"Flurona" – Wie ernst muss die Doppelinfektion mit dem Grippe- und Coronavirus genommen werden?

Ende Dezember 2021 kursierten erste Medienberichte in Israel, wonach eine schwangere Frau gleichzeitig positiv auf das Grippe- und das Coronavirus getestet wurde. Die israelische Presse kreierte daraufhin den Begriff "Flurona", der in der weltweiten Berichterstattung umgehend übernommen wurde. Das Wort setzt sich aus dem englischen "flu" für Grippe und dem Wort Corona zusammen und stellt keinen wissenschaftlichen Begriff dar.

Der Direktor einer Frauenklinik im östlich von Tel Aviv gelegenen Petach Tikwa, wo der erste Fall bekannt wurde, äußerte gegenüber Medien seine Einschätzung zu dem aktuellen Fall. Arnon Wiznitzer berichtete, dass die Frau weder gegen das eine noch gegen das andere Virus geimpft worden sei, aber keine besonders starken Symptome aufgewiesen habe. Er wird mit den Worten zitiert: "Natürlich haben wir Corona vermutet. Sie wurde auf Corona und auch auf Grippe getestet, und zu unserer Überraschung waren beide Tests positiv. Wir erwarten, dass immer mehr Frauen sowohl an Corona als auch an Grippe erkranken werden."

Die Infektion der schwangeren Betroffenen verlief laut Angaben der Times of Israel  vollkommen unkompliziert, sodass die Patientin schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Israelische Behörden untersuchen den Fall aber weiter, um herauszufinden, ob die Kombination der beiden Viren – etwa bei vorerkrankten Personen – schwerwiegendere Verläufe verursachen könnte.

Wiznitzer erläuterte laut der Webseite Health Policy Watch, dass es 2021 "das ganze Jahr über keine Grippe" in der Region gegeben habe. "Aber dieses Jahr ist es anders", so der Arzt:

"Eine beträchtliche Anzahl schwangerer Frauen kommt mit grippeähnlichen Symptomen in den Kreißsaal, und es ist schwierig, festzustellen, ob sie Grippe oder COVID-19 haben. Daher werden diese Frauen in speziellen Isolierzimmern für Kreißsäle untergebracht, wo sie auf beide Viren getestet werden. Bisher stellte sich heraus, dass es sich bei den meisten Fällen um Grippe handelte. Aber ich gehe davon aus, dass sich das Gleichgewicht verschieben wird, wenn die COVID-Fälle im Land zunehmen."

Die Doppelinfektion stellt aktuell kein neues Phänomen dar. Schon im November 2021 berichtete die US-Seite The Atlantic über einen ähnlichen Fall in den USA, der jedoch auf das Jahr 2020 zurückgeht. Dem Artikel nach durchlebte eine ganze Familie im Februar 2020 eine Doppelinfektion. Entdeckt wurde der Fall durch die Aufnahme des Familienvaters in ein Krankenhaus und das daraus resultierende positive Testergebnis auf das Influenzavirus. Ein Forscher an der Columbia University und Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten bei ProHealth wollte jedoch aufgrund der damals noch unbekannten, aber diskutierten Coronavariante auf Nummer sicher gehen und testete den Betroffenen auf das Coronavirus. Auch dieser Test fiel positiv aus, so auch später bei der Ehefrau und den zwei Kindern.

Auf Anfrage von Health Policy Watch an die WHO erklärte Dr. Richard Peabody, WHO-Regionalbüroleiter des COVID-19-Incident Support Management Teams für Europa, dass es "schwierig sein könnte, den Unterschied zu erkennen, wenn es um die Symptome von Grippe, COVID oder 'Flurona' geht". "Beide Viren sind hochinfektiöse Atemwegserkrankungen und weisen häufig gleiche Symptome auf wie Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und/oder Geschmacks- und Geruchsverlust", so Peabody. 

Um der Panik in den sozialen Medien vorzugreifen, gaben Experten laut Euronews jedoch bereits Entwarnung: "Flurona" sei kein neues Virus, sondern eine "Koinfektion" eines Patienten oder einer Patientin." BR24 zitiert den Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger. Er hält das Auftreten solcher Doppelinfektionen demnach für "nichts Besonderes". "Solche Fälle müssen irgendwann mal auftreten", teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit. 

"Doppelinfektionen mit Grippe und Corona sind selten, weil beide Viren gleichzeitig selten vorhanden sind – durch das Maskentragen sind zwei Winter fast ohne Influenza abgelaufen."

Professor Dr. Reinhold Förster, Direktor des Instituts für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, geht ebenfalls laut der Welt von keiner großen Gefährdung aus. Förster erklärt in dem Artikel: "Gerade im Februar oder März, wenn die Grippewelle an Fahrt aufnehmen könnte, wäre es aber nicht verwunderlich, wenn sich einige Menschen mit beiden Viren infizieren. Zudem hänge die Anzahl von Doppelinfektionen sehr stark davon ab, wie schnell und fulminant sich die Omikron-Variante in den nächsten Wochen und Monaten ausbreitet."

Die WHO hat bisher noch keine Berichte über "Flurona"-Zahlen vorgelegt, verkündete jedoch im Dezember 2021 auf ihrer Webseite, dass zumindest im Jahr 2022 wieder mit erhöhten Influenzazahlen zu rechnen sei, nachdem die Grippesaison 2020/21 nahezu ausfiel: "Die Grippewelle in diesem Winter hat begonnen – was wir bisher wissen und was getan werden muss, um sie zu bekämpfen."

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