Medienbericht: EU sieht Preisobergrenze für russisches Öl bei 65 bis 70 US-Dollar pro Barrel

Wie die Zeitung Bloomberg unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, erwägt die Europäische Union die Einführung einer Preisobergrenze für russisches Öl in Höhe von 65 bis 70 US-Dollar.

Mehrere EU-Diplomaten kritisierten gegenüber der Zeitung, dass dieser Betrag zu hoch angesetzt sei, da er dem langfristigen Durchschnittspreis für ein Barrel Öl zu der Zeit vor dem Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine entspreche. Bloomberg weist darauf hin, dass diese Preisspanne weit über den Kosten der Ölförderung in Russland und auch über dem von einigen europäischen Ländern geforderten Niveau liege. Daher dürfte die hohe Preisschwelle nur geringe Auswirkungen auf das Land haben, schrieb die Zeitung. Simone Tagliapietra, leitender Forscher an der Denkfabrik Bruegel, schilderte:

"Russisches Öl wird derzeit mit einem deutlichen Abschlag gegenüber dem Brent-Preis gehandelt, der bei etwa 65 US-Dollar pro Barrel liegt."

Tagliapietra geht davon aus, dass eine Ölpreisobergrenze von 65 bis 70 US-Dollar pro Barrel Russland nicht besonders stark schaden würde.

Die Zeitung The Wall Street Journal hatte zuvor davon berichtet, dass ein Schwellenwert von 60 bis 70 US-Dollar pro Barrel im Gespräch sei. Wie Bloomberg berichtete, hatten die G7-Länder im Vorfeld über die Einführung einer deutlich niedrigeren Obergrenze von rund 40 US-Dollar pro Barrel diskutiert. Am 22. November wurde Rohöl der Sorte Brent mit rund 90 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Gesprächspartner äußerten gegenüber Bloomberg und dem Wall Street Journal, dass der genaue Wert bereits am 23. November, bekannt gegeben werden könnte. Am heutigen Mittwoch findet ein außerordentliches Treffen der EU-Energieminister statt. Zur Einführung der Preisgrenze wird allerdings es nur kommen, wenn alle Staaten sie mittragen.

Die G7-Länder (USA, Kanada, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan) kündigten im September ihre Absicht an, eine entsprechende Obergrenze für russisches Öl einzuführen. Diese Maßnahme ist auch im achten Sanktionspaket der EU enthalten, das Anfang Oktober vorgestellt wurde. Die Preisobergrenze für Rohöl soll am 5. Dezember dieses Jahres in Kraft treten, für Ölprodukte am 5. Februar 2023. Ferner tritt an denselben Daten ein Embargo für die Lieferung von Erdöl und Erdölerzeugnissen aus Russland auf dem Seeweg in Kraft.

Die russischen Behörden haben bereits angekündigt, kein Öl mehr in die Länder liefern zu wollen, die der Preisobergrenze zustimmen. Die Diskussion über die Exportpreisobergrenze sei ein Eingriff in den Markt, so der stellvertretende Ministerpräsident Russlands, Alexander Nowak. Er betonte:

"Wir sind bereit, mit denjenigen Verbrauchern zusammenzuarbeiten, die bereit sind, sich mit den Marktbedingungen auseinanderzusetzen."

Nach Ansicht des US-Finanzministeriums werde es für Russland schwierig, die bisherigen Liefermengen aufrechtzuerhalten, ohne einer Preisobergrenze zuzustimmen. Moskau werde die wirtschaftlichen Anreize für Kraftstoffexporte beibehalten, so das US-Außenministerium. Die USA beabsichtigen, die Vorteile für Russland aus den Öllieferungen einzuschränken, indem sie die Präsenz ihrer Produkte auf dem Markt aufrechterhalten.

Indische und chinesische Ölimporteure halten sich mit Ölkäufen zurück, bis Klarheit darüber besteht, wie der Mechanismus der "Preisobergrenze" funktioniert, so Quellen von Reuters und Bloomberg.

Mehr zum Thema - Polens Heuchelei: Russische Ölimporte trotz Warschaus Verzicht-Ankündigung

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