Österreich: Massive Arbeitsplatzverluste ohne russisches Gas befürchtet

Das Einstellen der Gaslieferungen werde "massive negative Auswirkungen" mit sich bringen, sagte der Präsident der österreichischen Industriellenvereinigung Georg Knill in der ZiB 2 (ORF) am Mittwoch. Das Land werde dann einen sofortigen Versorgungsnotstand sowie einen Wohlstandsverlust aufgrund der Nichtleistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft erleben. Auch Arbeitsplätze seien von der Maßnahme betroffen: Laut seinen Schätzungen stünden plötzlich 300.000 Menschen ohne Job da. Knill sprach in diesem Zusammenhang von "Horroszenarien".

Ausgleichsmechanismen, um russisches Gas von einem Tag auf den anderen zu ersetzen, seien gar nicht vorhanden, so Knill. Zwar sei eine Energiewende geplant, aber nicht in einem solchen Eiltempo, sondern bis zu den Jahren 2040 bis 2050. Dass Russland beschließen könne, kein Gas mehr nach Österreich zu liefern, befürchtet er allerdings nicht: "Die Gefahr, dass Russland das Gas abdreht, sehe ich wesentlich geringer, als dass es von der EU-Kommission her ganz klar der Wille ist – wie auch bei Öl –, demnächst Gas aus Russland nicht mehr zu importieren". 

Die EU-Kommission hat verkündet, so schnell wie möglich von russischen Energie-Lieferungen loszukommen. Unter anderem schlägt die Kommission der Europäischen Union (EU) vor, den Energieverbrauch bis Ende des Jahrzehnts um mindestens 13 Prozent zu senken, statt – wie bisher vorgesehen – "nur" um 9 Prozent. Zudem sollen 45 Prozent der Energie in der EU bis zum Jahr 2030 aus erneuerbaren Quellen kommen, statt wie bisher geplant 40 Prozent.

Ab Mai müssen die Kunden von russischem Gas ihre Rechnungen in Rubel bezahlen. Das Verfahren sieht vor, dass Importeure bei der russischen Gazprombank ein Konto eröffnen. Nach Angaben Moskaus folgt bisher etwa die Hälfte der Kunden in der EU dem neuen System, demnach auch in Deutschland. Wer ab Mai nicht in Rubel bezahlt, dem werde der Hahn zugedreht. Bislang hat Russland demgemäß bereits seine Gaslieferungen nach Finnland, Polen und Bulgarien eingestellt.

Ob der österreichische Energieriese OMV Rubelkonten bei der russischen Gazprombank eröffnen wird, ist noch unklar. "Wir arbeiten an der Umsetzung einer sanktionskonformen Lösung", hieß es lediglich aus dem Unternehmen, berichtete Der Standard. Vor einem Monat hatte das Unternehmen OMV noch bekräftigt, dass es seine Rechnungen im Einklang mit den EU-Sanktionen bezahlen und sich an die entsprechenden EU-Richtlinien halten werde.

Mehr zum Thema - Bericht: Deutschland, Italien und Österreich werden russisches Gas in Rubel bezahlen

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