Medienbericht: Washington warnte Russland vor Terroranschlag in Crocus City Hall

Die USA sollen Russland gewarnt haben, dass die Konzerthalle Crocus City Hall in Moskau das Ziel eines Terroranschlags sein könnte. Dies berichtete die Washington Post am Dienstag.

Die Warnung soll dem Artikel zufolge zwei Wochen vor dem Terroranschlag ausgesprochen worden sein, bei dem Bewaffnete am 22. März mehr als 140 Menschen in der Konzerthalle vor den Toren Moskaus töteten.

Die Washington Post bezieht sich in ihrem Bericht auf namentlich nicht genannt US-Beamte. Laut den anonymen Quellen wurde den russischen Behörden einen Tag vor der öffentlichen Warnung der US-Botschaft am 7. März eine Mitteilung mit einem "hohen Grad an Spezifität" weitergegeben.

Damals riet die Botschaft US-Amerikanern in der russischen Hauptstadt, in den nächsten 48 Stunden Großveranstaltungen zu meiden und berief sich dabei auf "Berichte, wonach Extremisten unmittelbar bevorstehende Pläne haben, große Versammlungen in Moskau anzugreifen, darunter auch Konzerte."

Das Weiße Haus hatte außerdem behauptet, es habe Informationen über einen möglichen Anschlag mit den russischen Behörden ausgetauscht. Der Leiter des russischen Auslandsgeheimdienstes (SVR), Sergei Naryschkin, bestätigte dies, merkte jedoch an, dass "die Informationen zu allgemein waren und es uns nicht erlaubten, diejenigen, die an diesem schrecklichen Verbrechen beteiligt waren, vollständig zu identifizieren."

Auch vor Anschlag auf Synagoge gewarnt?

Die New York Times berichtete letzte Woche, dass die USA zwar Daten über eine Terrorbedrohung ausgetauscht hätten, aber "die feindlichen Beziehungen" zwischen den beiden Ländern – die größtenteils auf die Ukraine-Krise zurückzuführen sind – eine vollständige Offenlegung verhindert hätten. US-Beamte hielten demnach einige Informationen zurück, "aus Angst, die russischen Behörden könnten ihre geheimdienstlichen Quellen oder Methoden erfahren", so die Zeitung weiter.

Die Washington Post hat zudem behauptet, dass die USA Moskau Informationen über Pläne von Terroristen des Islamischen Staates (IS, früher ISIS) für einen Anschlag auf eine Synagoge in Moskau geliefert hätten. Am 7. März gab der russische Föderale Sicherheitsdienst (FSB) bekannt, dass er einen Anschlag auf eine jüdische religiöse Stätte verhindert habe und dass die Terroristen bei einem Schusswechsel getötet worden seien, als sie sich der Verhaftung widersetzten.

Bei dem Anschlag auf die Crocus City Hall wurden mehrere Verdächtige, darunter vier, die direkt in die Schießerei verwickelt waren, innerhalb weniger Stunden nach dem Angriff von russischen Sicherheitsdiensten festgenommen.

Der russische Präsident, Wladimir Putin, bezeichnete die mutmaßlichen Täter als "radikale Islamisten" und sagte, sie seien auf der Flucht in Richtung Ukraine geschnappt worden, wo man ihnen "ein Fenster" für den Grenzübertritt geöffnet habe.

Russische Beamte haben behauptet, dass der ukrainische Geheimdienst hinter dem Anschlag stecken könnte, obwohl Kiew jede Beteiligung vehement bestritten hat. Die USA und ihre Verbündeten haben ihrerseits darauf bestanden, dass der Anschlag vom IS inszeniert wurde.

Moskau hat sich misstrauisch gegenüber westlichen Versuchen geäußert, die Ukraine von jeglicher Verantwortung freizusprechen, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Mehr zum ThemaTerroranschlag auf Crocus City Hall: Russisches Untersuchungskomitee identifiziert 134 Tote

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