Psychoneuroimmunologe Christian Schubert: "Es ist höchst beunruhigend, was hier passiert"

In den letzten Tagen sorgte die Künstleraktion #allesaufdentisch für Aufsehen: In der Videoreihe diskutierten Schauspieler und Künstler mit Wissenschaftlern und Experten über die Coronakrise und die Coronapolitik der Regierung. Bei den Experten handelt es sich laut den Initiatoren um Personen, die in den Coronadebatten zu kurz kommen. Die Videoplattform YouTube, die seit Beginn der Coronakrise und insbesondere in der letzten Zeit immer wieder Videos mit der Begründung der "medizinischen Fehlinformation" zensierte, löschte auch mehrere Videos der Initiative #allesaufdentisch.

Am Montag hatte das Kölner Landgericht dann eine Eilentscheidung zu zwei der gelöschten Videos erlassen: YouTube hatte die beiden Videos demnach zu Unrecht gelöscht. Auf Antrag der Initiatoren erließ das Gericht zwei einstweilige Verfügungen gegen die zu Google gehörige Plattform. Mittlerweile hat YouTube zumindest eines der gelöschten Videos wieder hochgeladen.

Im Interview mit RT DE sprach einer der Teilnehmer von #allesaufdentisch, der Psychoneuroimmunologe Christian Schubert, über Zensur und Meinungsfreiheit in Coronazeiten. Zur Person: Christian Schubert ist Arzt, klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe sowie Psychotherapeut an der Klinik für Medizinische Psychologie an der Medizinischen Universität Innsbruck. Dort gründete er im Jahr 1996 das Labor für Psychoneuroimmunologie. Seit 2005 leitet er außerdem die Arbeitsgruppe des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin. Gegenüber RT DE erklärte er, dass er in der Löschung der Videos einen empfindlichen Eingriff in die Meinungsfreiheit der Menschen sehe:

"Offensichtlich ist es nicht erlaubt, unterschiedliche Meinungen zur Coronakrise zu haben."

Weiterhin erklärte Schubert, dass die Videos bewusst nicht nur von Künstlern aufgenommen wurden, denen man ja ein gewisses Fachwissen absprechen könnte. Die Videos wurden deshalb gerade mit Wissenschaftlern aufgenommen, die sich tagtäglich mit der Coronakrise fachspezifisch beschäftigen. Es sei daher besorgniserregend, dass man bestimmte Seiten nicht hören will und diese als bedrohlich wahrgenommen werden, um ein Narrativ, dass von Politik, Medizin und den Leitmedien aufrechterhalten wird, zu schützen. Es sei für ihn unbegreiflich, mit welcher Vehemenz man das Narrativ, dass nur die Impfung helfe, aufrechterhalten wolle:

"Ich habe von Beginn an gesagt: Alles läuft darauf hinaus, dass alle Menschen möglichst geimpft werden."

Er selber habe an der Aktion teilgenommen, da er der Meinung ist, dass die wissenschaftliche Argumentation nicht mehr gehört werden will. Er selber sei beispielsweise engagiert darin, Coronaimpfungen für Kinder zu verhindern, da für diese die COVID-19-bedingte Mortalität gegen null geht. Da diese Meinungen jedoch nicht gehört werden, müsse man sich mit der Kunst verbinden. Er glaube, dass Kunst in diesen Zeiten sehr viel bewegen kann.

In Bezug auf die Coronapolitik sei es teilweise auch beängstigend, mit welcher Brutalität gegen Menschen vorgegangen wird. Als Beispiel führte er den österreichischen Bildungsminister Heinz Faßmann an, der sagte, dass es vielleicht zu akzeptieren sei, wenn geimpfte Kinder ungeimpfte in der Schule hänseln.

"Das ist für mich Aufruf zum Mobbing. Das ist Aufruf zum emotionalen Missbrauch und das ist bereits Gewalt", sagte Schubert.

Diese Spaltung werde mehr oder weniger von höchster Ebene akzeptabel empfunden. Durch die Löschung von Videos mit anderen Meinungen auf YouTube sehe man außerdem deutlich, dass eine gewisse kritische Meinung gegenüber der Coronakrise nicht öffentlich werden darf. In mehreren Bereichen des öffentlichen Lebens erlebe man eine Diffamierung und Diskreditierung von Kritikern. Diese Zensur betreffe aber nicht nur YouTube:

"Ich habe Kontakt zu Leitmedien und habe Kontakt zu Redakteuren, die nur mehr das schreiben dürfen, was das öffentliche Narrativ zur Coronakrise, das Impfnarrativ sozusagen, betrifft. Die leiden fürchterlich. Es gibt genug Redakteure, die frustriert sind über ihre Berufstätigkeit momentan."

Man wisse auch, dass coronamaßnahmenkritische Demonstrationen mittlerweile mit Gewalt beantwortet werden. Vorab wurde bereits durch Diffamierung der Demonstranten in Richtung rechts dafür gesorgt, dass einige gar nicht mehr auf die Straße gehen wollen. Schubert erklärte weiterhin, er denke nicht, dass Löschungen von Digitalkonzernen wie YouTube willkürlich seien. Vielmehr sei anzunehmen, dass Videos gezielt aufgrund gewisser Inhalte entfernt werden:

"Dann würde ich vermuten, dass dies eine zielgerichtete Aktion ist, dass es bestimmte Videos gibt, die besonders auffällig sind, die besonders dem Regime nicht gefallen."

Mehr zum Thema - Volker Bruch zu #allesaufdentisch: Missstände nicht akzeptieren

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