Klimaschutz ist in Russland Chefsache – und eine Chance für die deutsche Wirtschaft

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) sieht große Chancen für die deutsche Wirtschaft auf dem russischen Markt sowie eine Annäherung zwischen Russland und der EU und plädiert für eine enge Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Russland. Das geht aus einem Positionspapier der AHK hervor.

"Der Klimaschutz ist auch in Russland ganz oben angekommen und inzwischen Chefsache", sagt AHK-Präsident Rainer Seele.

"Daraus ergeben sich große Chancen für die deutsche Wirtschaft, deren Zukunftstechnologien im Bereich Nachhaltigkeit und Energie auf dem russischen Markt stark gefragt sind, aber auch Chancen für eine Annäherung zwischen Russland und der EU." Russland komme im Kampf gegen den Klimawandel eine Schlüsselrolle zu, so Seele.

CO₂-Zertifikate und Wasserstoff

Entscheidend für diese Zusammenarbeit ist unter anderem die gegenseitige Anerkennung von CO₂-Zertifikaten. Der Wirtschaftsverband begrüßt deshalb in seinem Positionspapier die Einführung eines nationalen Zertifizierungssystems für CO₂-freien Strom in Russland ab dem Jahr 2022. Die AHK unterstützt zudem die Entwicklung eines russischen Emissionshandelssystems und dessen spätere Integration in das EU-System.

Die AHK schlägt darüber hinaus vor, ihre Initiativgruppe Wasserstoff als Plattform für Kooperation im Bereich Wasserstoff zu nutzen. Die Initiativgruppe steht in engem Kontakt mit Rosatom, Rosnano, Gazprom, Nowatek sowie weiteren Akteuren und kann für einen effektiven Dialog mit den europäischen Förderprogrammen sorgen. "Innovationen und Investitionen im Bereich Wasserstoff sowohl in Deutschland als auch in Russland nähren Hoffnung auf zukünftige gemeinsame Leuchtturmprojekte, von denen Europa und Russland gleichermaßen profitieren werden", erklärt Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK.

"Es ist essenziell, dass Politiker in Washington, Moskau, Peking, Brüssel, Berlin und anderen wichtigen Hauptstädten an einem Strang ziehen. Der Klimawandel ist ein globales Phänomen und kann nur global bekämpft werden."

Russlands Sinneswandel

Die AHK, mit 1.000 Mitgliedern größter ausländischer Wirtschaftsverband in Russland, hat in den vergangenen Monaten einen radikalen Sinneswandel in der russischen Machtelite ausgemacht. "Auf dem diesjährigen Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg hat der russische Präsident eine regelrechte grüne Revolution im eigenen Land ausgerufen", sagte AHK-Chef Schepp.

"Dass Putin an Joe Bidens virtuellem Klimagipfel Ende April teilgenommen hat, ist ebenfalls ein hoffnungsvolles Zeichen. Es ist wichtig, dass auch die Europäische Union den Gesprächsfaden mit Russland noch intensiver aufnimmt."

Am 21. April 2021 wies der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Rede vor der Föderalen Versammlung auf die Bedeutung von Fragen der Klima- und Umweltschutz und Treibhausgasemissionen hin.

Er schlug vor, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, die Landwirtschaft, die Industrie, den Wohnungs- und Versorgungssektor, die gesamte Infrastruktur anzupassen, eine Industrie für Kohlenstoffemissionen zu schaffen, deren Reduzierung zu erreichen und hier eine strenge Kontrolle und Überwachung einzuführen.

"In den nächsten 30 Jahren muss die kumulierte Menge der Netto-Treibhausgasemissionen in Russland niedriger sein als in der Europäischen Union. Angesichts der Größe unseres Landes, seiner Geografie, seines Klimas und seiner Wirtschaftsstruktur ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe. Ich bin jedoch absolut sicher, dass dieses Ziel unter Berücksichtigung unseres wissenschaftlichen und technologischen Potenzials absolut erreichbar ist", sagte Putin.

Seiner Meinung nach sollen die neue Energetik, die neue Pharmazie und die Lösung der Klimaprobleme ein mächtiger Anreiz für die umfassende Modernisierung aller Wirtschaftszweige und der sozialen Sphäre des Landes werden.

Mehr zum Thema - Umweltschutz vor allem: Putin nimmt Bidens Einladung zum Klimagipfel an

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