Interview: »Vegan Food Management« studieren

Apfel auf Büchern
© jarmoluk – Pixabay

2016 haben wir ein Stipendium für den Studiengang »Vegan Food Management« ausgeschrieben. Jetzt, drei Jahre später, hat unsere Stipendiatin Melina ihr Bachelorstudium erfolgreich beendet. Im Interview erzählt sie, wie sie auf den Studiengang aufmerksam wurde, was sie gelernt hat und wie es nun für sie weitergeht.

MelinaLiebe Melina, erst einmal herzlichen Glückwunsch: Du hast deine Prüfungen abgelegt und deinen Abschluss in der Tasche. Wie fühlst du dich?

Melina: Ich bin erleichtert. Der erste Meilenstein ist geschafft, auch wenn es nicht immer einfach war.

Wieso hast du dich für den Studiengang »Vegan Food Management« entschieden?

Melina: Meine Mutter hatte mir einen Artikel über den Studiengang in einer veganen Zeitschrift gezeigt, ich konnte mir aber zunächst nichts darunter vorstellen. Wir lebten zu dem Zeitpunkt beide schon seit zwei Jahren vegan und meine Bewerbungen für ein Studium der Ernährungswissenschaften waren bereits verschickt, denn ich konnte mir nichts anderes für meine berufliche Zukunft vorstellen. So habe ich mich auch nicht weiter mit »Vegan Food Management« beschäftigt und lieber auf die Antworten der Hochschulen gewartet. Als diese mich ablehnten, war ich ziemlich enttäuscht. Und wie es das Schicksal dann so wollte, hörte ich einen Radiobericht über den Studiengang und das Stipendium, informierte mich, war unheimlich begeistert vom Aufbau des Studiums und bewarb mich schlussendlich doch.

Erzähl uns ein wenig von dem Studium: Wie ist es strukturiert, welche Schwerpunkte und Spezialisierungen gibt es?

Melina: Das Studium umfasst zu 50 % betriebswirtschaftliche und zu 25 % ernährungswissenschaftliche Themenbereiche. Dazu kommen noch 25 % personale und Handlungskompetenzen. Im ersten Jahr sind wir mit 13 Studierenden gestartet und waren eine sehr heterogene Gruppe. Immerhin war der Studiengang neu und sprach unterschiedlichste Persönlichkeiten an. Der betriebswirtschaftliche Teil hat dann doch einige abgeschreckt, weshalb unsere Gruppe schnell geschrumpft ist. Ich habe aber aus den nachfolgenden Jahrgängen gehört, dass diese Problematik schon keine Rolle mehr spielt.
Der Fokus des Studiums liegt darauf, Fachkräfte für den Mittelstand auszubilden. Ein Schwerpunkt ist die theoretische Grundlagenausbildung mit Modulen wie Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre, aber auch »Marketing und Vertrieb« oder »Beschaffungs- und Produktionsmanagement« werden behandelt.

Der andere Schwerpunkt liegt weniger auf veganer Ernährung und ernährungsphysiologischen Grundlagen, sondern mehr auf deren praktischer Umsetzung in der Arbeitswelt. So haben wir viel über Nachhaltigkeitsmanagement und das Konsumentenverhalten der veganen Zielgruppe gelernt. Praktisch anwenden kann man sein Wissen dann in Projektarbeiten. Dabei haben wir beispielsweise einen veganen Nachhaltigkeits-Guide für Köln entwickelt.

Spezialisierungen lassen sich derzeit im Studium noch nicht auswählen, da die Teilnehmerzahl zu gering ist. Ich würde mich aber freuen, wenn sich das bald ändert.

Hast du das Gefühl, dass dich das Studium gut auf die Arbeitswelt vorbereitet hat?

Melina: Auf jeden Fall. Da das Studium an einer Fachhochschule gelehrt wird, ist der Praxisbezug sowieso gegeben. Die FHM ist sehr bemüht, die Inhalte so praxisnah wie möglich zu unterrichten. Das merkt man auch daran, dass die Dozenten aus unterschiedlichen Berufsfeldern kommen und meistens nur nebenberuflich dozieren. Das macht es für die Studierenden sehr leicht, einen Praxisbezug und Kontakte in die Industrie herzustellen. Die theoretischen Anteile müssen natürlich trotzdem gelehrt werden. Da kommt man auch an einer Fachhochschule nicht drumherum.

Wo hast du dein sechsmonatiges Pflichtpraktikum absolviert? Wie hat es dir gefallen?

Melina: Ich habe mein Praktikum bei einem veganen Street-Food Caterer absolviert, bei dem ich bereits zuvor angestellt war. In der Zeit habe ich vieles gelernt: Zum Beispiel, worauf man bei der Planung und Zubereitung von Speisen für bis zu 1.000 Personen achten muss, welche Hygienebestimmungen im Cateringbetrieb relevant sind oder wie Buchhaltung funktioniert. Mein Highlight war aber, dass ich unseren Stand für eine Messe organisieren und leiten durfte. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht.

Was hat dir rückblickend am Studium »Vegan Food Management« am besten gefallen?

Melina: Am besten gefallen hat mir das Modul »Corporate Social Responsibility und nachhaltige Unternehmensführung«. Hier habe ich gelernt, welche Maßnahmen konkret eingesetzt werden können, um unternehmerisches Handeln umweltfreundlicher zu gestalten. Aber auch »Ernährungsmedizin«, »Tierschutz und Tierethik« sowie »Konsumentenverhalten der veganen Zielgruppe« waren unglaublich spannend.

Ich glaube aber, dass der Zusammenhalt innerhalb der Studiengruppe der entscheidende Faktor für ein erfolgreiches Studium ist, denn immerhin verfolgen alle in etwa dasselbe Ziel. So kann im Grunde jedes Modul Spaß machen.

Was gefiel dir am wenigsten?

Melina: Schwer zu sagen. Ich glaube, am anstrengendsten fand ich das Lernen für die Klausur in »Unternehmensführung«. Aber eigentlich hat mir kein Modul so gar nicht gefallen, alle waren in irgendeiner Weise sinnvoll. Das habe ich schnell erkannt und so auch den Spaß daran gefunden.

Wem würdest du diesen Studiengang empfehlen?

Melina: Ich würde den Studiengang allen empfehlen, die in der veganen und Nachhaltigkeitsbranche aktiv werden wollen. Die Möglichkeiten sind dadurch eigentlich fast grenzenlos. Wenn man sich für das Thema Veganismus interessiert und darin Chancen sieht, ist man in diesem Studiengang sehr gut aufgehoben, selbst wenn man selbst (noch) gar nicht vegan lebt. Wer wirklich etwas in der Industrie verändern will und sich sehr gut in der Szene vernetzen möchte, dem empfehle ich »Vegan Food Management«.

Welche Pläne hast du für deine (berufliche) Zukunft?

Melina: Gerade bereite ich mich auf das Masterstudium vor. Ich habe mich dazu entschlossen, einen Master of Science in »Agricultural and Food Economics« an der Universität Bonn zu absolvieren. Dafür muss ich noch Kenntnisse in Statistik nachholen, um die Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen, denn dieses Modul bleibt einem im Studium »Vegan Food Management« (zum Glück) erspart.

Ich würde mir nach meinem Master wünschen, bei einer Nicht-Regierungs-Organisation zu arbeiten. Vielleicht gehe ich auch in die Politik. Mal sehen, was mich so erwartet. Sorgen mache ich mir jedenfalls keine, dass ich auch notfalls »nur« mit einem Bachelor einen guten Job finden werde.

Melina, herzlichen Dank für das Interview und alles Gute für deinen weiteren Weg!

Der Artikel Interview: »Vegan Food Management« studieren wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

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