Drahtzieher hinter 4.000 Telegram-Gruppen: So habe ich „Frank der Reisende“ gefunden

So einfach habe ich „Frank der Reisende“ gefunden

Gastautor:in Datenliebe

Seine Spuren finden sich in über 70 Gruppen, die er oftmals administriert oder sogar gegründet hat. Laut eigener Aussage betreut er 4.000 Projekte. Er nennt sich „Frank der Reisende“ und ist einer der Dreh- und Angelpunkte im deutschsprachigen Telegram-Ökosystem. Letzte Woche wurde meine Arbeit in einer gemeinsamen Recherche von t-online und Kontraste veröffentlicht. Jetzt möchte ich Euch zeigen, wie einfach es war, ihn aufzuspüren.

Im September des letzten Jahres war ich soweit, mit meiner Recherche hatte ich einen Stand erreicht, den ich jetzt veröffentlichen wollte. Mein Projekt begann mit einer simplen Fragestellung: Wer ist in den meisten öffentlichen Gruppen auf Telegram aktiv? Für meine Recherche habe ich über mehrere Jahre öffentliche Gruppen gesucht und in einer Tabelle gesammelt. Die Idee war, ein möglichst umfassendes Bild der Gruppenlandschaft im deutschsprachigen Raum zu zeigen. Dafür habe ich auf öffentlichen Websites nach Telegram-Gruppen gesucht und geschaut, welche Gruppen darin verlinkt waren. Schritt für Schritt drang ich tiefer in den Kaninchenbau vor, obwohl das eigentlich nicht beabsichtigt war.

Öffentliche Gruppen ohne Verschwörungsmythen sind die Seltenheit

Meine Liste wuchs auf mehrere Hundert Gruppen an, denn die Netzwerke sind stark ausgeprägt. Die Gruppen orientieren sich an den administrativen Grenzen: Oben steht der Staat, dann die Bundesländer und darunter die Landkreise. Die Namen „Deutschland Info Chat“, „Hessen Info Chat“ oder „Berlin Info Chat“ wirken auf den ersten Blick harmlos. Auf den zweiten Blick werden hier aber verschwörungsideologische, antisemitische und (rechts)extreme Inhalte verteilt. Verantwortlich für viele dieser Gruppen ist „Frank der Reisende“.

Telegram ermöglicht automatisierte Überwachung

Telegram bewirbt sich als „sicherer Messenger“, der sich aktiv gegen staatliche Überwachung wendet. Umso ironischer ist es, dass die App selbst über ihren Desktop Client den Weg bereitet für automatisierte Überwachung. Im Zuge des Inkrafttretens der DSGVO sah sich Telegram gezwungen, den Nutzer:innen das einfache Exportieren ihrer persönlichen Daten zu ermöglichen. Im Zuge dessen wurde dem Desktop Client die Möglichkeit gegeben, auch die Chatverläufe von Gruppen und Kanälen zu sichern. Den als „entwicklerfreundlich“ bezeichneten Export im json-Format nutze ich, um die darin enthaltenen User-IDs in den Gruppen zu suchen. Für die Analyse im September 2020 habe ich mehrere Stunden die Gruppen selbst gesichert. Im März diesen Jahres hatte ich Unterstützung von @Infonautica.

Eine simple Suchfunktion findet den „Telegram-Techniker“

Die User-ID ist für jede:n Nutzer:in einzigartig. Vereinfacht gesagt, ist sie wie eine Mobilfunknummer, die nur innerhalb der Telegram-Umgebung funktioniert. Möchte ich herausfinden, in welchen Gruppen sich diese Zahlenfolge findet, so vergleiche ich alle User-IDs dieser Gruppe mit derjenigen, die mich interessiert. So einfach lassen sich gezielt alle Text- und Sprachnachrichten, Fotos, Videos etc. einer Person nachverfolgen.

Mich hat aber noch mehr interessiert. Ich hatte die Vermutung, dass ein kleiner Kreis an Menschen eine große Anzahl an Gruppen erstellt hat. Die Profile waren eindeutig, und sie sind mir immer wieder bei dem Durchsuchen der Mitgliederlisten aufgefallen. Also habe ich meinen Code erweitert. Anstatt gezielt eine User-ID zu suchen, habe ich einfach alle genommen.

Die Herausforderung, 300.000 IDs in 550 Gruppen zu finden

Zu Beginn meines Projektes habe ich mir vorgenommen, die Recherche ausschließlich mit mir verfügbaren Mitteln durchzuführen. Jetzt kommen wir an den Punkt, an dem ich einen leistungsfähigen Rechner gebraucht hätte. Die erste Version meines Skriptes schaffte 500 IDs pro Stunde. Durch einige Verbesserungen konnte ich die Performance um den Faktor 2 steigern. Es ist aber nicht möglich, meinen PC mehrere Wochen rechnen zu lassen, daher habe ich die Prozesse parallelisiert. Vereinfacht gesagt, beschäftigt eine Berechnung einen Prozessor. Bei einem 4-Kern Prozessor kann ich bis zu drei Berechnungen parallel laufen lassen. Starte ich einen vierten Prozess, laufe ich Gefahr, dass sich das Mainboard verabschiedet. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. https://s.w.org/images/core/emoji/13.0.1/72x72/1f609.png" alt="

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