NEXTA-"Journalist", der zu Weißrussland twittert, arbeitet für US-Thinktank – Twitter schaut weg

Am Mittwoch gab das Center for European Policy Analysis (CEPA) mit Sitz in Warschau und Washington bekannt, man sei dort "begeistert", Tadeusz Giczan als Fellow willkommen zu heißen. Er arbeitete bereits mit NEXTA zusammen – von manchen als "der größte Telegram-Kanal von Belarus" bezeichnet.

Wir freuen uns sehr, bekannt geben zu können, dass @TadeuszGiczan der CEPA als unser neuer Fellow mit Schwerpunkt Belarus beitritt! Tadeusz hat unglaubliche Arbeit geleistet, als er mit @nexta_tv über Ereignisse in Belarus berichtete. Und in diesem entscheidenden Moment bringt sein er Fachwissen über die inneren Abläufe des Landes bei der CEPA ein. Willkommen, Tadeusz!

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Bei ihrem Lob an Giczan für seine "unglaubliche Arbeit bei der Berichterstattung über die Ereignisse in Belarus" bezog sich das CEPA auf die wochenlangen Proteste, mit denen auch versucht wurde, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in Weißrussland zu kippen. Seit Beginn der Umsturzversuche gegen Präsident Alexander Lukaschenko stellte sich die NEXTA offen auf die Seite der Teilnehmer an den Unruhen.

Wie bei Rosamunde Pilcher: Der geopolitische Söldnerjournalist und die Denkfabrik der US-Rüstungsindustrie

Der in Minsk geborene, in Polen ausgebildete und nun in London ansässige Giczan scheint perfekt zum CEPA zu passen, wo man "glaubt, dass der strategische Schauplatz, der die Region zwischen Berlin und Moskau und von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer umfasst, ein Gebiet von vitalem strategischem Interesse für die Vereinigten Staaten darstellt".

Warum genau dieses Territorium – von der alten Polnisch-Litauischen Union und dem "Intermarium"-Projekt beansprucht, das Warschau zwischen den Weltkriegen vorantrieb – nun ausgerechnet für die USA lebenswichtig sein soll, wird nirgendwo so richtig erklärt. Das hält das CEPA jedoch nicht davon ab, Gelder sowohl vom US-Außenministerium, von den Regimewechsel-Spezialisten der National Endowment for Democracy, von diversen US-Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin, Raytheon und Bell, oder sogar direkt von der NATO entgegenzunehmen.

Giczan ist nicht der einzige Aktivist – Journalist und Experte für alles, was Belarus betrifft –, der den Sprung vom Aktivismus in den sozialen Netzwerken in die schöne Welt der Denkfabriken geschafft hat. Zwei weiteren wichtigen Stimmen gelang das im vergangenen Monat ebenfalls. Sie landeten bei einem nahen Verwandten des CEPA – beim Eurasia Center, einer Unterabteilung des Atlantic Council.

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Der Atlantic Council ist der bedeutendste Thinktank der NATO überhaupt. Dort macht man sich für die Idee stark, Russland sei eine existenzielle Bedrohung für Europa und für die Vereinigten Staaten von Amerika, um so das Fortbestehen der NATO noch lange nach dem Kalten Krieg zu rechtfertigen. Nun holte auch diese Denkfabrik in Gestalt von Hanna Ljubakowa und Franak Viačorka (Franzischak Wjatschorka) zwei einflussreiche Online-Stimmen zu Belarus in ihre Reihen.  

Ljubakowa wird vom Eurasia Center als ehemals bei Outriders tätige Journalistin beschrieben, einer "internationalen Multimedia-Plattform", die von Polen aus betrieben wird. Wjatschorka hingegen wurde von der US-Agentur für globale Medien verpflichtet – der USAGM. Das ist ein offizielles Propagandainstrument der Regierung in Washington. Er war zuvor bereits "Kreativer Direktor beim Belarus-Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL)".

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Dreifacher journalistischer Tausendsassa: Protest, "Demokratie", NATO-Rüstungsindustrie

Das heißt, dass ausgerechnet die Personen, die hinter den drei prominentesten englischsprachigen Twitter-Accounts mit Nachrichten aus Weißrussland stehen, nun alle bei Lobbygruppierungen arbeiten, die der NATO verpflichtet sind und von der US-amerikanischen und britischen Rüstungsindustrie finanziert werden. Wenn das mal keine wirklich interessante Entwicklung ist!

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Lukaschenkos Regierung durch ihre Entscheidung, Journalisten, die für westliche Sender arbeiten, die Akkreditierung zu entziehen – mit der Begründung, dass sie angeblich Unruhen schüren –, diesen Exodus in das gelobte Land der Denkfabriken auslöste. Unwahrscheinlich nicht zuletzt deshalb, weil diese regierungsoffizielle Entscheidung erst am 29. August fiel, also vier Tage nach dem Sprung von Ljubakowa zum Atlantic Council und sogar zwei Wochen später, als Wjatschorka ihr damit am 14. August zuvorgekommen war.

Fast noch interessanter ist, dass sie Zuflucht in den offenen Armen der NATO suchten – die nun behauptet, an den Ereignissen in Weißrussland völlig unbeteiligt zu sein. Und doch sehen wir hier einen Arm des Bündnisses, der Narrative gestaltet und stets darauf bedacht ist, "die Stimmen" jener Journalisten oder Aktivisten zu verstärken, die ihrerseits die Opposition gegen Lukaschenko anfeuern.

Selbstredend haben auch die betreffenden Journalisten/Aktivisten das Recht, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen, und es ist fair, wenn auch sie bezahlte Arbeitsstellen bekommen. Das Bemerkenswerte daran ist jedoch das Interesse der NATO, Menschen zu unterstützen, die ein aus Belarus kommendes Narrativ gestalten – bemerkenswert nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass die EU öffentlich erklärt, ihr Interesse an Weißrussland sei nicht geopolitischer Natur.

Zuletzt bleibt nur noch festzustellen: Während Social-Media-Plattformen wie Twitter in den letzten Wochen RT, Sputnik oder Xinhua als "staatsnahe Medien" bezeichneten, wurde auf britische, deutsche, französische oder US-amerikanische Medienhäuser keineswegs dieselbe Messlatte angelegt. Denn auch diese werden von ihren jeweiligen Regierungen kontrolliert und finanziert, wie zum Beispiel Wjatschorkas früherer Arbeitgeber USAGM.

Twitter enthüllte auch nicht etwa die Tatsache, dass jene "Denkfabriken", die jetzt die Auslegung der Geschehnisse in Weißrussland durch die Aktivisten verstärken, ein direktes Interesse daran haben, in Osteuropa Spannungen zu schüren, um der Präsenz der NATO oder wenigstens Waffenexporten in die Region mehr Schwung zu verleihen.

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