Bewusstsein & Gesundheit: Qigong in der Psychotherapie – eine ideale Symbiose (06.Dezember 2019)

Qigong und Psychotherapie können einander bedingen und den Heilungsweg eines Menschen optimal fördern – eine ideale Symbiose.

von Katrin Thomas

Qigong fördert die Gesundheit, bei Stress, Asthma, Rücken- und Kopfschmerzen, Krebs sowie Demenz. In China üben Menschen seit Jahrtausenden Qigong. Sie verbinden Meditation, Körperübung und Philosophie mit dem gesunden Atem. Es dient der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten, bietet die Möglichkeit vor und nach der Arbeit oder in den Pausen zu regenerieren und abzuschalten. Ganz einfach runterfahren, ohne aufwändiges Umkleiden oder einen zusätzlichen Anfahrtsweg.

Qigong ist eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die chinesische Medizin ist eine ganzheitliche Methode, die bestrebt ist, einen gesundheitsfördernden Energieausgleich zu schaffen. Yin und Yang sowie Außen und Innen werden betrachtet. Kräuter, Akupunktur, gesunde Ernährung nach den fünf Elementen und Massagen bilden weitere Bausteine.

Qigong in der Psychotherapie

Qigong wird mehr und mehr im Bereich von Psychotherapie und Selbstmanagement eingesetzt. Dabei sind u.a. folgende Aspekte von Bedeutung: Stabilisierung, Achtsamkeit, Selbstkontakt, Ressourcenaktivierung und Erweiterung des eigenen Bewegungs- und Handlungspotenzials. In der bisherigen Psychotherapie oder Lebensberatung liegt das Hauptaugenmerk auf dem gesprochenen Wort, auf den Problemen, die im Jetzt wirken und aus der Vergangenheit resultieren: Was ist mir früher geschehen, warum hat sich mein Leben in diese Richtung entwickelt? Oft kommen in den Gesprächssituationen wichtige Erinnerungen, verdrängte Inhalte und Vergessenes nach oben, wenn kreative Elemente in die Beratung einfließen: beim Malen, Tönen, Rollenspiel/Rollentausch ….

Um Körper, Geist und Seele in ein ganzheitliches Erleben und Entdecken zu begleiten, kann Qigong immens unterstützend sein. Qigong stellt das energetische Gleichgewicht wieder her. Gefühle von Gelassenheit, Freude und Erfrischtsein entstehen auf allen Ebenen. Aufgestaute Energien werden in Bewegung gebracht und abgegeben. Emotionen können auftauchen, Bilder und Erinnerungen dienen dem Erkenntnisprozess, auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und zum eigenen inneren Frieden.
Qigong bietet ebenfalls die Möglichkeit, spontan auf die jeweilige Lebenssituation einzugehen:

– Aufregung kann abgeleitet werden
– Wut kann zum Ausdruck kommen
– Emotionen können im spontanen und kreativen Qigong erlebt werden

Durch frühere Erfahrungen, die mitunter traumatisch und schwierig waren, kann es zu einem Verschließen des Herzens kommen. Das heutige Leben mit all seinen immensen Anforderungen und unser digitales Abtauchen kann zu einem immer höheren Stresspegel fühlen, der sich oftmals unbemerkt einschleicht. Erschöpfung, Unlust, Freudlosigkeit, Einsamkeit, fehlendes Interesse am Austausch, Partnerschaftsprobleme, Depressionen, Burnout und mehr können Ausdrucksformen dieser emotionalen Erschöpfung sein.

Erst spät fällt auf, dass im Leben etwas nicht stimmt. Dass etwas nicht rund läuft. Im therapeutischen Prozess beginnt eine Suche nach der Sehnsucht. Sehnsucht nach einem herzlichen, glücklichen, lebenslustigen Sein. War das schon einmal da? Wann ist es verloren gegangen? Was wurde weggewischt und nicht beachtet?

Das Herz öffnen – eine Übung

Ein Fall – Beispiel aus der Praxis soll einem tieferen Verständnis dienen.
In der Beratungssituation kommt es zum Stillstand, alles erscheint festgefahren, traurig und unlösbar. Die Übung “Der Adler breitet seine Schwingen“, kann auflockern und das Herz öffnen. Die Übung wird in der Stunde gemeinsam erarbeitet.

Du stehst im schulterbreiten Qigongstand. Die Knie sind etwas angewinkelt und die Füße stehen parallel zueinander.

Aus den Fußsohlen spürst du deine Wurzeln in die Erde hineinwachsen.
Deine Handrücken kommen vor dem Unterbauch zueinander. Mit geschlossenen Handrücken steigen die Hände bis zum Hals, wenden dort nach vorn und gleiten wieder bis zum Unterbauch.
Hier öffnen sich die Hände wie Flügel und schweben an der Körperseite nach oben, bis sie sich fast über dem Kopf treffen, aber nur fast. Die Hände schweben seitlich nach unten, wo sie wieder an den Handrücken zusammentreffen.

Wieder wie bei 1.+ 2. . Wiederhole 18-36 Mal.
Schöpfe vor dem Unterbauch frische Qi-Energie und bewahre sie im Unterbauch. Du kannst die Augen schließen und nachspüren. Vielleicht fühlst du, wie aus deinem Herzraum sich dein inneres Lächeln im Körper ausbreitet.

Tritt danach mit einem Schritt bewusst aus der Übung!
Trinke einige Zeit Zitronenmelissentee, er öffnet den Ring um das Herz!

Das Herz und die Nieren

Parallel zum Herzthema taucht erfahrungsgemäß das Nierenthema „Ängste und Vergangenheit“ auf. In der TCM ist die Eintrittspforte ins Leben, unser Ursprung sowie das Vergangene, in unseren Nieren verortet. Ohne diese Kraft und ohne inneren Frieden mit unserer Herkunft, können sich energetische Staus und Schwierigkeiten auf unserem Lebensweg entwickeln. Wir brauchen die Kraft aus dem Rücken, aus unserer Herkunft, um sichere Schritte nach vorne und weiter ins Leben gehen zu können. Hier gilt es, zusätzlich zur Gesprächstherapie, die Nieren zu stärken. Dies kann durch bestimmte Qigong Übungen geschehen sowie durch unterstützende Kräutertees, die den Körper ganzheitlich fördern….

Quelle und weiter: https://www.sein.de/qigong-in-der-psychotherapie-die-ideale-symbiose/

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