Rezo „zerstört“ die Zeitungen? – Was Rezo wirklich gesagt hat (& was nicht)

Rezo „zerstört“ die zeitungen (?)

Rezo, der mit seiner „Zerstörung der CDU“ auch außerhalb von Youtube größere Bekanntheit erlangte, war vor wenigen Tagen in einem Video zu Gast bei den „Space Frogs“. Dort sprachen sie nicht nur über den Kulturschock beim Lesen von Zeitungen, wenn die junge Generation weder Printmedien noch Fernsehen konsumiert, sondern auch über schlechten Journalismus und einige kritisierenswürdigen Praktiken bestimmter Medien. Hier das Video:



Was hat rezo wirklich gesagt?

Im Video schauen sich Rezo und Rick von den „Space Frogs“ vor allem die B.Z. und die BILD an. Sie äußern Unverständnis darüber, Printmedien und Fernsehen zu konsumieren – Etwas, das in ihrer Generation und bei jüngeren Menschen relativ weit verbreitet ist. Sie machen sich über die Klatsch-Inhalte der Zeitungen lustig, wie Berichte, die das Privat-Leben von Prominenten ausschlachten. Dann teilt Rezo auch gegen bestimmte Berichte, Medien und Praktiken aus.

Die BILD kritisiert er dafür, dass sie sich an Facebook wendet, dass diese nichts gegen Hetze unternehmen, während diese Zeitung nicht nur selbst mit reißerischen und oft faktisch falschen Berichten für eben diese Hetze sorgt, sondern auch trotz wiederholter Kritik die Hetze unter den eigenen Beiträgen nicht moderiert (Mehr dazu). Direkt vergleichen sie eine BILD-Schlagzeile vom nächsten Tag über „übermäßig gewaltbereite Flüchtlinge“ als Beweis. Rezo kommentiert das mit: „Wer liest das? Wer kauft das? Wer unterstützt das finanziell? So ein moralisch degenerierter …“

Er beschwert sich auch über eine Anfrage der FAZ an ihn, die eine Aussage zu ihm über einen Flug eines Youtube-Kollegen haben wollte, welche er als „die unnötigste E-Mail, die ich seit Langem erhalten habe“ bezeichnete. Den Vorfall kommentierte Rezo mit „Ohne Scheiß, Journalisten sind teilweise so dumm“. Auch kritisierte er das Verhalten eines BILD-Reporters, der ihn unangemeldet besuchen wollte und welchen er wegschicken ließ.

Er kritisierte die Medien für die viele „Billo-Shit-Unterhaltung“, ergänzte aber, dass das in Youtube nicht anders sei. Seriösere Medien wie „Süddeutsche“, „FAZ“, „Zeit“ und „Spiegel“ sollten die Praktiken von „Asi-Printmedien“ häufiger kritisieren. So wie der BILDBlog oder „Übermedien“ es tun, meint Rezo.

Kritik vom Journalisten-Verband

Vorneweg: Es ist kein Aufklärungs-Kritik-Video, sondern ein Gastauftritt bei einem Comedy-Format, das sich auch schon so ähnlich über die Youtube-Szene lustig machte, das vergessen so einige Berichterstatter. Rezos Kritik wurde in verschiedenen Medien verbreitet, manche darüber, was er gesagt hatte, wie beispielsweise t-online.de, andere kommentierten seine Aussagen kritisch, wie sachsische.de. Deren Kritik an den „Eigentoren“ geht allerdings ein am Thema vorbei – und lässt auch zu wünschen übrig. Denn Rezo liest selbstverständlich Zeitung – aber eben online, wie er sagt.

Besonders interessant ist hingegen die Stellungnahme des Deutsche Journalisten Verbandes, der Rezo „billige Stimmungsmache“ unterstellt:

Darin wirft DJV-Vorsitzender Frank Überall Rezo vor, „die Journalistinnen und Journalisten aller gedruckten Zeitungen pauschal als dumm und moralisch degeneriert zu diffamieren“. Und bezeichnet es als an „Hetze“ grenzend. Doch wie im Video zu sehen hat Rezo das niemals getan. Er sagte über Journalisten, dass diese „teilweise so dumm“ seien, wenn sie sinnlose Anfragen stellen würden. Und bezeichnete einen konkreten Bericht, schlimmstenfalls die Berichterstattung der BILD über Schutzsuchende als „moralisch degeneriert“. Mehrfach differenzierte er zwischen guten journalistischen Praktiken und Journalisten und schlechten. Explizit forderte er bestimmte Medien auf, gegen solche Praktiken vorzugehen.

Später wirft Überall Rezo vor: „Es ist billig, einerseits die Recherchen von Journalisten für das Anti-CDU-Video intensiv zu nutzen, und wenige Wochen später der gesamten Berufsgruppe kollektive Hirnschäden anzudichten.“ Dieser Vorwurf ist absurd, denn Rezo hat nichts dergleichen getan und das überhaupt nie erwähnt. Wie gesagt, hatte er sich über konkrete Vorfälle und Berichte echauffiert und bestimmte Medien wegen ihrer Berichterstattung kritisiert. Mehrfach differenzierte er explizit zwischen guten Journalisten und anderen und zählte sogar einige Zeitungen auf, welche er als „seriös“ betitelte.

DJV-Pressemitteilung gegen Rezo ist billige Stimmungsmache (?)

Auf Twitter äußerte sich Rezo zu der Pressemitteilung: „Kurz Popcorn für alle: Der Journalisten-Verband  hat wegen des aktuellen Videos der @SpaceFrogs (in dem ich auch vorkomme) eine Pressemitteilung gegen mich rausgehauen. In dieser wirft der Vorsitzende @ueberalltv mir ausschließlich Aussagen vor, die ich nie gemacht habe.“ Er ergänzt: „Ich weiß nicht genau, was ich dazu sagen soll. Bin halt nicht wütend, weil ich ja im Grunde nicht kritisierte wurde sondern eine fiktive Projektion von mir. Aber irgendwie ist das auch merkwürdig, wenn da so ein Quatsch steht.“

In der Tat ist es merkwürdig, wenn der Journalisten-Verband Rezo wegen seiner „billigen Stimmungsmache“ kritisiert. Und ihm dann Aussagen in den Mund legt und Ansichten unterstellt, die dieser nicht geäußert hat. Um Überall zu zitieren: „Das passt nicht zusammen“. Man könnte umgekehrt also ihm den Vorwurf der „billigen Stimmungsmache“ machen. Der DJV sollte sich hingegen vielleicht lieber seine eigenen Leute kümmern, die ebenfalls Berichte mit faktisch falschen Behauptungen und rechtspopulistischen Narrativen teilen:

Screenshot twitter.com

Nachtrag:

Der Deutsche Journalistenverband hat die Pressemitteilung inzwischen zurückgezogen: „Wir haben die Pressemitteilung zu #Rezo zurückgezogen, weil es intern unterschiedliche Auffassungen über die Tonalität seiner Aussagen gab. Um es klar zu sagen; #Medienkritik ist nicht nur legitim, sondern unverzichtbar im demokratischen Diskurs.“ Laut Rezo soll sich der Vorsitzende entschuldigt haben. Für Rezo sei demnach die Sache erledigt.

Artikelbild: Screenshot youtube.com

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