EU-Preisobergrenze für Gas bedroht laut Experten die Marktstabilität

Der neue EU-Korrekturmechanismus für den Gasmarkt, die Preisobergrenze, die im kommenden Monat in Kraft tritt, wird sich wahrscheinlich auf die Funktionsweise der Gasbörsen in der Union auswirken, so die Finanz- und Energiemarktregulierungsbehörden der Europäischen Union am Montag in einem Bericht.

Laut der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) könnten die Marktteilnehmer ihr Verhalten ändern, um die Aktivierung des Mechanismus zu vermeiden oder um sich an ihn anzupassen. So heißt es seitens der ESMA: 

"Da der Mechanismus die zentrale Preisermittlungsfunktion der regulierten Märkte einschränkt, wird er sich auf das Handelsverhalten der Marktteilnehmer auswirken und kann die Fähigkeit aller Marktteilnehmer beeinträchtigen, ihre Risiken effektiv zu steuern."

Die Händler könnten dann gezwungen sein, auf Verträge und Marktplätze auszuweichen, die nicht von der Preisobergrenze betroffen sind. 

"Solche Anpassungen könnten mit verschiedenen Mitteln erreicht werden, insbesondere durch die Verlagerung des Handels in den Freiverkehr (OTC) oder auf Handelsplätze außerhalb der EU", heißt es weiter. Für den außerbörslichen Handel greift der Deckel nicht. Die Behörde warnte davor, dass dies "erhebliche und abrupte Veränderungen des allgemeinen Marktumfelds auslösen" könnte, die sich auf das "ordnungsgemäße Funktionieren der Märkte und letztlich auf die Finanzstabilität" auswirken könnten. Von der EU-Agentur wurde zugleich unterstrichen, dass dies auch das bestehende Interesse senken und die Liquidität auf den regulierten Märkten für die EU-Benchmark-Gasverträge TTF untergraben könnte.

Die EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) schloss sich dieser Auffassung in einem separaten Bericht an und warnte, dass die Maßnahme zu einer Verlagerung des Handelsvolumens von der EU zu externen Gasbörsen führen könnte. Die ACER wies auch darauf hin, dass der Mechanismus die Energieversorgung gefährden könnte, wenn das durch die aktivierte Obergrenze eingeführte Preisniveau die Attraktivität der EU-Märkte für globale LNG-Lieferanten verringert. Die EU-Agentur erklärte weiter: 

"Der Mechanismus könnte das Niveau der marktbasierten Gasflüsse zwischen den verschiedenen Marktgebieten der EU verringern, was zu einem weniger integrierten Gasbinnenmarkt führen würde."

Die EU-Länder haben sich im Dezember 2022 darauf geeinigt, eine Preisobergrenze für Erdgas festzulegen, um einen Anstieg der Energiekosten zu verhindern. Der Preisdeckel soll greifen, wenn die Spotpreise am niederländischen TTF-Gas-Hub an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Marke von 180 Euro pro Megawattstunde (196 US-Dollar) überschreiten.

Der Mechanismus soll am 15. Februar in Kraft treten. Die Maßnahme wurde eingeführt, um Preisexplosionen wie die jüngste im August 2022 zu vermeiden, als die Preise für Erdgas in der EU aufgrund von Sorgen über russische Energielieferungen einen historischen Höchststand von 345 Euro (375 US-Dollar) pro Megawattstunde erreicht hatten.

Mehr zum Thema – "Sanktionen aus Brüssel ruinieren uns" – Ungarn trotzt EU-Gaspreisdeckel

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