Amnesty knickt ein: Bericht über Kriegsverbrechen der Ukraine wird "aufgearbeitet"

Die in London ansässige NGO "Amnesty International" will nach heftiger Kritik aus der Ukraine an ihrem Bericht zur Kriegsführung der ukrainischen Armee dessen Entstehung "aufarbeiten". Man werde von externen Experten eine gründliche Prüfung des Vorgangs durchführen lassen, heißt es in einer Erklärung der Organisation. Die Ergebnisse dieser Prüfung hätten eine hohe Dringlichkeit. In der kommenden Woche sollen Details zum Ablauf der Untersuchung vom Amnesty-Vorstand festgelegt werden.

In dem Bericht hatte "Amnesty" der ukrainischen Armee vorgeworfen, sich in Wohnvierteln zu verschanzen und damit Zivilisten unnötig in Gefahr zu bringen. Kiew kritisierte, die Nichtregierungsorganisation habe durch den Fokus auf Verfehlungen der Armee des angegriffenen Landes eine Täter-Opfer-Verkehrung betrieben. Kritiker stellten auch die Methodik des Berichts teilweise infrage. "Amnesty International" verteidigte den Bericht danach weiterhin, drückte aber "Bedauern" über den ausgelösten "Schmerz und Ärger" aus.

Der ukrainische Präsident Selenskij verstieg sich gar dazu, "Amnesty International" wegen des Berichts der "Unterstützung des Terrorismus" zu bezichtigen. Der Bericht rief in der Ukraine jedoch nicht nur Kritik hervor. So veröffentlichte etwa der im spanischen Exil lebende ukrainische Journalist und Blogger Anatolij Scharij im Nachgang Dutzende Videos, die die ukrainische Armee einquartiert in Schulen und Kindergärten zeigt. 

Amnesty selbst hat bislang "uneingeschränkt" an dem Bericht festgehalten, und unabhängige Beobachter sehen ihn in faktischer Hinsicht als seriös und gut recherchiert an. Die Kritik beschränkt sich auf moralisierende Empörung oder pauschales Leugnen. Die dem Bericht zugrunde liegenden Tatsachen und ihre rechtliche Bewertung hat bislang niemand substanziiert zu widerlegen versucht.

(rt/dpa)

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