Israel: Chef vom Militärgeheimdienst tritt zurück

Der Chef des militärischen Nachrichtendienstes der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Israel Defense ForcesIDF), Generalmajor Aharon Haliva, hat am Montag dem Generalstabschef, Generalleutnant Herzi Halevi, seinen Rücktritt angeboten. Zur Begründung heißt es laut der israelischen Nachrichtenseite Ynet News, dass er sich in seinem Schreiben als federführender Akteur "der Fehler des Nachrichtendienstes" bezeichnet hat, dies bezogen auf das Hamas-Vorgehen am 7. Oktober. Es sei jedoch noch unklar, zu welchem Zeitpunkt Haliva zurücktreten wird, da die IDF-Verantwortlichen noch "einen Nachfolger finden müssen".

Haliva ist laut israelischer Medieninformationen aktuell auch an den internen Untersuchungen der Armee über "ihr Versagen" im Vorfeld der Hamas-Ereignisse vom 7. Oktober beteiligt, so der Ynet News-Artikel darlegend. Die Auswertungen und Ergebnisse sollen dem Generalstabschef der IDF, Generalleutnant Herzi Halevi, bis Anfang Juni vorgelegt werden. Die IDF bestätigten am 22. April im Rahmen eines X-Posting zu den medialen Gerüchten:

"In Abstimmung mit dem Generalstabschef hat der Leiter des Nachrichtendienstes, Generalmajor Aharon Haliva, darum gebeten, sein Amt niederzulegen, nachdem er als Leiter des Nachrichtendienstes für die Ereignisse vom 7. Oktober verantwortlich war. Der Generalstabschef dankte Generalmajor Aharon Haliva für seine 38 Dienstjahre in den IDF, in denen er sowohl als Soldat als auch als Kommandeur einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Staates Israel geleistet hat."

Haliva wird medial mit der Feststellung in seinem Brief zitiert:

"Die IDF unter meinem Kommando haben es versäumt, vor dem Terroranschlag der Hamas zu warnen. Wir haben in unserer wichtigsten Mission versagt, und als Leiter der Direktion Militärischer Nachrichtendienst trage ich die volle Verantwortung für dieses Versagen."

Er werde sein Amt noch so lange ausüben, "bis ein Nachfolger gefunden ist", heißt es weiter in dem Schreiben. Zu den Details seines "Versagens" heißt es in einem Artikel der Times Of Israel:

"Haliva befand sich am 7. Oktober im Urlaub in Eilat (ein Urlaubsort am Roten Meer im Süden Israels). Berichten zufolge wurde er an jenem Morgen gegen 3 Uhr über "gewisse Anzeichen aus dem Gazastreifen" für einen bevorstehenden Angriff informiert, nahm aber nicht an den Beratungen in den höchsten Rängen der IDF über diese Anzeichen teil und war auch telefonisch nicht erreichbar.

Haliva wurde später mit den Worten zitiert, dass er, selbst wenn er an den Beratungen teilgenommen hätte, zu dem Schluss gekommen wäre, dass die Hamas offensichtlich eine Übung durchführe und dass man mit der Angelegenheit bis zum Morgen warten könne. "Es hätte das Endergebnis in keiner Weise verändert", soll er gesagt haben."

Laut den Israel National News war es Haliva, der nachdrücklich die Einsetzung eines staatlichen Untersuchungsausschusses zu den Ereignissen vom 7. Oktober einforderte. Er wird mit den Worten zitiert, dass "jetzt, nachdem mehr als ein halbes Jahr vergangen ist und die Ermittlungen begonnen haben, bitte ich darum, meine Rolle zu beenden und die IDF zu verlassen, nachdem eine Etappe der Ermittlungen abgeschlossen ist".

Zeitnah sollte zudem ein neuer Chef des Militärischen Nachrichtendienstes ernannt werden, so Haliva, der "die hervorragenden Leute im Direktorat in den kommenden Jahren führen wird". 

Mehr zum Thema - Der iranische Angriff auf Israel war erfolgreicher, als es scheint – und dafür gibt es einen Grund 

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