Booster-Impfungen in Berliner Pflegeheimen gestartet – Kritik vom Ärztepräsident

Mit sogenannten Auffrischungs-Impfungen vor dem Herbst solle bei Pflegebedürftigen, über 80-Jährigen und Menschen mit Immunschwäche dem Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion vorgebeugt werden. Vor allem vonseiten einiger Politiker wird das "Angebot" einer dritten Impfung forciert. Seitens der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt es dafür bislang aber keine Empfehlung. Auch vom Ärztepräsident Klaus Reinhardt kommt nun Kritik zum Start der sogenannten Booster-Kampagne.

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte Reinhardt, dass zwar theoretisch einiges dafür spreche, aber nach bisherigem Kenntnisstand und nach der Auffassung namhafter Experten sei die dritte Impfung aber für die meisten Geimpften nicht sofort nötig.

Insgesamt fehlten noch aussagekräftige Studien, nämlich ob, wann und für wen eine sogenannte Booster-Impfung nötig sei. Reinhardt ergänzte:

"Da ist also von der Politik eine Erwartungshaltung bei den Patienten geschürt worden, die viele Ärztinnen und Ärzte ohne eine wissenschaftlich fundierte Impfempfehlung nicht bedienen wollen."

Er nannte das Vorgehen einen Fehler von Bund und Bundesländern. Die Gesundheitsminister hatten diesen Schritt sogar bereits Anfang August beschlossen. Begründet wird er seitens der Politiker mit gesundheitlicher Vorsorge und ersten Studienergebnissen, die darauf hingewiesen hätten, dass es bei bestimmten Gruppen vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort kommen könne.

Laut dem Beschluss soll nun unter anderem in Pflegeeinrichtungen, Seniorenheimen und weiteren Einrichtungen mit gefährdeten Gruppen eine Auffrischungs-Impfung angeboten werden. Sie richtet sich in der Regel zudem vor allem an jene immungeschwächte Menschen sowie an Höchstbetagte und Pflegebedürftige, bei denen bereits mindestens sechs Monate seit der Verabreichung der zweiten Dosis verstrichen sind. Der sogenannte Booster erfolgt nun nur mit einem mRNA-Impfstoff.

In Berlin startete die Impfaktion am Mittwoch in einem Senioren- und Therapie-Zentrum im Berliner Stadtteil Spandau in Anwesenheit von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Verwendet wird nach Angaben der Berliner Gesundheitsverwaltung der Impfstoff von BioNTech/Pfizer. In der genannten Einrichtung gab es demnach bereits mehr als 460 Anmeldungen für eine Booster-Impfung.

In den nächsten Tagen sollen 50 mobile Impfteams in ganz Berlin unterwegs sein und in Pflege- und Seniorenheimen die Drittimpfung gegen das Coronavirus an Willige verabreichen. Bis zu 200.000 Menschen könnten demnächst den Angaben der Senatorin zufolge eine dritte Dosis eines Corona-Vakzins erhalten. Gesundheitssenatorin Kalayci teilte zum Start der Booster-Kampagne mit:

"Wer hätte das gedacht, dass wir alles in allem in kürzester Zeit so viel Impfstoff zur Verfügung haben, dass wir insbesondere den Schutz unserer hochbetagten Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Immungeschwächten und der vulnerablen Gruppen in den Pflegeeinrichtungen stärken können."

Die Impfstoffhersteller Pfizer und BioNTech hatten bereits Mitte Juli mitgeteilt, dass sie von einem Rückgang der Schutzwirkung ihres Coronavirus-Vakzins ein halbes Jahr nach der zweiten Dosis ausgehen. Grundlage seien unter anderem die vom israelischen Gesundheitsministerium aus der praktischen Anwendung erhobenen Daten. Auf dieser Basis sei es wahrscheinlich, "dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird".

Mehr zum Thema - Berlin: Gesundheitssenatorin Kalayci entmachtet Amtsärzte

benji Karaffe Alladin Gold + 2_Becher Gold

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