alle Menschen unterschiedlich sind."

Tatjana Golikowa sprach auch die Politisierung um russische Impfstoffe an. Die Vize-Ministerpräsidentin für Bildung, Gesundheit und Sozialpolitik versicherte, alle in Russland entwickelten Impfstoffe sind sicher und wirksam:

"Dies ist unsere Leistung, dies ist unser Vorzug, dies ist schließlich eine Einschätzung unserer Wissenschaft, die man ständig versucht hat, herabzusetzen und zu sagen, dass wir zu nichts fähig sind. Wir sind fähig. Wir haben ziemlich viel Erfahrung in dieser Richtung."

Überdies erklärte Golikowa, dass Sputnik V bereits massenhaft produziert wird. Sie präzisierte, dass im April mehr als zwölf Millionen Dosen des Sputnik-V-Impfstoffes für die Bürger freigegeben würden. Ihr zufolge beginnt Russland seit Ende März mit der gleichen massive Einführung des EpiVacCorona-Vakzins. Bereits eine halbe Million werde in den zivilen Verkehr gelangen. Sie betonte, dass etwa am 28. März ebenfalls die ersten Lieferungen von CoviVac folgen. Überdies legte Tatjana Golikowa offen, dass sie selbst mit EpiVacCorona geimpft wurde und keine Nebenwirkungen erlitt.

Unterdessen gab die Vize-Ministerpräsidentin für Bildung, Gesundheit und Sozialpolitik bekannt, dass die dritte Welle in Russland nicht erwartet werde, eher eine geringe Zunahme der Inzidenz. In diesem Zusammenhang sieht Tatjana Golikowa keine Gründe für einen Lockdown. Dies machte sie im Vergleich mit anderen Ländern wie folgt deutlich:

"Einer der Gründe für diese Entwicklung ist übrigens, dass andere Länder dauerhaft geschlossen wurden. Die Leute blieben zu Hause, sie gingen nicht aus, sie sind steril im Sinne des Virus. Sie gehen raus – und sie werden infiziert."

Tatjana Golikowa hält für die größte Errungenschaft Russlands im Jahr 2020 die Bündelung der Bemühungen angesichts der Gefahr der Pandemie. Das ganze Land und zwar Leitfiguren in den Regionen, das medizinische System und die Industrie hätten die Eindämmung der Coronavirus-Verbreitung ermöglicht, so Golikowa.

Mehr zum Thema - Russland will Massenimpfung gegen Coronavirus bis Herbst abschließen

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