"Dreckige Geheimnisse"? Schlammschlacht bei "Fridays for Future" in Hamburg

Tom Radtke, Kandidat der Linken für die Hamburger Bürgerschaftswahl, hat der sogenannten Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" (FFF) mit der Enthüllung "dreckiger Geheimnisse" gedroht, falls diese weiter über ihn Unwahrheiten verbreiteten. Auf Twitter schrieb Radtke am Donnerstagabend:

Fridays for Future Hamburg, Nele Brebeck, bleibt bei der Wahrheit. Wenn ihr über mich lügt, sehe ich nicht, warum ich eure dreckigen Geheimnisse (z. B. den Pädophilen bei FFF Hamburg) noch für mich behalte. Wenn keine Richtigstellung kommt, dann werde ich morgen alles erzählen. Auch zu Luisa.

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Wenige Stunden später konkretisierte er seine Aussage in einem weiteren Tweet:

Der Hamburger Bundestagsabgeordnete sollte aufpassen, sonst ergeht es ihm wie seinem ehemaligen Fraktionskollegen Edathy. Ich kenne die Namen einiger seiner Opfer.

Der 18-jährige Radtke, der sich selbst als einen der Organisatoren der FFF-Bewegung in Hamburg bezeichnet und noch zur Schule geht, hatte Anfang der Woche Kritik auf sich gezogen, als er den Massenmord an den Juden mit dem gegenwärtigen "Klimaholocaust" verglich und das NS-Regime für seinen CO2-Ausstoß kritisierte:

Die Nazis gehören auch zu den größten Klimasünder*innen, da ihr Vernichtungskrieg und ihre Panzer riesige Mengen an CO2 produziert haben.

Die Hamburger Linke kritisierte Radtke, der auf Platz 20 der Landesliste der Partei steht, für seine Äußerungen und kündigte Konsequenzen an. Allerdings ist es aus rechtlichen Gründen kaum möglich, einen einzelnen Kandidaten von der Liste zu streichen. Die Partei kündigte am Dienstag an, ein Parteiverfahren gegen Radtke zu eröffnen, das zu seinem Ausschluss führen könne, und forderte ihn zum Verzicht auf seine Kandidatur auf.

Auch "Fridays for Future" distanzierte sich in klaren Worten von Radtke. Dieser sei "kein aktives Mitglied" von FFF Hamburg und werde es auch nie wieder sein. Luisa Neubauer, das deutsche Gesicht der Bewegung mit familiären Verbindungen zur Reemtsma-Dynastie, erklärte, Radtke überhaupt nicht zu kennen. Dieser selbst schreibt auf seiner Seite von seiner "Freundin Luisa Neubauer", mit der er die Bewegung in Hamburg aufgebaut habe. Radtke behauptet auch, an den ersten "Klimastreiks" in Schweden teilgenommen zu haben und seitdem mit Greta Thunberg befreundet zu sein.

Die scharfe Distanzierung von Seiten der FFF-Bewegung und Neubauers veranlassten Radtke nun zu seiner scharfen Drohung, "dreckige Geheimnisse" öffentlich zu machen. Ob sein Vorwurf zutrifft, bei "Fridays for Future" Hamburg gäbe es Pädophile, ist völlig unklar. Kommentatoren auf Twitter wiesen bereits darauf hin, dass er entweder Pädophile decke oder sich selbst der Verleumdung schuldig gemacht habe. Andere Beobachter erfreuten sich an dem Streit zwischen den "Klimaschützern" und kündigten an, sich für dessen Fortsetzung Popcorn besorgen zu wollen.

Radtkes Drohung rief nun auch die Behörden auf den Plan. Die Polizei Hamburg teilte in einem Tweet mit, dass sie in dieser Angelegenheit die Ermittlungen aufgenommen hat. 

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