Medienbericht: Ukraine zahlt für Marder-Panzer von Rheinmetall 70 Prozent mehr als Jordanien

Der Rüstungskonzern Rheinmetall will die ersten instandgesetzten Schützenpanzer vom Typ Marder in drei Wochen an die Ukraine liefern können. Das hatte Vorstandschef Armin Papperger gegenüber der Süddeutschen Zeitung am Dienstag angekündigt. Man warte auf die endgültige Entscheidung der Regierung, aber es gebe derzeit genügend Länder, "die diese Fahrzeuge haben wollten – nicht nur die Ukraine", hatte Papperger erklärt. Rheinmetall will insgesamt 100 Schützenpanzer des Typs Marder an die Ukraine liefern. Der entsprechende Ausfuhr-Antrag wurde bei der Bundesregierung gestellt, aber noch nicht bewilligt.

Der Bundestag hatte die Lieferung auch schwerer Waffen an die Ukraine Ende April genehmigt. Nun berichtet das Nachrichtenportal Business Insider, dass Rheinmetall 153 Millionen Euro für die 100 Marder von der Ukraine fordern soll. Der Preis sei deutlich höher, als der, den man vor wenigen Jahren von Jordanien gefordert habe. Business Insider zufolge zahlte Jordanien für seine Rheinmetall-Marder Stückpreise zwischen 660.000 und 890.000 Euro. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung an die Linksfraktion im Bundestag aus dem Juni 2021 hervor. Insgesamt habe der Rüstungskonzern zwischen 2016 und 2021 75 Marder-Schützenpanzer an Jordanien geliefert. Die dafür aufgerufenen Preise sollen schwanken. Dem Bericht zufolge zahlte Jordanien 2016 für 25 Marder sowie 28 dazugehörige Maschinenkanonen und Verschlüsse rund 16,6 Millionen Euro. Im Jahr 2019 kosteten 25 jeweils mit Maschinenkanonen und Verschlüssen ausgestattete Marder schon über 22,2 Millionen Euro, so Business Insider weiter.

Rechne man die 2019er-Preise für Jordanien hoch, würden 100 Rheinmetall-Marder samt Kanonen und Verschlüssen knapp 89 Millionen Euro kosten, so das Nachrichtenportal. Der Stückpreis läge grob bei 890.000 Euro – deutlich weniger als der Stückpreis von 1,5 Millionen, den Rheinmetall nun für die Lieferung von 100 Mardern an die Ukraine aufrufe. Nehme man den 2016er-Preis für Jordanien, Stückpreis grob 660.000 Euro pro Marder, werde die Diskrepanz zum Ukraine-Angebot sogar noch eklatanter.

Wie Business Insider weiter schreibt, umfasse die Lieferung zwar auch Munition, Wartung und Ausbildung, doch dieselben Konditionen habe Rheinmetall bei den Lieferungen an Jordanien gleichfalls erbracht. Auch die Inflation zwischen 2019 und 2022 erkläre den großen Preisunterschied nicht, so der Bericht weiter. Laut dem Nachrichtenportal sei es allerdings möglich, dass Rheinmetall die in den vergangenen Jahren gestiegenen Ressourcen- und Energiepreise in das Angebot an die Ukraine einpreise. Doch, so der Bericht weiter, auch das rechtfertige bei einer bloßen Instandsetzung der Marder-Panzer keinen Preisanstieg von 70 Prozent.

Des Weiteren schreibt Business Insider, dass Rheinmetall eine Anfrage der Nachrichtenplattform unbeantwortet gelassen habe. Und auch das für Rüstungsexporte zuständige Wirtschaftsministerium habe die von Rheinmetall aufgerufenen Preise – und ob diese eine Auswirkung auf die Bewilligung der Ausfuhr-Genehmigung für die Marder hätten – nicht kommentieren wollen. Ein Sprecher habe lediglich mitgeteilt:

"Detailinformationen zur Lieferung und Bezahlung von militärisch zu nutzenden Gütern in die Ukraine unterliegen der Vertraulichkeit, um militärische Geheimnisse der Ukraine zu schützen."

Und weiter:

"Das betrifft auch die Erwägungen, Abstimmungen und Entscheidungsverfahren innerhalb der Bundesregierung einschließlich der formalen Antrags- und Genehmigungsverfahren."

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