Armenien und Aserbaidschan einigen sich auf humanitären Waffenstillstand

"Die Republik Armenien und die Republik Aserbaidschan einigten sich am 18. Oktober um 00:00 Uhr Ortszeit auf einen humanitären Waffenstillstand", hieß es in einer Erklärung, die von den Außenministerien beider transkaukasischer Staaten herausgegeben wurde.

Dem Text zufolge wurde die Entscheidung nach den Erklärungen der Präsidenten Russlands, Frankreichs und der USA – die den Ko-Vorsitz der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) innehaben – am 1. und 5. Oktober sowie in Übereinstimmung mit der Moskauer Erklärung vom 10. Oktober getroffen.

Der Waffenstillstand

Seit dem 10. Oktober ist im Gebiet Bergkarabach ein Waffenstillstand in Kraft, der von Jerewan und Baku nach mehr als zehnstündigen, vom russischen Außenminister Sergej Lawrow vermittelten Verhandlungen, erreicht wurde. Seither haben sich beide Länder jedoch mehrmals gegenseitig beschuldigt, den Waffenstillstand verletzt zu haben.

Während der Konsultationen in der vergangenen Woche kamen die Parteien auch überein, den Austausch von Gefangenen sowie Toten unter Vermittlung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz durchzuführen.

Die umstrittene Region Bergkarabach ist das Epizentrum der Kriegsführung zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan, seit der frühere Konflikt um die Kontrolle über das Gebiet – der auf das Jahr 1988 zurückgeht – am 27. September erneut ausgebrochen ist. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig der Eskalation und haben Verluste sowohl bei Soldaten als auch bei Zivilisten erlitten.

In der Region im Südkaukasus leben überwiegend christliche Armenier, die dortige Führung wird von der armenischen Regierung in Jerewan unterstützt. Völkerrechtlich gehört das Gebiet zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, von dem es sich jedoch 1991 losgesagt hatte. Da Armenien mit Russland verbündet ist und Aserbaidschan von der Türkei unterstützt wird, droht eine Ausweitung des Konflikts über die Region hinaus mit weitreichenden Folgen auch für die Wirtschaft. Durch den Südkaukasus laufen wichtige Erdgas- und Öl-Pipelines.

Mehr zum Thema - Baku: Unabhängigkeit von Bergkarabach ist rote Linie

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