Beim Handelskrieg USA-China geht es auch um den Iran

Der Handelskrieg zwischen China und den USA nimmt Fahrt auf. Die Regierung von Präsident Donald Trump verhängt Strafzölle im Wert von 50 Milliarden Dollar auf chinesische Produkte.

China will in gleichem Maße zurückschlagen. Der Finanzexperte Ernst Wolff sieht hierin eine bedrohliche Entwicklung – zumal China am Heiligtum des Dollars kratzt.

Herr Wolff, wo stehen wir gerade im Handelskrieg zwischen den USA und China? Sind die angekündigten US-Strafzölle auf chinesische Produkte noch Drohung und Symbolpolitik? Oder geht es schon langsam ans Eingemachte?

Ich fürchte, es geht jetzt langsam ans Eingemachte. Ich fürchte auch, dass wir da am Anfang einer äußerst gefährlichen Entwicklung stehen. Denn das, was in der Öffentlichkeit berichtet wird, sind einfach nur die Strafzölle, die von den US-Amerikanern angedroht wurden, und die chinesische Reaktion darauf. Im Hintergrund spielen sich Dinge ab, die wirklich kalte Schauer über den Rücken jagen.

Und zwar hat die Börse in Shanghai begonnen, Öl-Futures in Yuan zu handeln. Das ist eine ganz wichtige Entscheidung gewesen, weil diese Öl-Futures bisher weltweit nur in Dollar gehandelt wurden. Das ist praktisch ein riesiger Affront gegenüber dem Petrodollar.

Hinzu kommt eine zweite Entwicklung: In der gleichen Zeit, in der diese Öl-Futures auf den Markt geworfen wurden, ist das „Cross Border Interbanking Payment System“ (Cips) in seine zweite Testphase gegangen. Das ist ein Zahlungssystem in Yuan, an dem elf chinesische Finanzinstitute und acht ausländische Finanzinstitute teilnehmen, darunter auch die Deutsche Bank. Dieses Zahlungssystem ist als eine Konkurrenz zu dem Swift-System gedacht, das bisher die Zahlungen der großen Banken weltweit abgewickelt.

Die Chinesen haben praktisch in der letzten Woche zweimal den Petrodollar und den US-Dollar finanziell herausgefordert. Wohin das führt, haben wir in der Vergangenheit gesehen. Ich meine, Gaddafi hat das gemacht, Saddam Hussein hat das gemacht, der Iran hat das gemacht – wir wissen alle, was das für Konsequenzen gehabt hat (China und Russland als Hauptfeinde: US-Verteidigungsminister stellt neue Strategie vor).

Was sind die Gründe für die US-amerikanische Wirtschaftspolitik, für den Protektionismus?

Man muss die ganze historische Entwicklung betrachten. China ist in den letzten zwei Jahrzehnten der größte Konkurrent der USA geworden. China hat die USA als Handelsmacht überrundet. Es ist der größte Handelspartner von 120 Ländern der Erde. Die USA sind es nur noch von 70 Ländern. China hat ein wesentlich höheres Wachstum als die USA.

Der Yuan, die chinesische Währung, ist inzwischen im Währungskorb des IWF. Und China hat ein riesiges Projekt laufen: die „Neue Seidenstraße“. Das ist das größte internationale Wirtschaftsprojekt aller Zeiten. Das alles stört die US-Amerikaner ganz immens.

Außerdem haben die Chinesen im Zuge dieser „Neuen Seidenstraße“ die AIB, die „Asian Infastructure- and Investment Bank“ gegründet. An dieser beteiligen sich jetzt alle Westmächte, mit Ausnahme der USA und Japans. Die Chinesen haben sehr viel Boden gewonnen und im Hintergrund ist der Yuan jetzt auch langsam stärker geworden.

Das Gefährliche ist eben, wenn dieser Yuan tatsächlich zur Konkurrenz des US-Dollars werden sollte, dann kann es für die US-Amerikaner ganz schnell bergab gehen. Und wir wissen: Die haben nicht umsonst Libyen und den Irak in Schutt und Asche gelegt, nachdem die den US-Dollar herausgefordert hatten. Ich denke, da stehen wir am Anfang einer sehr, sehr gefährlichen Entwicklung.

Aber die USA sind doch bei allem Respekt nicht blöd und wissen, dass sie China nicht einfach so in Schutt und Asche legen können. Sollte man nicht lieber einsehen, dass der Gegner mindestens gleichstark ist und selbst davon profitieren? Trump liebt doch Deals.

Das ist das Eine. Ich denke auch nicht, dass es jetzt zu einem offenen Krieg zwischen China und den USA kommen wird, weil beide Länder voneinander abhängig sind. China ist im Moment wegen der Niedriglöhne dort noch die größte Werkbank der USA. Diese sind immer noch abhängig von den Staatsanleihekäufen, die die Chinesen tätigen.

Man muss sehen, dass beide Länder innenpolitisch große Schwierigkeiten haben. Trump sitzt nicht so fest im Sattel, wie alle das immer behaupten. Er hat große Versprechungen gemacht, Arbeitsplätze zurückzuholen und so weiter – da ist bisher nichts passiert. In China hat sich eine riesige Wasserkopf-Bürokratie gebildet, die sehr korrupt ist, und diese stört im Moment die ausländischen Finanzinteressen.

Aber ich befürchte, dass sich da im Moment noch ein anderer Konflikt abzeichnet, und zwar mit dem Iran. Der Iran ist geostrategisch ungeheuer wichtig für die „Neue Seidenstraße“. Der Iran ist der größte Öllieferant Chinas. Und er ist für die US-Amerikaner im Moment deswegen so eine Zielscheibe, weil sie über das Fracking fast zum Selbstversorger bei Öl geworden sind.

Nun brauchen sie ganz dringend einen niedrigeren Ölpreis. Ich vermute, dass die US-Amerikaner im Moment deswegen so mit den Säbeln rasseln, weil sie im Grunde tatsächlich einen Krieg gegen den Iran vorbereiten. Der neue US-Sicherheitsberater John Bolton hat immer für einen Iran-Krieg gestimmt. Es gibt im Moment Entwicklungen, die wirklich Angst machen.

Aber wird zwischen China und den USA nicht doch noch hinter den Kulissen verhandelt? Was wollen die USA erreichen?

Das wird ganz sicher der Fall sein. Es sind immer wieder Drohungen. Ich vermute, dass diese ersten Strafzoll-Androhungen der US-Amerikaner ein bisschen in die Richtung gingen: Jetzt hört mal auf, an der Börse in Shanghai mit Öl-Futures zu dealen. Aber die Chinesen haben keinen Rückzieher gemacht, sondern haben das Ding durchgezogen. Deswegen eskaliert das Ganze jetzt.

Das Problem ist: Wir haben es mit zwei Regimes zu tun, die im Grunde mit dem Rücken zur Wand stehen, weil die wirtschaftliche Entwicklung im Moment keinen normalen Fortschritt mehr erlaubt. Der US-amerikanische Markt und die Börsen sind riesig aufgeblasen. Regierungen haben in der Vergangenheit immer, wenn es wirtschaftlich richtig ans Eingemachte ging, versucht, einen äußeren Feind aufzubauen. Ich glaube, dass eine Ausweitung des Krieges im Nahen Osten die USA noch mal eine Zeit lang wirtschaftlich über die Runden bringen könnte (Bald frei vom US-Dollar: Goldreserven von Russland und China werden US-Dominanz der Weltwirtschaft erschüttern).

Der andere große Konkurrent, aber gleichzeitig auch Partner der USA, ist die EU. Wie steht es um den europäisch-US-amerikanischen Handel? Auch hier sind Zölle angekündigt. Auf der anderen Seite soll TTIP wieder aus der Mottenkiste gekramt werden. Die EU scheint bemüht, den USA gefügig zu sein.

Das sieht im Moment so aus. Allerdings gibt es da ein paar Tendenzen, die man in der deutschen Regierungsbildung sehen konnte. Ich meine, dass Herr Gabriel jetzt durch Herrn Maas abgelöst wurde, ist kein Zufall, weil Gabriel eine etwas weichere Linie gegenüber Russland fahren wollte und Maas jetzt genau das Gegenteil tut.

Aber man sieht, dass die EU in riesigen Schwierigkeiten steckt. Da gibt es alle möglichen Probleme. Man muss nur mal an Frankreich denken, an die großen Streiks gegen Macron. Der sitzt nicht so fest im Sattel. Unsere Regierung sitzt ebenso nicht so fest im Sattel. Wenn es jetzt im Nahen Osten zu einer Ausweitung des Krieges kommt, dann können wir hier im Westen mit der nächsten Flüchtlingswelle rechnen. Das wird innenpolitisch riesige Schwierigkeiten geben — zusätzlich zu den ganzen finanzpolitischen Schwierigkeiten, die wir im Moment erleben.

Aber mit den USA wird man sich einig werden?

Da bin ich mir nicht so sicher, ob das auf Dauer geht, weil die Macht der USA von der Macht des Dollars abhängt – und der Dollar bröckelt im Moment. Man weiß jetzt nicht, in welcher Geschwindigkeit das weitergehen wird. Aber ich denke, dass der Einfluss der USA sich auf Dauer nicht halten lassen wird und dass Trump deswegen zu immer extremeren Maßnahmen greift.

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Literatur:

Finanzimperialismus: Die USA und ihre Strategie des globalen Kapitalismus

Das Werden des Imperium Americanum und seine zwei hundertjährigen Kriege

Illuminati – Der Kult, der die Welt gekapert hat

Fassadendemokratie und Tiefer Staat: Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter

Quellen: PublicDomain/de.sputniknews.com am 05.04.2018

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